Monster unter Deinem Bett

Als Kind hatte ich ab und an Angst vor dem buchstäblichen Monster unter meinem Bett. Ich habe mich dann nicht getraut, die Füße über den Bettrand zu strecken, weil ich mich immer mehr in den Gedanken hineinsteigerte, es würde etwas meine Knöchel packen und mich … na, irgendetwas Schlimmes würde jedenfalls passieren.

Es gab also so manch wache Stunde, weil ich dringend wohin mußte, mich aber nicht zum Aufstehen überwinden konnte.

Ob ich deshalb heute so ein Bücherwurm bin? Hm.

Mein Lauf heute startete in der Abenddämmerung und ich wollte mal wieder neue Wege oder besser noch nicht erschlossene Wegverknüpfungen erkunden. Das Wetter hatte nicht viel zu bieten, der Puls sollte lustlos niedrig bleiben und der Tag war sich auch am Verkrümeln. Also hatte ich gute Musik auf den Ohren. Zu gute….

Aus dem Gewerbegebiet geht es raus auf`s Feld und rein in den Matsch. Den Weg war ich bestimmt schon mal gelaufen und hatte eine grobe Vorstellung, wo ich rauskommen würde, aber als die letzten Straßenlaternen hinter mir verschwinden und mir die achso düstere Musik in den Ohren schallert, ist mir auf einmal irgendwie mulmig.

Eigentlich war heute ja ein gaaanz ruhiger Lauf geplant, aber ich kann nicht umhin, doch alle paar Meter wieder flotter zu werden, über Pfützen zu springen und das Ende des unbekannten Pfades herbeizusehnen. Das dauert aber auch verdammt lange. Ob ich noch richtig bin?

Irgendwann sehe ich die erhoffte Weggabelung, aber es sind noch gute fünf Kilometer bis nach Hause. Das mulmige Gefühl bleibt und erst, als ich auf den letzten Metern ein paar Mal so richtig Gas gebe, bis die Lungen brennen, fühle ich mich befreit und belächle mich und meine doofe Furcht.

Merke: Alleine und im Dunkeln laufen-ok. Auf unbekannten Pfaden mit Endzeit-Musik-eher nicht.

25 Responses to “Monster unter Deinem Bett”

  • Laufhannes sagt:

    Gehört sich doch aber eigentlich für ein Monster, wie du es bist.

    Ok, ich weiß noch immer nicht, wie man darauf kommt, den Lauf am freien Sonntag so spät nach hinten zu schieben, aber eigentlich hätte ich eher gedacht, dass dir bei deiner Endzeit-Musik gar nicht bange werden kann.

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 16:58:

    Weil ich`s kann, liebster Walter. Weil ich`s kann. 😀

  • Brennr.de sagt:

    Ich bin heute auch erst bei Dämmerung los. War aber auf einer bekannten Strecke unterwegs. Neue Pfade erkunde ich lieber bei Tag. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass solch ein Lauf wie Deiner im Nachhinein sicher eine interessante und vor allem spannende Abwechslung war. Und fürchten musst Du Dich ja nicht, denn Du bist doch das Monster. 😉

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:07:

    Die Furcht war ja auch völlig irrational. Ich laufe den Großteil des Winters allein und im Dunkeln…weiß der Geier, aber im Nachhinein konnte ich über mein weibisches Verhalten schmunzeln. 😛

  • Feuerpferdle sagt:

    Du machst Sachen… 😉

    Unter meinem Bett war in meiner Kindheit immer ein nie gesehenes Krokodil…. 😉

    Doch im Dunkeln unbekannte Pfade mit Endzeit-Musik im Ohr… Hui… Nix für mich… 😉

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:09:

    Oh, gleich ein Krokodil! Deshalb hast Du Dir selbst eins angeschafft (Jule). *hehe*

  • Blumenmond sagt:

    Irrational, nicht wahr? Ich hab bisher einen Schneelauf im Feld gemacht – ansonsten traue ich mich im Dunkeln da nicht hin. Obwohl die bösen Leute ja üblicherweise woanders lauern. Ich freue mich auch immer, wenn mir im Dunkeln jemand entgegen kommt – so nach dem Motte, da ist ein Beschützer. Sowas von bescheuert.

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:12:

    Da kommt man sich shcon ein bißchen balla balla vor. Zu meinem (Un-)Glück bin ich ja so stur, daß ich das dann erst recht mache.

  • Supermario72 sagt:

    Ich laufe ja zur Zeit nur am Abend und somit immer im Dunkeln. Von daher kenne ich das Gefühl auch ganz gut, allerdings geht es bei mir eher in Richtung „Angst, vor dem wieder etwas zu übersehen, über das ich dann falle und mir wieder was breche“. 😉 Sinnlos angebrachte Absperrketten sind A….löcher!

    Aber allein im Dunkeln auf’m Acker – was soll Dir da schon passieren? Ich glaube, da ist heutzutage jeder andere Ort gefährlicher ….

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:19:

    Nix wird mir da passieren. Hat ja keiner von „begründeter“ Angst gesprochen. 😛 Und ja, Absperrketten SIND fiese Möpse! *stampf*

  • Christian sagt:

    Liebe Eva,
    Stöpsel aus dem Ohr und genießen 😀
    Es gehört für mich zu den erholsamsten Dingen in der Dunkelheit durch mir wohl bekannte Gegenden zu laufen, diese Ruhe und das angenehme Gefühl der Einsamkeit habe ich sonst nur selten bei Tageslicht. Allerdings geb ich Christian B. Recht, lieber am Tag über Stock und Stein, denn es ist eher die Verletzungsgefahr die da droht als der Sittenstrolch 😉

    Salut

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:21:

    Lieber Christian,

    jeder, wie er mag. Und ich laufe gern mit Musik, bin aber dennoch sehr aufmerksam, was meine Umgebung angeht.
    In dem Fall allerdings hat die Stimmung der Musik meine Stimmung ausnahmsweise…seltsam…beeinflußt. 😉

  • Martin sagt:

    Nee was müsst ihr auch im Dunkjeln neue Weg finden tstststs…
    Ich laufe gerne im Dunkeln, aber auf wenigstens einigermaßen beleuchteten Wegen/Straßen -da kann ich herrlich abschalten. Und wer weiß weclhe Monsterhorden da im Wald nachts lauern, vielleicht sogar Walkerzombies etc.

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:23:

    Martin, ehrlich, im Dunkeln zu laufen, wenn man es kann, ist fein. Im Dunkeln zu laufen, wenn man es muß… ich bin es leid und will Sonne und Frühling! Die Walkerzombies gehen nur bei Tageslicht raus, die Ekel. *blödel*

  • ultraistgut sagt:

    Sehe es genauso wie Christian, in der Dunkelheit mit Stöpseln im Ohr, nichts hören und auch fast nichts mehr sehen können, da muss man ja Angst bekommen.

    Ja, ja, ich weiß, ich mag keine Stöpsel, das ist dir längst bekannt, ja, ich mag alles um mich bewusst hören und alles aufnehmen, abgesehen davon, dass man Gefahren vielleicht überhören kann.

    Nein, ich bin kein Klugscheißer
    nein, ich bin kein ………………
    nein, ich bin kein ……………….
    nein…….. 🙄

    Christian Antwort vom Februar 28th, 2011 14:38:

    Danke Margitta, Du hast mich soeben zum Lachen gebracht 😎

    Ça, c’est parler ma chère !

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:25:

    Ihr Stänker, ihr! Päh! *lautlach*

  • Steffen sagt:

    Du kommst aber auch auf Ideen….;-).

    Hat dich die Abenteuerlust gepackt??

    Ging ja glücklicherweise alles gut!

    Herzliche Grüße,
    Steffen

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:39:

    Liebes A-Hörnchen,

    bis auf das mulmige Gefühl war das eine geile Schlammschlacht mitten in der Pampa. 😀
    Ich hoffe, Dir geht es allmählich besser. *drück*

  • ultraistgut sagt:

    dazu noch ein Avatar !

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:40:

    Ja, das Monsteravatar war schon passend. 😉 Aber Dein Original gefällt mir besser. 🙂

  • Achtung Pienznaeschen:

    Wenn das Monster unterm Bett Dich doch bis heute verschont hat, dann fordere doch Dein Glück nicht heraus und sei alleine im Dunklen irgendwo in den Feldern unterwegs, irgendwann ist der Bogen auch mal überspannt. Kann Dein Mann nicht mal ein wenig auf Dich einwirken 😉

    Evchen Antwort vom März 1st, 2011 17:43:

    Mario beschreibt es schon treffend: Was sollte mir denn allein auf dem Feld passieren?
    Liebes, ich höre zwar nicht auf Dich, aber es tut gut, wenn sich jemand sorgt. Ehrlich. *klimper*

  • Anne sagt:

    Im Dunkeln in den Feldern? Find‘ ich gut! Monster halten sich erfahrungsgemäß eher in Städten, bevorzugt in öffentlichen, mäßig belebten Grünanlagen auf, weil sie dort eher mit menschlichen Opfern rechnen dürfen. Mitten in der Prärie sind sie selten anzutreffen.

    Zugestöpselt im Dunkeln über die Felder? Dazu haben Margitta und Christian schon alles gesagt! 😉

    Hals- und Beinbruch (und liebe Grüße natürlich)
    Anne

    Evchen Antwort vom März 4th, 2011 08:05:

    Anne, ich glaub` ich drehe den Spieß um. Wenn ich das Monster bin, darf ich auch Leuten nachlaufen, keuchen, stöhnen, ächzen und sie in den Wahnsinn treiben. Gute Idee, danke! *gnihihi*

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