stranger in the dark

Gestern hatte ich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit einer langjährigen Läuferin aus der Nachbarschaft (sie ist meine Podologin-ich finde das Wort einfach zu schön) und wir kamen irgendwann auf unangenehme Situationen, die entstehen können, wenn man allein läuft.

Es ist immer wieder, gerade wenn es eine erneute Horrormeldung z.B. über eine ermordete Läuferin in der Zeitung gibt, ein Thema, wie vorsichtig man sein sollte.

Tja und wie vorsichtig genau sollte man/frau sein?

Ich bleibe beim Laufen als Beispiel, denn würde ich noch andere Lebensbereiche mit einschließen, wird das hier die unendliche Geschichte Teil 25 oder so.

Glücklicherweise zähle ich zu den Menschen, die bisher nicht allzu viele schräge, gruselige oder schlimme Erlebnisse mitgemacht haben (oder ich bewerte diese einfach weniger schwer?).

Von daher bin ich zumindest schon mal nicht „vorängstlich“.

Allerdings bin ich auch nicht naiv.

Das ergibt eine Mischung, die im Einzelnen besagt: natürlich laufe ich als Frau im Dunkeln und allein. Die Vernunft oder auch die Sorge der besseren Hälfte veranlassen mich jedoch dazu, zumindest die grob geplante Strecke anzugeben und das Handy einzustecken.

Je nach Stimmung laufe ich auch nicht in den dunkelsten oder einsamsten Ecken, ok.  Das war`s dann aber auch im Groben an Vorsichtsmaßnahmen.

Manche mögen sich darüber vielleicht die Haare raufen und sich fragen, wie ich nur derart „unbedacht“ durch die Gegend rennen kann. Ich frage mich, wie man sich sein Leben derart von Ängsten und Unheilvermutungen  bestimmen lassen kann.  Ganz provokant könnte ich auch fragen, ob ein Mann sich genau so viele Gedanken macht, wie eine Frau es tun „sollte“?

Sicher, meine Meinung könnte sofort kippen, wenn mir nur mal ordentlich die Muffe geht.  Ich hoffe, daß mir das niemand wünscht, sympathisiere mit Ikarus und laufe weiter frei Schnauze.

Jetzt ihr…

25 Responses to “stranger in the dark”

  • […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Eva erwähnt. Eva sagte: "stranger in the dark" bei http://missmonster.de/?p=720 […]

  • Seit ich vor 6 oder 7 Jahren angefangen habe (vorzugsweise alleine und im Wald) zu laufen, wird mir eingeredet das ich gefälligst Angst haben muss und doch bitteschön vorsichtig sein soll und das es total gefährlich sei gerade ALS FRAU (ich liebe es!) alleine unterwegs zu sein.

    Wenn man Angst hat, wird man Opfer, nimmt Opferhaltung ein, wird ängstlich und unaufmerksam – ich bin aber kein Opfer. Punkt. Und das trotz unheimlicher Begegnung mit einem fremden Kerl auf ein einsamer Strecke….und trotz der höchst beruhigenden Reaktion der Polizei wo ich den Arsch angezeigt habe „Ja, warum laufen sie denn auch alleine daher?“

    Seitdem weiß ich das ich mir im Notfall selber helfen muss….und fühl‘ mich dabei irgendwie auch besser aufgehoben 😉

    Evchen Antwort vom Mai 11th, 2010 09:23:

    Punktlandung, ma chere! 😉

  • Hase sagt:

    Ich habe mir gerade überlegt, wie ich meine Meinung zu diesem Thema am besten zu Papier bringen kann, und dann sehe ich prompt, dass das Frollein das bereits für mich erledigt hat. Ich kann das nur haargenauso unterschreiben, das ist auch meine Sicht der Dinge.
    Nur mit dem einzigen Unterschied, dass mir noch niemand versucht hat einzureden, dass ich doch gefälligst Angst zu haben habe 😉

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:31:

    Ja, das passiert schon mal, daß man vom Umfeld gesagt bekommt, man wäre es quasi selbst schuld, wenn man sich nicht so vorsichtig wie möglich verhält.

  • Hase sagt:

    Ach ja, eine unheimliche Begegnung auf weiter Flur (!) hatte ich auch schon, mit einem Typ, der meinte, mir da jetzt sein bestes Stück zeigen zu müssen.

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:31:

    Und gerade die Spiner sind ja meist eklig, aber harmlos.

  • Steffen sagt:

    Hallo Evchen,

    als Mann kann ich da nicht viel zu sagen, nur soviel: Da wir die meisten Läufe gemeinsam bestreiten muss ich mich glücklicherweise um meinen Schatz nicht sorgen, und wenn sie mal alleine unterwegs ist beruhigt mich das Wissen, dass sie keine Angst hat! Das ist ganz wichtig. Außerdem läuft sie dann nur Strecken auf beleuchteten Wegen innerhalb der Stadt.

    Aber mal ganz davon abgesehen, wenn ich alles unterlassen müsste, wo es ein erhöhtes Risiko gibt wäre es besser im Bett zu bleiben und erst gar nicht aufzustehen.
    Gefahren lauern überall, und nur wer angst hat ist verwundbar.

    Aber wie gesagt, ich bin ja ein Mann und habe leicht reden….

    Herzliche Grüße,
    Steffen

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:32:

    Mein Lieber,
    Du triffst aber genau den Punkt: ab wann würde es schon eine schlechtere Lebensqualität bedeuten? Wenn ich mir zu viele Sorgen um Eventualitäten mache, kann ich dann noch im HIer und Jetzt glücklich und froh sein?
    Ich bin eine Frau und habe auch leicht reden. So! 😉

    melanie Antwort vom Mai 13th, 2010 13:25:

    Hallo,
    das kann ich nur bestätigen!!!
    Durch den Wald würde ich mich jetzt nicht trauen auch gerade wegen meinem schlechten Orientierungssinn.
    Eines Tages hatte ich sogar bei Tageslicht eine Begegnung, da stand wirklich ein alter Bock der von allen Frauen, die an ihm vorbei liefen das Hinterteil mit dem Handy ablichtete. Dieser Mann ist mir mehrmals aufgefallen, ich hatte das eine Zeit lang beobachtet und ihm dann mit Polizei gedroht. Das war eine Strecke an Schrebergärten entlang, die wir sehr oft nehmen. Seit längerer Zeit hab ich ihn nicht wieder gesehen. Wir warten mal ab wenn der nächste Sommer naht, ob er dann wieder da steht!!! Diesmal verpasse ich ihm eine in die alten Eier.

    Viele Grüße Melanie

    Evchen Antwort vom Mai 13th, 2010 20:33:

    Da ticken wir sehr ähnlich, meine Liebe. Im Zweifel lieber brüllend voran, als duckend zurück. 😉

  • Jens sagt:

    Das Thema könnte ich eigentlich auch mal aus Sicht eines Mannes behandeln:.
    Ich komme mir schon richtig schlecht vor, wenn ich abends Frauen beim Laufen überhole (sie es nur Spaziergängerinnen (da wandert dann mal die Handtasche auf die andere Seite) oder andere Läuferinnen, die ich womöglich auch nur langsam einhole). Da spührt man schon von 10 Metern weiter hinten, dass sie sich sehr unwohl fühlen. Tut mir ja auch echt leid, aber ich bin nun garantiert nicht die Person, vor der sie Angst haben müssen. Natürlich versuche ich dann auch, das ganze nicht zu sehr in die Länge zu ziehen.

    Wie es schon Frollein Holle geschrieben hat: einfach selbstbewusst auftreten! Da mach ich mir bei dir aber auch keine Gedanken 😉

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:35:

    Und ich finde es sehr schön, daß Du das tust!
    Selbstbewußt? Naja, ich hab manchmal eine große Klappe, erst recht, wenn ich nervös bin oder Angst habe und das kann in solch einer Situation hilfreich sein. 😉

  • Marcus Krüger sagt:

    Die Daten sprechen klar gegen eine Angst vor dem Alleinlaufen im Wald. Das gilt für Frauen wie für Männer. Die meisten Opfer von Gewaltverbrechen kennen die Täter und meistens passiert das auch zu Hause oder in der direkten Nachbarschaft.
    Es ist immer wieder bezeichnend, dass die Anzahl der Gewalttaten abnimmt, aber die gefühlte Angst zunimmt.
    Wir sind halt leider meistens nicht in der Lage, eine vernünftige Risikoabschätzung vorzunehmen.
    ich wünsche Dir, dass Du nie mit einem mulmigen Gefühl laufen musst. Oder dass wirklich was passiert. Egal ob im Wald oder sonstwo.

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:37:

    Also ist die Wahrscheinlichkeit höher, daß mich ein Nachbar, der sich Zucker borgen will, abmurkst als die Möglchkeit, im Wald von einem Fremden..angegangen zu werden?
    Hm..

  • Marco sagt:

    Sagen wir mal so … eine Frau lauert eher wenbiger einen Mann im Dunklen auf als umgekehrt. Es liegt in der natur der Menschen das das Männliche Geschlecht wegen des Testoron eher zu Gewalt und Mord neigt als das Weibliche.
    Ich laufe so tief im Wald das ich sehr genau davon ausgehen kann das hier wo ich im Wald laufe NIEMAND Abend s rumrennt weil er mich überfallen möchte. *grins*
    Das ist also meine Vorsichtsmaßnahme… umso tiefer und dunkler der Wald umso eher die Wahrscheinlichkeit das KEINER dort ist!
    Außer natürlich etliches Getier das Maloclm dann aus den Busch holt (wie z.b. seine Wildschweine, die dann hinter mir herrennen)!!!
    Der Arsch übrigens, er macht sich jetzt seit fast zwei Jahren immer an der selben Stelle einen Spaß daraus… soll nochmal einer sagen Tiere sind Blöde… Maloclm ist ein Schlitzohr in der Beziehung!!!

    Gruß
    Soulrunner

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:42:

    Und von daher sind Frauen auch gefährdeter, japp. Aber ich möchte mir nicht vorgeben lassen, wieviel Angst ich als Frau zu haben habe. Ich könnte auch gleich ganz blöd stürzen, mit dem Auge gegen die Türklinke fallen und…. oder einer Wildsau von Malcolm begegnen. *glux* Der Hund ist toll und doll und oll! 😀

  • ultraistgut sagt:

    Ganz so kess bin ich nicht, wie z.B. Daniela, denn dass es böse Buben gibt – überall – und dass man eine gewisse Vorsicht als Frau vielleicht doch ans Tageslicht bringen sollte, kann zumindest nicht schaden.

    So bin ich , als wir hierher zogen – ebenso überall alleine gelaufen, im Wald und auf der Heide, nachdem mir eine Dame von der hiesigen Presse vergewisserte : “ Hier können Sie ruhig laufen, hier ist noch nie etwas passiert “ !

    Ein paar Monate später wurde Carolin, ein 17-jähriges Mädchen just in diesem Wald brutal vergewaltigt und ermordet worden.

    Seitdem meide ich diese Gegend und ziehe es vor, nicht alleine im tiefsten Wald zu laufen- Punkt.

    Es ist nicht so, dass ich mich gar nicht mehr hinaus traue, sonst könnte ich das Laufen vergessen, aber ich laufe immer mit allen Sinnen, ohne Kopfhörer und sonstige Ablenkungsmöglichkeiten, bin bereit, mir nichts gefallen zu lassen, keine Ängste zu zeigen, aber bilde mir ebenso auch nicht ein, mir könne so etwas nie passieren. Eine gesunde Mischung von Aufmerksamkeit – Vorsicht ist aus meiner Sicht für Frauen schon ratsam.

    Die einzigen weniger schönen Begegnungen auf weiter Flur und in Einsamkeit hatte ich zweifach mit Exibitionisten, die ich allerdings sofort auf dem Heimweg bei der Polizei angezeigt habe, natürlich waren sie längst über alle Berge, als die Polizei dort eintraf, aber vielleicht habe ich andere Frauen davor bewahren können.

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:56:

    Liebe Margitta,

    deshalb betone ich, daß sich meine Meinung natürlich ändern könnte, wenn ich selbst unangenehme Erfahrungen machen würde.

    Auf meiner anfänglichen Hausstrecke war auch öfter ein Herr, der mir nicht ganz suspekt ist und ich laufe die Strecke zumindest nicht mehr zu diesen typischen Zeiten. Nicht aus Angst, einfach aus Vorsicht.

    Was mich allerdings, wenn ich Dich als Beispiel anführen darf, sehr freut, bist Du. In mehrerlei Hinsicht ;-), aber hier meine ich, daß Du immer noch unbeschadet Deine Runden drehst. 😀

    ultraistgut Antwort vom Mai 12th, 2010 15:07:

    Das freut mich wiederum !
    und die mehrere Hinsichten ? 8)

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 15:57:

    Meine Liebe,

    soll ich jetzt wirklich ausholen? *lach*

    Ich glaube, Du weißt sehr wohl, was ich an Dir schätze und was an Dir unbequem, aber in meinen Augen dennoch wertvoll ist. *schmunzel*
    Und darüber hinaus bist Du nicht ganz knusper und das steht Dir ganz ausgezeichnet. Ich drück Dich mal ganz fest! 😀

  • Brennr.de sagt:

    Ich hatte selbst einmal einen unheimlichen Lauf (http://www.brennr.de/2009/12/27/unheimlicher-lauf/) und laufe dennoch weiterhin ab und zu bei Dämmerung bzw. Nacht. Mir ist nicht immer ganz wohl dabei, aber Angst soll nicht mein Leben bestimmen. Daher ist eine gewisse Naivität bzw. Unbekümmertheit ganz gut, um das Leben genießen zu können. Aber ich denke, dass dies einem Mann sicher leichter fällt, als einer Frau. Deine groben Vorsichtsmaßnahmen sind jedoch absolut ok. Außerdem bist Du das „Monster“. 😉

    Evchen Antwort vom Mai 12th, 2010 12:58:

    Meine Oma war sogar noch der Ansicht, daß Frauen, die kurze Röcke tragen, es ja geradezu herausfordern (und am Ende selbst schuld sind), vergewaltigt zu werden. 😉
    Und von manchen Ansichten können wir uns heute doch allmählich verbschieden, finde ich. Ich als Frau bin nicht automatisch ein Opfer.

  • Martin sagt:

    Wenn ich solche Ansichten schön höre wie „daß Frauen, die kurze Röcke tragen, es ja geradezu herausfordern (und am Ende selbst schuld sind), vergewaltigt zu werden.“ geht mir schön die Galle hoch !
    Es ist Fakt, dass Frauen meist das körperlich schwächere Geschlecht sind (was für ein Wort !), dass die gewalt meist von Männern ausgeht, aber…
    mein Gott nicht hinter jeder Hecke steht so ein Idiot ! Ich (ich weiß ich habe es leichter- als Mann) lasse mich nicht von soclen Ängsten leiten, denn eines habe ich gemerkt : Es gibt wirklich Leute, Männer wie Frauen, die laufen schon als Opfer rum. Hört sich provokant an, ist aber so. Was ich meine ist, wer ständig mit tief gesenktem Kopf (Sinnbildlich gemeint) herum läuft ,statt selbstbewusst aufzutreten, für den ist die Gefahr größer, dass ihm was passiert. Natürlich ist mir klar, dass dies nur eien grobe EInteilung ist . Auch klar ist, dass es im Falle eines Falles nicht viel hilft, aber auch hier gilt : Flucht nach vorne, agieren statt reagieren. Ein freche Schnauze hilft da schon Wunder 😉
    Und mal im Ernst, wer sich so von Ängsten leiten lässt, hat doch wirklich kein schönes Leben. Und ein letztes :
    Nochmal ich weiß ich bin ein Mann und werde wohl kein Opfer eines sexualverklemmten Typen (oder einer 😉 ) und habe es da wirklich einfacher so zu reden.

    Evchen Antwort vom Mai 13th, 2010 20:35:

    Ach lieber Martin, mir nimmst Du die Worte aus dem Mund.
    Lassen wir die anatomischen Vor- oder Nachteile mal außer Acht, dann ist jeder selbst dafür verantwortlich, wie sehr er sich als Opfer verhält oder eben nicht. Ich gebe Dir völlig recht (!) und Du brauchst Dich, wenn es nach mir geht, auch nicht so vorsichtig auszudrücken.

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