von roten Katern

Ich bin angekommen in 5:41:19h.

Wer meine bisherigen Zeiten ein wenig im Hinterkopf hat, weiß, daß das selbst für eine Ersttat weit unter meinen Möglichkeiten ist.

Ich hatte Pech. Ab km 15 war mir schummerig und flau. Recht flott kamen Übelkeit und später Magenkrämpfe dazu, die mich bis ins Ziel begleiteten. Das war nicht schön, ist aber auch nicht das, was von dem Lauf hängengeblieben ist.

Und ja, ich bezeichne es als simples Pech. Denn ich bin gut vorbereitet an den Start, habe fast alle bedenkbaren Eventualitäten vorher akribisch geübt.

Das kann passieren. Haken dran.

Ich nehme das vorweg, weil es mir heute und danach völlig wurschd ist,

denn ich habe Marathon!


Stellt euch vor, ihr entscheidet euch für einen Hund. Ich wollte also einen braunen Labradorwelpen.

Tapsig, mit viel zu großen Pfoten und hübschen braunen Augen sollte er sein. Ich habe mich darauf eingestellt, daß ich ihn anständig, mit nicht zu vielen Leckerlies füttere und regelmäßig mit ihm Gassi gehe. Bei Wind und Wetter geht es vor die Tür und am Ende kann es trotzdem vorkommen, daß er mir in die Wohnung pinkelt. So in etwa hatte ich mir meinen ersten Marathon vorgestellt. Bekommen habe ich einen roten Kater.


Man macht die Tür auf und es kommt einem kein freudiges Wuff entgegen, sondern Katzen(ge)jammer.

Die Enttäuschung ist erstmal groß, wenn man nicht das bekommt, was man haben will. Wenn allerdings dann der Kater freudig schwanzwedelnd auf einen zugelaufen kommt, ist es um einen geschehen. Natürlich! Ja, klar! Fell ist schließlich Fell!

Der „echte“ rote Kater aka Neo war auch der Star des Wochenendes. Er hat sich nämlich altbewährt bei Hannes und seiner Eva und ganz neu und umso charmanter bei Saba, ihrem Ehemann und Frau Blonde eingeschleimt.

Die drei sind nämlich extra für mich als Groupteam angereist und haben sich eine Mühe gemacht,  besser kann es kein Läufer haben! Ihr seid die Besten und so echt und sooo drübba!


Martin ist einfach nur ein Schatz! Er hat Superkräfte! Hat er es doch nach all der Plackerei, nach gehen, schieben, laufen, motivieren, anstacheln und trösten geschafft, daß ich mit Betonbeinen ins Ziel schwebe.


Die Laufmonster haben sich ebenfalls monstermäßig für mich ins Zeug gelegt! Was hab ich gestaunt, als im Startblock gefühlt zehn Leute „Eva“ brüllen, weil Kai, mit dem Fotoapparat bewaffnet, da stand und einen Schnappschuß wollte. Weitere Überraschungen sollten folgen und der Support am weißen Holunder war einfach nur grandios! Letztes Jahr stand ich mit an der Strecke, dieses Mal durfte ich an euch vorbeilaufen! Woah, war das toll! Danke!


Trainer, Du bist unbezahlbar! Ich weiß auch gar nicht recht, wie man für monatelange, geduldige, motivierende Betreuung danke sagen kann, außer schlicht: Danke.

Ein dickes ♥ geht an meine Mitstreiterin Sina! Monatelang haben wir zusammen gestritten, gefachsimpelt ohne Fach 😉 und gemeinsam unserem ersten Marathon entgegengehibbelt! Es war für mich DER Moment, Deine Hand im Startblock zu halten. Gänsehaut!

Und ihr, ( Ja, Du und Du und Du! Jeder einzelne Kölsche Ratgeber, Durchschwitzer, mitdemHandystolperer, Wegbegleiter, Marathonbrüder, jeder gute Wunsch, jeder Anfeuerer an der Strecke…) ihr seid einfach nur alle grün! Sowas von grün!


Mein Fazit: Ich würde jederzeit wieder einen roten Kater nehmen!


Und immerhin fehlt jetzt für einen 6-Stunden-Lauf nicht mehr allzu viel. Sollte ich mal auf die Idee kommen. 😛

http://youtu.be/QGSffkHB0v8

Wer in weniger Metaphern wissen möchte, wie es war, der hat den Lesebefehl hierfür:  Pfälzerwaldläufer!

70 Responses to “von roten Katern”

  • Evchen sagt:

    Hallo Elke,

    wie schön, daß Du auf mein Blog gefunden hast! Ich danke Dir sehr für Deine lieben Worte. 🙂

  • Evchen sagt:

    …ist ein Marathon, ist ein Marathon, ist ein MARATHON! Morgen Abend wiederholen wir das nochmal im Kanon, Deal?

  • Evchen sagt:

    Claus, das dachte ich mir auch schon: wenn ich 5:41 unterwegs sein kann, kann ich auch 6 Stunden. 😛
    Jetzt habe ich erstmal eine Woche das savoir vivre genossen und werde mal noch ein bißchen zart machen und dann werden wir sehen, ob der Winter mich oder ich den Winter bezwinge. Meine liebste Jahreszeit. *örgs*
    Allerdings kann ich schon mal sagen, daß ich zu gern nochmal das ein oder andere Ründchen mit Dir drehen würde, wenn es sich ergibt. Morgen bist Du mir ein wenig zu schnell, aber ich wünsche Dir schon mal viel Spaß und gute Beine! 🙂

  • Evchen sagt:

    Stefan, Dein Satz: „Die Haare auf meinem Arm kämpfen um einen Stehplatz.“, ist hier die ganze Urlaubswoche lang deeer Renner! *schallendlach*
    Danke Dir und ja, es wird weitere geben! *rarr*

  • Evchen sagt:

    Vielen Dank, Christoph! Ja, Krämpfe sind äußerst lästig, aber zum Glück hinterher auch schnell wieder vergessen.

  • Evchen sagt:

    Liebe Christine,

    nein, den Chip habe ich nicht behalten, aber wohl eher, weil ich nicht drüber nachgedacht habe und die Chipabgabe so in einer Reihenfolge stand und ich gehen mußte und…. 😛
    Ich werde mir jetzt einfach mal ansehen, was mich lockt, aber noch nichts planen. Erstmal regenerieren, die Erkältung loswerden (Dir weiterhin gute Besserung) und dann dem Winter die Zähne zeigen. Danke!

  • Evchen sagt:

    Das mache ich! Du glaubst nicht, wie faul man sein kann! *flöt*
    Danke Dir, Claudi!

  • Evchen sagt:

    Angekommen. Marathon. Dauergrindsen! Dankeschön! 😀

  • Evchen sagt:

    Der Akku war geladen! Voll! 😉
    Japp, auf ein Neues! Sowas von! Danke, Ronny!

  • Evchen sagt:

    Wie wir wissen, sind lila und grün ja auch DIE Farbkombinationen schlechthin! Danke, mein Goldstück! ♥

  • Evchen sagt:

    Danke, Christian! Heute, ein paar Tage danach, sind die Krämpfe ganz vergessen und was bleibt, ist der Urschrei, als ich das Ziel sehe. DAS bleibt! Dir gute Besserung. Gebrannte Mandeln gibt es doch erst bald wieder. 😉

  • Evchen sagt:

    Liebe Din,

    die Fotos sind allerdings geschummelt. Manches Mal mußte ich erstmal schlucken, Bauchhalten, wieder schlucken und dann lächeln. Aber ich dachte mir, wenn der Lauf schon so elend ist, will ich mich wenigstens nachher lächelnd auf den Fotos sehen. Einen ersten Marathon gibt es eben niemals wieder. Der Trick hat funktioniert und ich freue mich, wenn ich mich ins Ziel einlaufend schreien höre. Danke Dir! 🙂

  • Evchen sagt:

    Das Monsterchen grault sich selbstzufrieden den dicken Regenerationswanst. 😛
    Danke Dir!

  • Evchen sagt:

    That`s what makes people happy! Wenn man aus 50% bäh und 50% juhu 100% YEAH in seinem Kopf macht, hat man es doch gar nicht so verkehrt angestellt oder? Ihr habt allerdings einen großen Anteil daran, daß dem so ist!

  • Evchen sagt:

    Lieber Volker,

    ahwas, ein „umso mehr“ gibt es in meinen Augen beim Marathon nicht. Schnelle Läufer werden anders, aber nicht minder gelitten haben.
    Ich danke Dir und ja: nach dem Marathon… *schmunzel*

  • Evchen sagt:

    Und ihr seid drübba! Erwähnte ich das schon? 😉

    Ich danke euch dreien wirklich sehr für eure Energie, euer Lachen, eure Strahlegesichter, eure Leichtigkeit, eure Unterstützung…euch! Ich revanchiere mich zu gern!

  • Urlaubsbedingt komme ich erst jetzt dazu dir von Herzem zu deiner Leistung zu gratulieren. Der erste Marathon bedeutet höchst selten die Erfüllung aller Träume. Denn auch bei guter Vorbereitung (und das hast du ja gemacht) gibt es zu viele Unsicherheitsfaktoren, da Kopf und Körper diese Distanz noch nicht kennen. Der wichtigste Aspekt dabei ist daher zu finishen (wenn es die Gesundheit zulässt), weil du ansonsten beim nächsten Antreten ein (zusätzliches) Problem haben könntest! Du hast gefinisht, durchgekämpft und durchgebissen, um dann noch jubelnd ins Ziel zu laufen! Sei stolz auf dich, liebe Eva!

    Evchen Antwort vom Oktober 10th, 2011 14:39:

    Lieber Reinhard, das „Wann“ ist doch völlig schnuppe! Ich freue mich auch ein paar Tage später genauso über Deine Glückwünsche. Dankeschön!

  • Hugo sagt:

    Hei Evchen, ich komme viel zu spät um dir für die tolle Leistung zu gratulieren. Das du mit all den Unanehmlichkeiten nicht aufgegeben hast macht dich erst recht zu einem absolut verdienten Marathoni !

    Ich wünsche dir gute Erholung und geniesse deinen Erfolg!

    Liebe Grüsse, Hugo

    Evchen Antwort vom Oktober 13th, 2011 16:23:

    Hey Du Geburtstagskind, vielen liebe Dank und Dir alles Gute! 🙂

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