(Lauf-)Leidenschaften

Mit meinem letzten Beitrag habe ich schon den halbherzigen Versuch unternommen, mich zu „outen“. Aufgrund der Reaktionen darauf habe ich aber gemerkt, daß das so nicht ankam.

Eigentlich weiß ich schon seit Beginn meiner Lauferei, wie ich ticke. Ich kenne mich ja mittlerweile ein bißchen. 😉

Ich bin ein Ehrgeiztierchen!

Wie sonst hätte es passieren können, daß ich mich bereits nach wenigen Tagen von meinem Laufvater anstecken lasse, an einem 10km-Lauf teilzunehmen?

Ich stand nach nur sieben Wochen Laufen überhaupt am Start und bibberte mir einen zurecht, aber ich stand am Start.

Danach hatte ich erst recht Blut geleckt.

Recht schnell fing ich an, mich bei 1-2-sports in Wettbewerben mit anderen zu messen und habe sicherlich den ein oder anderen Kilometer ausschließlich wegen einer besseren Platzierung noch drangehangen.

Würde jemand neben mir herlaufen und mich anschreien, ich soll schneller laufen, ich würde vor Gift heulen und mit den Zähnen knirschen, aber ich wäre schneller.

Seit November tigere ich unruhig umher, weil der Winter mich dazu zwingt, so zu laufen, wie es mir das Wetter vorgibt und nicht, wie ich es möchte.

Den nächsten offiziellen Lauf kann ich kaum erwarten, weil ich wissen will, ob ich mich verbessert habe und bis März ist mir eigentlich schon viel zu lange hin.

Der Schweinehund erwischt mich nur, wenn ich keine Ziele habe.

Das hat aber nichts mit Verrennnen, Überehrgeiz oder sonst negativen Beigeschmäckern zu tun und ich wehre mich dagegen, daß ich weniger Freude am Laufen haben soll als ein reiner Genußläufer.

Ich horche in mich hinein, mache nur das, was ich mir zumuten kann (das verläßliche Urteilsvermögen darüber muß wohl noch genauso wachsen wie die Umfänge. ;-))und ab und an bin ich eben auch ein hibbeliger Spring-ins-Feld, wie Margitta es nennen würde.

Und im Übrigen reden wir hier ja nicht über sportliche Höchstleistungen, sondern über das, was ich (vielleicht) kann.

So bin ich und so laufe ich und ich habe Spaß daran!




27 Responses to “(Lauf-)Leidenschaften”

  • Feuerpferdle sagt:

    Und genau das macht Dich aus… 😉 So von Ehrgeiztierchen zu Ehrgeiztierchen… 😉 Wichtig ist, wie Du schon geschrieben hast, in sich selbst hineinzuhorchen – und nur so zu laufen, wie Du es Dir selbst zumuten kannst. Dein Körper zeigt Dir, wo sich Deine Grenzen befinden… 😉

    7 Wochen nach Laufstart einen 10-km-Lauf? Wow, da bist Du ja noch verrückter als ich… 😉 Ich hab mir immerhin 9 Monate Zeit gelassen für meinen ersten HM… 😉

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 13:52:

    Letztes Jahr hielt ich das gar nicht für so verrückt. Ich konnte ja 10km am Stück laufen und das war doch die Meßlatte. Heute weiß ich, daß ich Glück hatte, daß meine Gräten das schon verkraftet haben. *unschuldigflöt*
    Aber mir ging es auch drei Tage danach dreckig.
    „Alles zu Deiner Zeit!“, der ist echt hängen geblieben. 😉
    Du tickst da sehr ähnlich und wer weiß….vielleicht laufen wir dieses Jahr wirklich mal noch was zusammen. 😀

  • ultraistgut sagt:

    Liebes Evchen, ich glaube, ich sagte es schon, wir werden von dir noch viele Überraschungen erleben, insbesondere, weil es in dir brodelt wie in einem Koch-Kessel, und wenn du erst losgelassen, dann wird sich die vermeintliche Konkurrenz ducken müssen. 59 Minuten für 10 Kilometer, da ist noch riesig viel drin, das ist erst der Anfang, denn du wirst dich rasch steigern, dessen bin ich sicher.

    Mein erster 10 km-Lauf endete mit 59 Minuten,
    der zweite schon mit 49
    und so etwas Ähnliches traue ich dir auch zu.

    Vorsichtsmaßnahmen erspare ich mir, ich würde zu gerne mal bei einem Wettkampf Mäuschen sein, dich beobachten und Freude strahlend im Ziel einlaufen sehen.

    Spannend, spannend, spannend

    Aber…………………..
    alles klar ?
    ok ! 😉

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 13:55:

    Liebe Margitta,

    laß es bloß nie sein, mir mal den Finger zu zeigen, bitte! Aber es ist auch schön zu lesen, daß Du Dich mit mir mitfreust, wenn die Pferde mit mir durchgehen und ich es einfach mal laufen lassen will. 😉
    Es wird sicherlich auch noch genug Zeiten geben, in denen ich auf meinen Körper horchen „muß“, aber die Phasen, in denen ich auf meinen Kopf hören darf, die sind es allemal wert, sonst pfleglich mit sich umzugehen.
    Alles klar! Danke! *kußzuwerf*

  • Bernd sagt:

    Du bist wirklich ein richtiges Ehrgeiztierchen. So wie Margitta schon sagt, da werden wir noch viele Überraschungen erleben. Ich bin gespannt was das Ehrgeiztierchen alles noch schaffen wird. 🙂

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 13:57:

    Es freut mich, wenn ich es schaffe, mich selbst zu überraschen. Die 100kg-Eva von vor einigen Jahren hätte es sich niiiiemals vorstellen können, 5,10,15,20 km am Stück zu laufen. Nie! 🙂

  • Steffen sagt:

    Liebstes Evchen,
    lass Dich gaaanz feste drücken, endlich hast Du es richtig vormuliert, genauso sehe ich Dich nämlich auch. Eine ambitionierte, blutgeleckte, ehrgeizige Läuferin, ja, das bist Du.

    Und ich sehe es wie Margitta, wir werden noch so manche Überraschung mit Dir erleben, ganz bestimmt!

    Was die sportlichen Höchstleistungen angeht, wer definiert das? Ist eine top Leistung „nur“ Platz 1,2 oder3 wie es uns immer die Presse und die Medien bei Meisterschaften suggerieren? Oder ist eine Spitzenleistung eher dann gegeben wenn jemand über sich hinaus wächst, mehr leistet als er jemals gedacht hat, er selbst also die Leistungsmesslatte definiert?
    Ich denke letzteres, gelle? Wenn dann noch eine Platzierung rauskommt umso besser, aber nur diese ist für mich keine Messlatte.
    Siehe Rodgau, jeder, aber wirklich jeder, der in diesem Jahr hier durchgekommen ist hat eine sportliche Höchstleistung vollbracht, jeder auf seinem Leistungsniveau.

    Nein, für mich zählen nicht nur die Zeiten und Platzierungen!
    Dies nur mal so am Rande erwähnt.

    Ich wünsche Dir weiter Spaß beim Laufen und vor allem bei dem WIE Du es machst.

    Und noch was, „Würde jemand neben mir herlaufen und mich anschreien, ich soll schneller laufen, ich würde vor Gift heulen und mit den Zähnen knirschen, aber ich wäre schneller.“…..am 02.10.2010 werde ich neben Dir laufen….und Dich antreiben, oh ja!!!!!

    Ein tolles, entspanntes und läuferisch erfülltes Wochenende,
    Steffen

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:12:

    Lieber Steffen,

    nur gemessen an mir… Wissen, was geht, aber auch ein klein wenig Demut lernen und die eigenen Grenzen akzeptieren. Im Moment freue ich mich einfach, daß noch keine Grenze in Sicht ist. 😉
    Daß Du es allerdings in Rodgau noch auf Dein ganz persönliches Treppchen geschafft hast, das darf ruhig Erwähnung finden und auch gefeiert werden, mein Lieber!

    Und wie ich euch brüllen hören will! Jawoll! *lautlach*

  • Würde jemand neben mir herlaufen und mich anschreien, ich soll schneller laufen, ich würde ihm eine in die Fresse hauen und aus lauter Trotz weil sich jemand anmaßt mir irgendwas vorzuschreiben EXTRA langsam laufen 😉

    Ja, ja…jeder Läuferjäck iss anners und das ist gut so!

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:13:

    Ja, seltsames Ding mit dem Anschreien das. *schulterzuck*
    Aber es zieht bei mir wie bei anderen der freie Kopf. 😉

  • An-Kas sagt:

    Ich freue mich, dass du so viel Spaß am Laufen hast und mit diesem Ehrgeiztierchen in dir so schnell so weit kommst!
    Ich selbst falle ja eher in die Kategeorie, die Frollein Holle gerade vor mir hier formuliert hat. Ich hätte es nicht besser über mich sagen können 😉
    Nur noch ein bisschen Geduld, der nächste Wettkampf kommt bestimmt 😉
    LG, Anke

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:16:

    Im Fernsehen lief mal ein Bericht über irgendwelche Muckimänner, die mit einem Tau einen LKW zogen. Die Jungs lagen quasi schon am Boden, waren lila im Gesicht und jede Sehne, jeder Muskel zum Zerreißen gespannt. Der Trainer kniet sich nur Zentimeter vom Gesicht eines jeden entfernt hin und brüllt: „Los! Komm! Zieh!“ Da kriechde ich Pipi in die Augen. Weiß der Geier, woher ich DIE Schrulle hab! Als ob ich nicht schon genügend hätte. 😉
    In Neuwied im Oktober sind noch Staffelplätze frei, gell? *schelm* Wollts nur nochmal angemerkt haben…

  • Marcus Krüger sagt:

    Wettkämpfe machen solchen Spaß. Ich muss mich da immer bremsen, nicht an zu vielen teilzunehmen und so das aktuelle Großziel zu gefährden.

    Gibt es in Deiner Nähe keine Winterlaufserie, an der Du Dich wettkämpferisch beteiligen kannst?

    Viel Spaß mit dem Leistungsmotiv.

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:17:

    Bisher dachte ich nicht, daß ich jetzt schon wieder fit genug bin (weil ich September und Oktober komplett pausieren mußte), um mir einen 10er zuzutrauen UND mich eventuell verbessern zu können. Mal sehen. Meien Augen kreisen öfter fiebrig durch`s Internet.

  • Hannes sagt:

    … eigentlich möchte ich gerade sagen, du seist inzwischen eine echte Läuferin geworden, vielleicht sogar „mehr“. Aber, das lasse ich lieber. Dann kriege ich von den Genussläufern eines auf den Deckel, sie als unwahre Läufer bezeichnen zu wollen. Zurecht.

    Aber irgendwie ist es eben meine Interpretation des Laufens, Spaß an Quälerei und Zielen. Ehrgeiztierchen. Ja, auch wenn du jetzt gerade aktuell nichts Weltbewegendes getan hast, lass dich drücken und dir gratulieren!: „siesgutesmädchen“

    Achso, und zu „Würde jemand neben mir herlaufen und mich anschreien, ich soll schneller laufen“:
    Geakuft!
    Such einen schönen Termin. Ich bringe dann auch die Taschentücher für deine Tränen mit 😉

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:24:

    Du glaubst doch wohl nicht, daß ich die Gifttränen noch mit Taschentüchern wegwischen würde? Paaaahahaa! Das Salz treibt mich nur weiter an! *prust*
    Es ist ein echt hübscher Gedanke, daß wir uns dieses Jahr wirklich mal laufend treffen. *indiehändeklatsch*

  • matbs sagt:

    Öhm.

    Ich fürchte, ich versteh´ diesen Eintrag nicht so ganz…

    Ist das jetzt sowas wie ´ne Rechtfertigung dafür, dass du läufst?

    Oder dafür, dass du so läufst, wie du läufst?

    Oder dafür, dass du im März eine Laufveranstaltung mitmachst (gut, das ist schon ziemlich schräg und unnormal, aber rechtfertigen muss man sich dafür noch nicht… ;))?

    Oder die läuferische Lebensbeichte (Wäre allerdings arg früh, die Meisten warten damit, bis sie ein paar Jährchen dabei sind… :D)?

    Falls ja: Warum (warum jetzt?)?
    Falls nein: Huh, was isses dann?

    Wirkt insgesamt alles so ein bisschen diffus und nabelschauig – was nicht schlimm ist, aber auch nicht wirklich dringend nötig, oder?
    Mach´ einfach dein Ding, ohne zuviel drüber nachzudenken, was du bist oder nicht bist, kommt dann schon von alleine raus.
    „Show, don’t tell“, wie es so schön heisst… 😉

    So, und jetzt raus mit dir und laufen gegangen.
    Und zwar schneller, du faules Aas, schneller, SCHNELLER, SCHNEL-LER!!!!!!

    😀 :D: D

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:27:

    Das mußt Du auch nicht ganz verstehen. *liebguck* Ab und an bin ich dann eben auch mal unverständliche Frau.
    Das ist keine Rechtfertigung, es ist ein „meiner einer meint…“, weil mein Blog auch Tagebuchfunktion hat und mich das gerade beschäftigte. Ganz simpel also.
    Heute habe ich mal was langsamer gemacht, dafür aber Strecke aufgezeichnet. 😉

  • Gerd sagt:

    So soll es sein!
    So mag ich Dich!
    Und so sollst Du auch bleiben!
    Du machst das schon.

    Und im Notfall gibt´s einen gemeinschaftlichen Anschiss! 😉

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:28:

    Ach, Du Knuddel! Mit „gemeinschaftlich“ meinst Du, daß Du Dich mit mir in die Ecke stellst, wenn wir beide es übertrieben haben und Margitta uns die verdiente (!) Schlappe erteilt? *frechgrins*

  • Melanie sagt:

    Hallo Evchen,
    das mit dem „EHRGEIZTIERCHEN“ wundert mich kein bisschen, Du weisst ja wann Steffen Geburtstag hat. Ihr seid beide „EHRGEIZTIERCHEN“.

    Viele Grüße Melanie

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:30:

    Ich muß zugeben, ihr habt mich auch ein bißchen angesteckt, zu mir und meiner Art zu stehen. Ihr betreibt das mit solcher Leidenschaft! Wenn ich mir davon nur ein Scheibchen abschneiden und verinnerlichen kann, dann bin ich zufrieden. Ja, Steffen und ich sind Ehrgeiztierchen und Steffen und ich mögen Skorpione. 😉

  • Es war Dir ein Bedürfnis das nochmal ganz klar zu formulieren, gell? Du bist goldig! 😉
    Und hey, klaro hast Du genauso viel Spaß wie ein reiner Genussläufer – warum auch nicht? Aber und das ist meine Angst, das wenn es zu viel Druck ist, der Spaß verloren gehen kann (nicht muss) und dabei vergesse ich gerne das wir in diesem Punkt so total verschieden sind. Aber (von aber) ich bin mir das Du das selber sehr gut im Griff hast wie viel Druck Du wann haben magst weil Eigentlich weiß ich schon seit Beginn meiner Lauferei, wie ich ticke. Ich kenne mich ja mittlerweile ein bißchen.

    Evchen Antwort vom Februar 21st, 2010 14:33:

    Ja, irgendwie war das noch unfertig und der Schuh paßte noch nicht. *verlegenguck* Du darfst mich auch weiterhin zum Insichhorchen mahnen und das dürfte längst nicht jeder und ich lege sogar Wert darauf. 😉
    Den Druck dosiere ich mir ja völlig selbst. Es gibt keine Person von außen, die mir etwas abverlangt. 🙂

  • Steffen sagt:

    Hi, das mit dem Ehrgeiz ist schon in Ordnung… ich finde, du könntest mal ein kleinwenig von deinem Geheimzielgeheimnis lüften.

    Evchen Antwort vom Februar 23rd, 2010 20:28:

    Nargfffff, ich weiß ned. Ich trau mich noch ned. *überleg* Vielleicht die Tage. *grübel*

  • […] ich ein Ehrgeiztierchen bin und gern auf ein Ziel hinarbeite, hatten wir ja schon […]

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