Training ohne Ziel und ohne Sinn?

Nö, nur ohne Puls und ohne Plan.

Frau Laufsachen versucht sich aktuell sowohl  am Training nach Puls als auch nach Plan und hält uns auf ihrem Blog darüber auf dem Laufenden, wie sie damit zurechtkommt und welche Fortschritte sie macht.

Der klare Vorteil daran  ist natürlich das Mehr an allerliebsthübschen Zahlen, mit denen mal spielen die man auswerten/vergleichen kann und der Weg als Ziel und somit als Motivation.

Das finde ich sehr spannend, weiß aber auch gleichzeitig, daß ich bei einem Trainingsplan schnell die Lust verlieren würde. Feste Vorgaben mochte ich noch nie. Ich gebe lieber von mir aus, was ich kann.

Daß ich ein Ehrgeiztierchen bin und gern auf ein Ziel hinarbeite, hatten wir ja schon festgestellt.

Aber so wirklich um das Letzte, was ich geben könnte, mag ich auch (zumindest bisher) nicht kämpfen. Ich habe ja durchaus noch einen Riesenspielraum nach oben, was Verbesserungen angeht. *räusper*

Trainingspläne, Pulskontrolle-das läßt mir allein schon beim Gedanken daran ein enges Gefühl in der Brust entstehen (nicht zu Verwechseln mit dem gelegentlichen Rumprobieren).

Natürlich finde ich verschiedene Trainingsmethoden interessant und orientiere mich auch grob daran. Aber ich könnte nur schwerlich jetzt genau nur 45 Minuten langsam laufen, wenn ich doch Bock auf 90 min.  in meinem Wohlfühltempo habe.

Ich laufe also völlig  nach Gefühl und höre auf meine Atmung. Somit bilde ich wohl das Pendant zu Frau Laufsachen.

-3-4 x Keuch ist wie Spazierengehen

-2 x Keuch ist toll. Da könnte ich bis an die Ostsee oder bis nach Wiesbaden laufen (und denke währenddessen auch oft darüber nach) und es fühlt sich nach Laufen an

-1 x Keuch zeigt mir schnell, wo die Lungen hängen (Das war kein Hügel, das war eine Skischanze! Waha!)


Meine groben Vorgaben sind im Moment  in der Woche nicht unter 30km zu laufen. Wenn ich mal 40km die Woche laufe, merke ich das auch direkt und brauche entsprechend Erholung.

So z.B. diese Woche. Die letzte Woche hängt mir noch im Gebälk und ich konnte mich bisher nur zu einer kleinen Runde und ein Mal Kraft Anfang der Woche aufraffen. Danach fühlte ich mich aber platt und nicht angenehm frisch. Heute juckt es mich wieder in den Beinen.

Ab und an  laufe ich auch, obwohl ich es besser nicht sollte und ab und an habe ich auch mal keine Lust, wo ich aber durchaus raus gekonnt hätte. *schulterzuck*

Im Allgemeinen kann ich aber sagen, daß ich voran komme, schneller werde und vor allem weiter laufen kann. Nach meiner Zwangspause bis November konnte ich gerade mal wieder 5km am Stück  und das in einem ~7:30er Schnitt laufen und letzten Samstag bin ich schon wieder 17km in~6:40 gelaufen.  Nicht der Brüller (für mich allerdings schon), aber dafür gesund und (meistens;-)) mit Spaß!

Wenn ich mal Lust dazu habe, mich zu quälen und völlig zu verausgaben, laufe ich auch schon mal auf dem Laufband eine Pyramide. Letzte Woche bin ich dabei „verreckt“. Ich mußte also zwischendurch ganz vom Laufband runter und gehend durchatmen. Das kann ich so natürlich nicht auf mir sitzen lassen und bin heiß darauf, die Pyramide doch noch zu schaffen.

Und ab nächste Woche heißt es: Füße stillhalten und mal sehen, was ich Samstag so auf die Straße bringen kann beim ersten offiziellen Lauf für dieses Jahr.*trippel*

Natürlich schlägt mir das Herz vor Furcht und Vorfreude bis zum Hals, wenn ich daran denke. 😈



21 Responses to “Training ohne Ziel und ohne Sinn?”

  • Feuerpferdle sagt:

    Jedem Tierchen sein Pläsierchen – der eine trainiert lieber mit Vorgaben, der andere lieber ohne. Und die Freiheit haben wir ja auch alle.

    Für nächste Woche Samstag drück ich Dir ganz doll die Daumen und TOI TOI TOI!! Du machst das! 😉

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 11:46:

    Ja, nur was ich mache ist noch die Frage. *lach* Dankeschön. 🙂

  • ultraistgut sagt:

    “ Ich laufe also völlig nach Gefühl und höre auf meine Atmung „.

    Ach, liebes Evchen, so viele, wie deinen Beitrag hier lesen, so viele verschiedene Ansichten wird es zu deinen Gedanken geben.

    Warten wir erst mal bis nächste Woche, und dann schauen wir mal, was du auf die Beine stellst.

    Ich muss nicht wiederholen, dass ich das, was du geschrieben hast, voll unterstütze und in meinen Augen für die ersten beiden Laufjahre genau das richtige ist, um dann – so du möchtest – ein Leben lang mit viel Freude und auch Erfolgen auf der Piste zu bleiben und dein Potential zu erweitern.

    Und quälen kann man sich hin und wieder sowieso, manchmal geht es auch nicht ohne- zumindest in den Anfängen.

    Ach, Evchen, ich mag deine Betrachtungsweisen sehr ! 8)

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 11:49:

    Liebe Margitta,

    so allmählich werde ich richtig nervös, wenn ich an nächste Woche denke. Es ist eine Sache, was ich kann und eine andere, was ich mich traue.

    Trotzdem denke ich, daß ich gut vorbereitet bin, nicht übertrieben habe und doch fleißig war. Ob ich mit Trainingsplan noch zwei Minuten schneller sein könnte, ist mir dabei erstmal schnurz. 🙂

    Danke! Wie so oft… 😉

  • Andy sagt:

    Nach Vorgaben zu laufen kann auf Dauer ganz schön langweilig werden, ist wirklich nicht jedermanns Sache. Mir persönlich liegt es ganz gut, wenn man mal von den letzten 1 1/2 Wochen absieht… *räuser*
    Dir drücke ich natürlich auch ganz feste die Daumen für nächste Woche!! Ich werde mich jetzt mal schnell nach draussen begeben für meine letzten 2 km vor Morgen, die Sonne schreit förmlich nach mir… 😉

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 11:49:

    Wie man sieht, bringt es DIch auch verdammt weit, wenn Du Dich an einen Trainingplan hältst. Ich bin immer noch ganz begeistert von euch beiden! 😀

  • Chris sagt:

    So Pläne sind ja auch nicht zwingend zur sklavischen Befolgung gedacht, es reicht normalerweise, wenn man sich grob an der Richtung orientiert. Vieles ergibt sich automatisch und ist eigentlich auch logisch. Sobald du mal ein Ziel hast, das mit dem bisherigen Training nicht zu erreichen ist, war das eigene Gefühl in der Hinsicht nicht geeignet. Es ist nicht viel anders als mit dem Abnehmen. Es geht auch völlig ohne Kalorienzählen oder andere Maßmethoden, bis es dann irgendwann hängt.
    Aller Anfang ist leicht, wie ich in dem Bezug zu sagen pflege.

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:31:

    Da muß ich Dir uneingeschränkt recht geben. Im Moment komme ich damit prächtig zurecht, aber ob das in ein paar Monden noch der Fall ist, werden wir sehen. Stillstand ist Rückschritt… in so vielerlei Hinsicht.

  • Hannes sagt:

    Training ohne Ziel? Ist es doch gar nicht, oder? Ziele hast du doch: Glücklich sein, ein wenig schneller / entspannter laufen. Es eilt nur nicht, und das ist (sagt meine Vernunft-Stimme) absolut richtig so! Auch wenn es total öde und doof ist (sagt meine Quäl-Stimme).

    Aber bei dir bin ich mir ohnehin sehr sicher, dass du weißt, was du willst und was dir gefällt. Hibbel also weiterhin schön vor dir her und freue dich auf den Lauf. – Und wenn du dich doch nicht bis zum zur Schau stellen des Frühstückst quälst, freue dich, dass da weiterhin viel Potenzial in deinen Beinen steckt. Das tut es. – Und irgendwann kitzel ich es da noch raus. 😀

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:33:

    Ja, nur für das, was ich will, muß ich langsam machen und dran bleiben; mich in Geduld üben sozusagen. *lautunddeutlichhust* 😉
    Meinst Du? So so… wir werden sehen. *schelm*

  • Steffen sagt:

    Liebes Evchen,

    was Du da so beschreibst finde ich toll, ganz toll, denn es zeigt ganz eindeutig, dass es Dir um das LAUFEN selbst geht und nicht nur um das Erreichen von irgend welchen Zielen. Und was kann besser sein als auf seinen Körper zu hören? Ich sage es Dir, wenn man langfristig mit viel Freude und verletzungs- und beschwerdefrei laufen will, NICHTS! Klar, als Orientierungshilfe ist das manchmal nicht schlecht, das war es dann aber auch schon.

    Also, es freut mich sehr das Du so denkst, denn das sind die Besten Voraussetzungen für eine lange und vor allem gesunde Laufkarriere!

    Ich wünsche Dir ein grandioses Wochenende,
    Steffen

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:34:

    Lieber Steffen,

    ZIele als Motivation, damit man den Weg nicht verläßt, ja. Aber es geht überwiegend um den Weg, ganz richtig. Danke, Du Bergziegenhörnchen. *prust*

  • Liebe Süße,
    Dein Herzchen schlägt bis zum Hals au Aufregung und Vorfreude und ich glaube das ist eine gute Mischung – genauso wie Du es auch mit dem Laufen und der Mischung hältst. Ich bin gespannt und ich hibbel mit auf Samstag hin und werde dann alle meine Däumchen ganz feste drücken.

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:36:

    Ähä und immer mehr! *pucker* Die Angst läßt mich gespannt, wach und motiviert sein, aber so kurz vorher ist es mir auch manchmal viel. Am Besten wäre es natürlich, wenn die Anspannung sich beim Lauf in einem Platzen löst. 😛 Das kann aber auch nach hinten losgehen. *hiiiibbel*

  • Marcus Krüger sagt:

    Ich stimme mit Hannes überein, dass Du sowohl mindestens zwei Ziele hast. MIt dem Sinn des Laufens haderst Du auch nicht.

    Und jetzt werde ich Dich komplett erschrecken:
    Du läufst nach Plan! Du hast einen Laufplan! Habemus Planam!
    Der Plan lautet:
    Laufe regelmäßig.
    Laufe jede Woche 30 km.

    Das ist kein Plan mit spezifischen Handlungsanweisungen ABER es ist ein Plan. Und mit dem wirst Du schon einiges erreichen.

    Viel Spaß

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:37:

    Huch! 😉

    Gut, vielleicht mag ich auch einfach keinen Plan, der mir die Anzahl der Läufe, Tage, Distanzen und Geschwindigkeiten vorgibt. Wenn das, was ich tue, ein lockerer PLan ist-ja ok.
    Ein bißchen System ist ja schon dahinter.

  • matbs sagt:

    Recht so: Trainingspläne sind bestenfalls dazu da, missachtet zu werden, und wer eine überkandidelte Armbanduhr mit Bruststraps braucht, um seinen Puls einzuschätzen, der ist sowieso wunderlich! 😀

    Geht alles ohne, und wer frei Schnauze unterwegs ist, der hat auch den Vorteil, das er/sie/es das Laufen der restlichen Lebensführung unterordnen kann, anstatt sich für irgendsone dommelige Heute-mach-ich-15-km-Intervalle-Absichtserklärung verbiegen zu müssen.

    Und die wirklich wichtigen Laufzahlen (besuchte Orte, unterwegs getroffene Eichhörnchen, Baujahr des wunderschönen Schlosses, an dem man gerade vorbeigekommen ist, Breite des Rheins bei Neuwied, prozentualer Anteil der Nicht-Grüßenden Lauf-Ärsche an der Joggergesamtpopulation, grob gelaufenen Höhenmeter)
    eignen sich eh nicht zur empirischen Auswertung… 😉

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:39:

    Apropos Eichhörnchen-letzte Woche haben wir zwei allerputzigste Exemplare beobachten dürfen, wie sie sich gegenseitig den Baum hoch- und wieder runtergejagt haben. Ooooch, waren die putzig! 😀

    Genau, ich laufe gern, sehr gern, aber es gibt ja noch ein Leben drumrum und das Laufen soll nicht (immer oder zu oft) den Rest bestimmen.

    matbs Antwort vom März 21st, 2010 16:12:

    Wir halten also fest:
    Eichhörnchen: 2

    😀

  • silke sagt:

    also ich mag ja Pläne und Listen: ich druck mir die gerne aus und guck sie an. Gerne auch mehrere zu einem Thema. Aber daran halten tu ich mich nicht sklavisch, das sind nur die groben Wegweiser für mich. Nach Lust und Laune passe ich sie mir an.
    Beim Laufen heisst das momentan für mich bspw. es steht Tempotraining auf dem Plan: 3 mal 800 m in einer für mich recht schnellen Zeit. Hab das einmal ausprobiert und gemerkt: das ist zu viel für mich. Also mache ich jetzt Fahrtspiel nachn Gefühl, wenn Tempotraining auf dem Plan steht. So habe ich die groben Vorgaben des Plans erfüllt, mich aber nicht überfordert und selbst gefrustet.

    Evchen Antwort vom März 21st, 2010 12:41:

    Hi Silke,

    das ist dem, was ich tue ja nicht so unähnlich, nur überlege ich mir eben aus dem Kopf, was jetzt sinnig wäre und mache dann nach Gefühl. Wenn Dir hübsche Tabellen dabei den Weg weisen, fein. 🙂 Ich schließe das ja auch nicht als unangenehm aus. Nur bisher ist es nichts für mich.

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