resume last

Geschafft. 14 Wochen Training nach Plan liegen hinter mir. Trainer hat nicht locker gelassen und ich auch nicht.

Ich konnte nicht jede Vorgabe einhalten dafür das ein oder andere Mal  aber auch lockerfluffig unterbieten und es fiel auch mal ein Lauf flach, wenn ich einfach zu geschafft war, aber ich habe mich nicht verletzt, war nicht ernstlich krank und konnte alle wichtigen Läufe machen.

Zwei Zipperlein haben mich die ganze Zeit begleitet. Die linke Ferse meldet sich ab und an mal und das Ziehen im rechten hinteren Oberschenkel ist mein treuer Weggefährte. Mit Kraft, Dehnen und Physio konnte ich die beiden aber davon überzeugen, mit mir zu arbeiten und nicht gegen mich. Auch, wenn es manchmal lästig war, sich damit zu befassen, es war sicherlich nicht verkehrt, vom eigenen Körper ermahnt zu werden und aufmerksam zu sein.

Am Ball und motiviert zu bleiben, fiel mir diesmal nicht schwer, was sicherlich auch einem Teil simpler Angst geschuldet ist, daß es sonst nicht reichen würde. Die schönen Läufe, die einen hinterher zufrieden grunzend die Beine hochlegen lassen, überwiegen bei Weitem die Läufe nach Feierabend im Regen, mit Loch im Bauch und Sehnsucht nach einer Couch.

Eine recht neue Erfahrung für mich ist die emotionale Restentleerung. Natürlich haben mich gerade die langen Läufe geschlaucht und es ging mir nicht selten so, daß ich während einer solchen Strecke eine ziemliche Bandbreite an Emotionen durchlebt habe und das intensiver als sonst für mich üblich.

Gestern gerade stand ich unerwartet vor einer ordentlichen Steigung. Meine Beine taten so weh, daß mir allein der Gedanke daran, da jetzt noch hoch zu müssen, die Wuttränen in die Augen treibt.  Das ist ungerecht! *stampf* Es nützt aber nix, ich muß ja heim. Ich rolle da hoch, schluchze, keuche und bin dabei so giftig-schnell, daß mir oben erstmal richtig schlecht ist und ich ein paar Atemzüge brauche, um die Datteln, die ich als Verpflegung dabei hatte, wiederzukäuen wieder zurechtzurücken.

Ist so ein Lauf aber erstmal geschafft, bin ich ein paar Stunden danach herrlich leer. Es ist durchaus angenehm, mal einfach gar nichts zu wollen.

In etwa so fühle ich mich gerade mit dem Ende meines Trainings. Leer. Es fühlt sich gut an und das Vertrauen ist da: ich werde Marathon!

T-Minus 12 Tage. Alea iacta est.

Sobald die Beine sich mal wieder bewegen wollen, werde ich auch noch ein klitzekleinbißchen durchdrehen, aber alles zu seiner Zeit. 😉

37 Responses to “resume last”

  • An-Kas sagt:

    Das hört sich aber alles andere als „leer“ an, sondern eher wie ein sehr erfülltes Marathontraining!
    😉
    Du hast richtig was drauf, der Marathon wird ganz bestimmt ein voller Erfolg, und du wirst für alle Wuttränen dreimal entschädigt!
    Ich freu‘ mich schon, wenn du am T-12 ordentlich durchdrehst, und ich lauter triumphierende Tweets von Dir oder Deinen Groupies lese!
    LG, Anke

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:04:

    Leer ist durchaus positiv gemeint. Akku leer und ich war fleißig. Wie gut, daß Du Dich auf`s Durchdrehen freust und Dich das nicht schreckt, denn DAS werde ich nicht vermeiden können. 😉 Danke, Du Knuddel!

  • Feuerpferdle sagt:

    T-12? Diese Tage vergehen jetzt ganz schnell und doch irgendwie langsam… 😉

    Ich bin gespannt auf Deinen Lauf und all die Berichte und drück Dir schon jetzt die Daumen! Und Kölle ist eh eine erlebnisreiche Stadt… 😉

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:09:

    Morgen schon sind die Tage nur noch einstellig. *Schnappatmung*

  • Blumenmond sagt:

    Das liest sich wunderbar. Wenn Du nicht hibbelst, ich tue es auf jeden Fall.

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:13:

    Äh, doch, allmählich schon. Ich bin ja schon froh, daß es so spät kam, aber ab jetzt ist es da, das nervöse, unangenehme….Vorher. *muah* Aber: was vorher schlimm, wird nachher umso schöner. 🙂

  • Steffen sagt:

    Ein wunderbarer Schlusssatz, ja, du wirst Marathon, ganz sicher. Und du darfst eines niemals vergessen, auch wenn du dort noch mehr emotionale Erlebnisse, und vor allemnochviel intensivere, durchleben wirst, das Publikum am Straßenrand wird dich anfeuern und nach vorne treiben, und das hilft ungemein. Und wenn du ann auf der Zielgeraden bist……es werden Trännen des absoluten Glückes fließen, ganz sicher.

    As das Training angeht so hast du auf alle Fälle alles richtig gemacht. Es ist gut und vernünftig eben manchmal auf seinen Körper zu hören und eben NICHT jeden Trainngslauf wie geplant zu bestreiten- ein Punkt, den viele Läufer viel zu verbissen sehen.
    Nein, du hast alles richtig gemacht und dir eine sehr sehr gute Basis antrainiert. Herzlichen glückwunsch dazu.

    Ja, Du Kannst Marathon!!!!!

    Herzliche Grüße,
    Steffen

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:17:

    Danke Dir für Deine lieben Worte, mein A-Hörnchen!
    Es mag sein, daß ich noch einen Tacken mehr vertragen hätte, aber ich bin schon ein bißchen stolz auf mich, gut und für meine Verhältnisse mehr als je zuvor gelaufen zu sein und dennoch auf mich gehört zu haben. Doch, ich bin zufrieden mit der Vorbereitung. Jetzt schauen wir mal, wie ich mich beim Marathon so schlage. 😉

  • Christian sagt:

    Liebe Eva,

    da gibt es nicht mehr dazu zu sagen, sehr schön 🙂
    Irgendwie bereu ich es fast nicht dabei zu sein bei der Premiere, aber Zweifel am Finish hat wahrscheinlich keiner mehr, wenn Du keine hast?

    Drück Dir alle Daumen und lass es ruhig angehen, dann Marathon!

    Salut

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:24:

    Lieber Christian,

    ich frage mich gerade, wann ich angefangen habe, Deine Formulierungen ganz genau zu lesen. Ein „fast“ ist kein „ist“. 😉
    Aber ja, das wäre fein gewesen. Zum Glück sind wir ja noch jung, da geht bestimmt noch was. Spätestens, wenn ich irgendwann mal einer der „verrückten“ Einladungen von Sven folge. 😀

  • Egbert sagt:

    Hallo Eva,

    wünsche dir einen schönen Lauf in Köln, genieße ihn.
    Ich laufe dieses Jahr ausnahmsweise mal nicht in Köln sondern in Berlin. Ich bin aber im Helferteam bei der Medaillenausgabe und werde dich im Ziel erwarten.

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:26:

    Egbert, Du glaubst ja nicht, wie gut Dein Kommentar tut! Einem Marathonfrischling hüpft das Herz schon schneller in der Brust, wenn man liest „Ich werde Dich im ZIEL erwarten.“ Vielen Dank schon im Voraus, daß Du Dich als Helfer zur Verfügung stellst (ohne die geht eben nichts) und für Dich viel Spaß und gutes Gelingen in Berlin!

  • Saba sagt:

    14 Wochen Training – die sind wirklich schon vorbei? Ich fass es nicht.

    Du kannst Marathon, soviel ist mal klar 🙂
    Und wir werden dich sowas von anfeuern in Köln, dass da nix leeres übrig sein wird 😉

    P.S. Ich weiß, was du meinst – diese herrliche Leere, nachdem man sich verausgabt hat und dann ist auch mal Ruhe (für den Moment) bevor der ganze Huzzzle weitergeht – das Leben, das Universum und der ganze Rest *g!

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:34:

    Hammer, gä? Zeigt, daß wir in den letzten Wochen auch den Spaß nicht haben zu kurz kommen lassen. Sonst wären 14 Wochen echt mal lang gewesen.
    Daß Du genau weißt, wie ich ticke und was ich meine, wundert mich nicht (mehr), aber es tut gut und beruhigt mich und ich freu mich so auf euch! ♥

  • Supermario72 sagt:

    Ja – das Finale rückt nun ganz schnell immer näher! Das wird bestimmt ein genialer Tag! Und Du „wirst Marathon“!

    Sollten wir uns allmählich auch mal um ein gemeinsames Treffen aller angekündigten Laufblogger bemühen? Hatte diesbezüglich am vergangenen Wochenende schon einmal via Twitter Kontakt mit @bartlog. Die Startunterlagenausgabe ist ja im Staatenhaus in Köln Deutz. Somit könnte man vielleicht mal Deutz ins Auge fassen. Hier gibt es einiges an guter Gastronomie! Kommt natürlich auch darauf an, wann jetzt jede/r einzelne so anreist in Köln. Ich bin auf jeden Fall schon da! 😉

    Grüße aus Kölle!
    Mario

    Saba Antwort vom September 20th, 2011 09:37:

    Yeah – Party 😉

    Wir (Frau Blonde von Wolkengucken, mein Liebster und ich) sind auf jeden Fall von Samstag bis Montag da – also gaaanz viel „http://en.wikipedia.org/wiki/%28You_Gotta%29_Fight_for_Your_Right_%28To_Party!%29 !“

    Saba Antwort vom September 20th, 2011 09:38:

    der Link funzt wohl nicht …also:

    Fight for your right toooo paaarty 😉

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:40:

    Und währenddessen http://sabadabadoo.wordpress.com/2011/07/24/pum-pum-nani-nani/
    und danach? *hibbel*

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:45:

    Also, ich bin freitags da, um die Startunterlagen abzuholen, allerdings eher tagsüber. Hast Du an dem (früher) Tag frei?

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 08:45:

    Däh. Da ist ein bißchen Wirr drin. Ich meinte den Herrn in dem gelben Latexanzug. 😛

    Supermario72 Antwort vom September 22nd, 2011 07:58:

    Ich beziehe „Herrn mit dem gelben Latexanzug“ mal auf mich. 😉

    Also Freitag sieht es eher schlecht aus. Da steht der Papa ganz im Dienste des Sohnemanns. Nach der Arbeit hole ich unseren Großen vom KiGa ab und fahre mit ihm zum Turnen. Ich werde wohl eher am Samstag meine Startunterlagen ordern.

    Ansonsten sieht man sich am Sonntag. Ich denke, dass ich nach meinem Halben mal kurz nach Hause verschwinden werde, um dann später zum Marathon-Zielleinlauf wieder da zu sein. Es sei denn, Ihr lauft alle unter 3 Stunden – da muß ich mich echt beeilen. 😉

  • Das liest sich herrlich! Das liest sich nach idealer Vorbereitung. Und das liest sich vor allem danach, dass Evchen den Köln-Marathon perfekt finishen wird. Die Feier für danach kannst du schon einmal planen!
    Allerdings bitte nicht schon vorher mit Mario (und einigen anderen) ein paar Kölsch vernichten. Sind auch Kohlehydrate, aber halt anders. Alles Gute weiterhin!!

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 09:14:

    Ich nehm` ein Malzbier. Mit „echtem“ Bier kann ich nicht viel anfangen. Bleibt mehr für die anderen. 😉
    Ideal und perfekt läuft nichts, aber ich bin zufrieden und fühle mich gut vorbereitet. Danke Dir!

  • Pierle sagt:

    Diese Leere nach einem langen Lauf finde ich auch immer sehr angenehm. Dafür reicht bei mir immer schon ein Lauf mit 15 + X KM. Allerdings ist es schwer, das zu genießen, wenn zwei kleine Jungs schon auf den Papa warten, um endlich Fußball zu spielen – „Papa jetzt komm endlich , PAAAPAAAAAAHAAA“ 😉

    Für Köln mach ich mir keine Sorgen um dich. Aber paß mir unterwegs ein bißchen auf den Martin auf, ja?

    LG Carsten

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 09:22:

    Das ist der Luxus, wenn man nur Katzen zu versorgen hat. Die genügen sich auch mal selbst, wenn man Dosen aufmacht. 😉

  • ultraistgut sagt:

    Die Spannung steigt, die Form ist gut, der Kopf hat genug zum Arbeiten – ach ja- was werden noch für unruhige Nächte unmittelbar vor dem großen Ereignis folgen, du wirst im Ziel einlaufen mit Tränen in den Augen – überglücklich, die Welt und alle, die um dich herum sind, umarmen. Und die, die dich vor Ort leider nicht drücken können, werden es in Gedanken tun – ganz bestimmt !

    Der Countdown läuft…………………………….
    und
    alles
    alles
    wird
    gut ! 8)

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 13:13:

    Ohja, die erste unruhige Nacht hatte ich gestern. Der Schlaf wollte sich einfach nicht einstellen. Zum Glück habe ich zwei Tage vor dem Marathon schon frei. Da ist es wurschd, wenn ich erst nachts um 2 Uhr einschlafe, weil ich ggf. eben nochmal nachschlafen kann. Frau rüstet sich eben auch für solche Fälle. 😉
    Wenn ich im Ziel bin, stelle ich mir vor, wie Du mich drückst! Ganz fest. :-*

  • Bernd sagt:

    Bei so einer guten Vorbereitung, da kann eigentlich nichts schief gehen. Du wirst es schaffen und spätestens dann wird aus Leere Stolz werden.

    Freundliche Grüße
    Bernd

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 13:15:

    Drück mir die Daumen! Allmählich rückt der Termin sehr nah. *schwitz*

  • Martin sagt:

    Ich schreib einfach mal das was ich auch bei Laulines geschrieben habe, denn es passt uch hier

    Jetzt beruhigt dich erst mal, atme drei mal tieeeef ein und dann its´s wieder gut 😉
    Hey-es sind nur 42km ! Ein bisschen mehr als du bisher im Training geleistet hast. Na und?
    Du wirst Gefahr laufen zu schnell anzugehen- dagegen hilft entweder die Uhr oder ich 🙂
    Du wirst vollkommen euphorisch werden ,müde werden, vielleicht Krämpfe bekommen-na und ? Dann gehen wir einfach. Du wirst vielleicht deine Zehen nicht mehr spüren, dir einen Wolf laufen, dich fragen warum ihr das macht, fluchen auf alles und jenes, mich anschreien, ein schlechtes Gewissen haben, verzweifelt sein warum 7km sooo lang sen können und dann….
    läufst du ins Ziel..
    Du wirst alles vergessen, alle Plagerei, alle Zweifel, erschöpft sein wie vielleicht noch nie im Leben, euch nicht die Schuhe aufmachen können- aber du wirst strahlen und zwar so, dass alle es sehen werden, denn du hastt es geschafft !
    Also denk daran-egal was kommt, egal was passiert- es ist uns fast allen schon mal so ergangen. Es ist nichst neues, es ist nichts schlimmes- es ist einfach ein Marathon und du ein MARATHONI !!!!!

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 13:20:

    „Einfach ein Marathon“…. wie viele Menschen das wohl behaupten können? Nicht allzu viele, schätze ich. Aber ja, ich will auch zu denen gehören. 😀 Außerdem gehört Verrücktmachen für mich dazu. So bin ich eben. *schulterzuck*
    Schöne Worte dennoch. 🙂 Ich versuche es zu beherzigen, jedes Mal, wenn die Atmung in den nächsten Tagen aussetzt. 😛

  • Anne sagt:

    Alles wird gut! Sind doch nur 42 km und ein bisschen. 8)

    Ich freu mich für dich, dass du heil durch die Vorbereitung gekommen bist. Und deine innere Leere wird sich in Köln mit so vielen emotionalen Eindrücvken füllen, dass du geradezu froh sein kannst, jetzt erst einmal Platz für sie geschaffen zu haben.

    Liebe Grüße
    Anne

    Evchen Antwort vom September 21st, 2011 13:22:

    Ah, das gefällt mir gut. Alle machen, damit Platz für Neues ist. Schöner Gedanke! Danke dafür. 🙂

  • Gerd sagt:

    Klar wirst Du Marathon.
    Und Du wirst dieses Gefühl genießen!
    Und jetzt heißt es die Beine hoch legen und Ruhe bewahren. Aber da bist Du ja Spezialistin. 😉

    Evchen Antwort vom September 23rd, 2011 10:53:

    Oh ja, genau. Ich bin die Ruhe selbst. 😀
    Im Ernst: mir geht`s gut. Ich schlafe nur ein bißchen schlecht ein, das ist (bisher) alles. Danke Dir!

  • calceola sagt:

    Wie ich gerade schon mal schrieb, über Dein Training kann man sich nicht beschweren. Köln wird ein schöner Lauf, zwischendurch wird es anstrengend aber Du wirst ins Ziel laufen, danach wird es erst richtig schön.

    Bin am Mittwoch in Köln über die Hohenzollernbrücke in Richtung gelaufen/gegangen und dort vorbei gekommen wo in ein paar Tagen die Fressmeile aufgebaut sein wird. Da musste ich an all die Marathonis und Marathonissen denken.

    Evchen Antwort vom September 26th, 2011 21:02:

    So werde ich an Dich denken, wenn wir rheinauf-rheinab laufen und wenn es die Kehre zur Brücke macht, wir aber nochmal ein paar km durch die Stadt tingeln, werde ich es nicht wissen-selig sind die geistig Armen, hach! 😀

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