Fußtypen

Als Frau muß ich jetzt mal einem Klischee nachkommen. Ich schreibe über Schuhe! 😆

 Fördern Schuhe mit Absatz eigentlich eine gute Muskulatur oder schaden sie mehr? Egal. 😉

Also, so halb. Eigentlich erstmal mehr über Füße.

Jeder Fuß ist individuell, aber es wird bei Ratgebern etc. gern nach Fußtypen katalogisiert.

Da die meisten von euch schon genauso viel oder auch mehr darüber gelesen haben wie ich, reicht wohl die Kurzfassung.

Da sind:

 

Der Normalfuß-unauffälliges Gewölbe, gerades Abrollverhalten

Der Hohlfuß-zu hohes Gewölbe, Abrollverhalten nach außen

Der Senkfuß-zu flaches Gewölbe, Abrollverhalten nach innen

Man kann z.B. den einfachen Abdrucktest machen, um festzustellen, was für eine Art Fuß man hat; ein Blatt Papier, ein naßgemachter Fuß, draufpatschen, angucken und voila weiß man, wie man steht.

Bis dahin finde ich das auch noch sinnvoll.

Doch dann kommen die Laufschuhempfehlungen entsprechend der Fußstellung und da wird es m.E. verwirrend und oftmals einfach falsch.

So soll ein Mensch mit Senkfuß auch automatisch ein Überpronierer, also ein nach-innen-Einknicker sein. Und solche Überpronierer bräuchten folglich einen Schuh, der stark gestützt ist, damit der Fuß gerade geführt wird.

Ich habe schmerzhaft erfahren, daß das noch lange nicht immer zutrifft.

Bei mir ist es beispielsweise so, daß ich zwar einen Senkfuß habe und dadurch bei einer auf einem Bein stehenden Kniebeuge nach innen wegknicke, aber meine Fußmuskulatur (Danke nochmal, Sven! Durch Dich konnte ich da erst drauf kommen. :-)) scheint so gut zu sein, daß ich das ganz ohne Stützen, Einlagen oder sonstige Hilfmittel augleiche und gerade laufe. Ein Neutralschuh reicht also völlig.

Diese „Zuordnung“ mag ich nicht generell verteufeln. Meine bessere Hälfte wiederum hatte Glück. Er kommt mit dem allerersten Schuh nach der simpelsten Beratung sehr gut zurecht.

Aber sollten Hersteller/Berater/Ratgeber nicht viel eher zumindest auf zweierlei eingehen; also auf das Fußgewölbe UND das Abrollverhalten?

Eine richtige Analyse wäre wohl die beste Lösung, aber ich behaupte mal, daß die wenigsten Laufanfänger überhaupt wissen, daß es so etwas gibt, geschweige denn sich trauen, das in Anspruch zu nehmen. Zumindest ging es mir so.

Anm. an Docrunner: Ich habe nur der Verständlicheit halber das Wort Abrollen verwendet. Frei nach Dr. M. wäre Auftreten wohl richtiger.

19 Responses to “Fußtypen”

  • Indy sagt:

    Oha…früher hieß es ja mal, dass Laufen der einfachste und billigste Sport sei – wenn man ehrlich ist, ist Laufen nicht so einfach…

    Früher: Schuhe nehmen, anziehen, laufen, fertig
    heute: erst Fußanalyse machen, ggfs. Doktor aufsuchen wegen Einlagen, stundenlange Kaufberatung mit Laufbandtest etc., Trainingslektüre sichten, Pulsmesser kaufen und anlegen, Ruhepuls ermitteln, max HF ermitteln und dann starten…

    (etwas übertrieben, aber so ähnlich ist es ja mittlerweile)

    Alles sinnvoll, aber etwas „traurig“, oder?

  • ultraistgut sagt:

    Da muss ich Indy voll unterstützen, heutzutage wird viel zu viel Theater wegen der Schuhe gemacht, in meinen Augen reine Verkaufsstrategie. Wie Indy sagte, man hat einen Schuh gekauft – ist damit gelaufen – aus die Maus, und ich sage dir, es ging, sogar als ich in meinen Anfängen mit stink normalen Männer-Laufschuhen unterwegs war.

    Heute weiß ich, dass ich Neutral-Schuhläuferin bin, hatte so gut wie nie Probleme mit Laufschuhen, meist sind die vermeintlichen Probleme in meinen Augen eher auf die Gewöhnung des Körpers auf sportliche Betätigung überhaupt zurück zu führen, soll heißen, dass gut Ding Zeit benötigt, besonders die Umstellung des Körpers auf plötzliches Du-musst-dich-jetzt-Bewegen-und-zwar-oft-gleich-von 0-auf 100″ . Das vertragen weder Muskulatur, noch der gesamte Knochenapparat.

    Es kann nicht sein, dass plötzliche Verletzungen nur auf das Schuhwerk abzuwälzen sind.

    Empfehlenswert für Füße, besonders in den Anfängen der Lauf-Karriere Fuß-Übungen, barfuß gehen, wo immer es geht, auf den Zehen, auf den Fersen, schräg auf der linken Seite, auf der rechten Seite, damit der Fuß still gelegte Muskulatur wieder aufbauen kann.

    Dann – so glaube ich – ist es letztendlich egal, welchen Laufschuh du trägst.

    Das alles aus meiner Erfahrungskiste.

    P.S. Schuhe mit Absatz schaden wohl auf Dauer den Füßen mehr, als dass sie Muskulatur aufbauen würden.

  • trailfüchsin sagt:

    Hihi,

    habe ich Dich schon angesteckt? 😉
    Ich laufe mittlerweile gut neun Jahre, habe einiges an Erfahrungen mit Laufläden, Schuhverkäufern, Einlagen nein/doch, Therapeuten, Ärzten und und und… machen müssen. Eines kann ich Dir jedenfalls sagen: Laufanalyse, Theorien hin oder her; nur DU stehst auf DEINEN Füßen und DU musst fühlen( lernen), was DIR gut tut und was nicht. Und behandele Deine Füßchen ja gut! *zeigefingermodus*

    LG Moni

  • sandra sagt:

    Klar, es wird viel „tamtam“ ums Laufen gemacht, besonders was die Füße betrifft. Einerseits find ich es gut, daß man gut beraten wird, besonders als Anfänger. Andererseits finde ich auch, daß man auf seinen Körper, Füße hören sollte. Wie du weißt, trage ich auch Einlagen und bin am Anfang mal mit mal ohne gelaufen um zu probieren wie ich mich am besten fühle. Die Einlagen haben gewonnen 🙂

    Hoffentlich kannst du bald wieder loslaufen, Herzi 🙂 Ich wünsch dir immer noch ne gute Besserung.

    Lg Sandra

  • Kai sagt:

    Darum ist eine Laufschuhempfehlung nur nach Fußtypen auch einfach Schwachsinn. Ein Fachhändler muss sehen wie du in dem Schuh läufst.

  • matbs sagt:

    Am besten nicht drüber nachdenken – einmal im Jahr, wenn das alte Paar zwischen 1500 und 2000 km runtergerissen hat und ersetzt werden muss, geht man halt in den Schuhladen, zeigt denen die alten Treter, lässt sich standartmäßig laufbandanalysieren, und kriegt dann irgendwelche Neuen verkauft, die nach spätestens zwei oder drei Wehwehchenwochen eingelaufen sind.

    Klappt zumindest bei mir immer ganz gut…

  • Was ein Thema 😉 Mich hat das alles super verunsichert mit den Herrenschuhen weil Damenschuhe zu klein waren/sind und den stabilen und was weiß ich alles Schuhen … verunsichert mich heute noch ud ich bin froh, wenn ich einen Schuh habe der sich gut anfühlt (und Schuhe kann frau ja nie zuviel haben 😉 )

  • An-Kas sagt:

    Hm, dabei fällt mir ein, dass ich einen Termin im Laufschuhladen meines Vertrauens machen wollte…
    Danke für den Hinweis!
    Ich bin übrigens auch überzeugte Einlagen-Trägerin. Dabei frage ich mich manchmal, ob man zusätzlich zu den Einlagen dann auch noch gestützte Schuhe braucht, oder ob die Einlagen das alleine „regeln“… Ich werde mal versuchen, dass bei meinem nächsten Schuhkauf in Erfahrung zu bringen.
    LG, Anke

  • Ich habe jetzt noch nicht die Kommentare der anderen gelesen, aber es ist schon Irre was heutzutage für eine Wissenschaft aus allem gemacht wird. Zu DDR Zeiten habe ich mit einfach Stoffturnschuhen mit Gummisohle begonnen und bin auch ins Ziel gekommen. Heutzutage gibt es angeblich für jeden Fuß den richtigen Laufschuh und über die Preise brauchen wir erst garnicht zu sprechen. Lustig daran – meist soll man mit den Schuhen nicht mehr als 600 – 800 Kilometer laufen, denn danach soll die Funktion verloren gehen.

    Ich bin auch angeblich Überpronierer, nur komme ich genau mit solchen Schuhen überhaupt nicht klar, mein Knie könnte Geschichten erzählen. Die besten Laufschuhe sind richtig Alte, jedenfalls laufe ich damit am liebsten und meine Knochen und Gelenke mögen die auch.

  • Christian sagt:

    Liebe Eva,
    lustig, dass Du extra an mich adressiert eine Fussnote verfasst hast, ich bin doch kein Orthopäde 😉 Mit Füssen kenn ich mich doch gar nicht aus 😉

    Ich kann Dir aber nur Recht geben und Margitta trifft es auf den Punkt. Die meisten Menschen sind Neutralschuhläufer und wieviel Dämpfung man braucht sollte man selbst ausprobieren und entscheiden.
    Dieses Überpronierer-Gehabe ist in erster Linie Marketing, sinnvoller ist meist eine richtig gute Einlage, wenn Fussprobleme bekannt sind oder sich entwickeln. Das ist meine Meinung, keine medizinisch anerkannten und wissenschaftlich doppel-blind getesteten Studienergebnisse 😎

    Salut

  • Christian sagt:

    Dazu hab ich im Buch von Marquardt einen interessanten Bericht gelesen. z.B. das Schuhe verschiedender Typen mit gleicher Sohle ausgestattet werden. Verarsche am Kunden.
    Ich denke das die Entwicklung weitergeht hat nicht nur Nachteile. Sonst wären wir immer noch in unseren Pferdekutschen unterwegs. Aber ich muß nicht jedem Trend hinterherlaufen. Auch wenn ich mittlerweile laufen kann. 😉

  • Simone sagt:

    Über Laufschuhe urteilen, dass traue ich mir nicht zu. Ich denke einfach, der Schuh muss einfach zu jedem Einzelnen passen und darf nicht drücken oder sonst was.

    Was die Fußtypen angeht, da kann ich allerdings so einiges sagen. Da ich mich seit letzter Woche „Fachfußpflegerin“ nennen darf und wir in der Schule in einer Woche 183 paar Füße (18jährige bis 70jährige) beurteilt und bearbeitet haben, kann ich nur sagen –> unter diesen 183 paar Füßen war nur ein einziges gesundes paar Füße (und das waren meine *grins*). Alle anderen hatten was, waren z.B. Senk-, Platt-, Hohl- oder Spreizfüße usw., hatten Zehenfehlstellungen, Druckstellen von Schwielen bis … Ich fand es jedenfalls erschreckend, dass so gut wie niemand einen gesunden Fuß hat Und wenn ich mir dann noch überlege, dass unsere Füße uns im Laufe eines Lebens ca. 180.000 km (also rund 4x um die Welt tragen), denke ich, dass man ihnen auch mal was Gutes tun darf. Das soll jetzt keinerlei Kritik oder Wertung sein, sondern einfach mal ein Bericht über eine Woche Marathon-Fußpflege-Training 🙂 und das wir auf unsere Füße achten sollten.

  • Gerd sagt:

    Wenn man keinerlei Probleme mit dem Laufapparat hat muss man froh sein. Die meisten Anfänger haben aber auch noch mit erheblich „zuviel“ Gewicht zu kämpfen. Also ist am Anfang immer ein bisschen antesten angesagt.
    Wenn man Probleme hat hilft eine „gute“ Beratung. Leider nicht ganz so einfach zu finden.
    Im Laufe der Zeit wird man genau wissen, ob man einen Schuh laufen kann oder nicht. Ich habe das große Glück Neutralschuhläufer zu sein, trotzdem passt nicht jeder Schuh zu mir.

  • Saba sagt:

    Ich hab auch ganz normale Füße – Glück gehabt. 🙂

    Aber vielleicht sind sie auch einfach nicht besonders gequält worden: ich hab immer nur passende Schueh an, noch niemals Hühneraugen oder andere Beschwerden (okay ab und zu gabs mal ne Blase) gehabt und sie dabei noch nicht mal besonders verhätschelt.

    Zuhause laufe ich mein ganzes Leben lang barfuß – und ansonsten trage ich schon seit ich ca. 16 Jahre alt bin, fast nur Westernstiefel – immer sehr gute, immer Leder, immer schwarz 😉

    Die kleinen Ausnahmen gibt es hier n meinem Schuhschrank: http://sabas-welt.blogspot.com/2009/10/thema-schuhschrank.html

    Schönen Sonntag!

  • Evchen sagt:

    @Gregor: Es gibt ja die Spezies Läufer, die gern in Schnickschnack investiert und es quasi als zusätzliches „Beihobby“ sieht. Wo ich mich sehe, weiß ich noch nicht, aber Pulsmesser etc. stören mich. Bisher halte ich es also einfachst möglich.

    @Margitta: Aber sind nicht vielleicht unsere Zivilisationsfüße oftmals einfach nicht mehr gesund genug, um das allein hinzubekommen(nicht meine Meinung, nur eine Frage nach Deiner Sicht)? Ich für meinen Teil glaube Dir und sehe es auch ähnlich. Deshalb versuche ich mit so wenig „Zusatz“ wie möglich auszukommen.

    @Moni: Ja, vielleicht. *lach* Aber woher nimmt man die Erfahrung, wenn man noch keine hat? *grübel* Meine Füße haben ordentlich an Stellenwert zugelegt, seit ich laufe. 😉

    @Sandra: Meine Einlagen vertrage ich auch sehr gut, aber Farmin Gorerunner hatte mich sensibilisiert, daß die Fußmuskulatur dadurch nicht unbedingt stärker wird. Deshalb laufe ich nur damit, um zu regenerieren. Hach, danke für Deine lieben Wünsche, Schneggie. 😀 Es wird Zeit! Ich hab keine Lust mehr auf Nixtun. *seufzsäusel*

    @Kai: Stimmt. Aber erstmal einen guten Berater finden. Ich hatte in ein und demselben Laufladen derart unterschiedliche Beratungen…

    @Matthias: Meine Füße zwangen mich darüber nachzudenken. 😉
    Ich tendiere aber auch zu Deinem…. Laufminimalismus und fühle mich wohler, je weniger ich mir Gedanken um das Drumrum machen muß und laufen kann.

    @Julchen: Verunsicherung, so kann man es nennen. Immerhin habe ich jetzt ein Paar Laufschühchen, das zu mir paßt und das werde ich so oft nachkaufen, wie es nötig ist. Und da frau niemals genug Schuhe haben kann, habe ich mir gerade gestern ein weiteres gegönnt. 😀

    @Anke: Bitte bitte. Denn ma husch. 😉 Mein Tip: Never change a running system. Mir haben diese für mich steinharten Pronationsklumpen mehr geschadet als genützt.

    @Heiko: Zu viel Werbebotschaften, Verkaufstricks, Schön- oder gerade Schlimmredereien etc. gibt es in jeder Branche. Vielen macht es ja auch durchaus Spaß sich ein wenig mit Konsum zu befriedigen (ich schließe mich da nicht aus), aber es stimmt: auch beim Laufen ist weniger oft mehr oder weniger würde es allemal genauso gut tun.

    @Christian: Nee nee, mit der Fußnote habe ich auch keineswegs den Arzt in Dir ansprechen wollen, sondern die laufbegeisterte Leseratte. Ich weiß ja, daß Du Marquardt auch „magst“ und deshlab dieser Schmankerl. 😉

    @Krümel: Du, als Techniker, nicht jedem Trend hinterherlaufen? Ok, vielleicht nicht hinterherlaufen, aber kennen schon. *frechbin* Ich gebe Dir aber auch völlig recht. 🙂

    @Simone: Auf meine Füße gebe ich mittlerweile vielleicht nicht besonders, aber zumindest mehr Acht. Sie bekommen jetzt immer brav ein bißchen Pflege zusätzlich.
    Und (das ist für mich tatsächlich eine wichtige Änderung) ich betrachte sie nicht mehr als häßlich. Danke für Deine Erzählung. Ich finde das sehr spannend! 🙂

    @Gerd: …und bis ich mal wußte, daß ich auch besser mit neutralen zurechtkomme…und mit schmal geschnittenen Herrenschuhen und….
    Ja, genau! Und viele Dinge lernt man leider auch erst durch die Negativbeispiele.

    @Saba: DAS ist ja mal hammer! Ich glaube (Simone wird das sicher bestätigen), daß ganz wenige Menschen soooo gute Füße haben wie Du. Aber Westernstiefel? Also…nur? Es gibt schon sehr gute, aber ich mag die Abwechslung. Im Übrigen können sich Deine Beine sehr gut sehen lassen und in Pumps gerade nochmal. Holla! Chic chic, Madame Saba! *durchdievorderzähnepfeif*

  • Martin sagt:

    Ummpf, irgendwie bin ich froh „Normal(Neutral)fußläufer“ zu sein. Aber ich hatte auch kaum Proleme bisher. Die einzigen die Probleme machten, waren meine ersten Asics Kyano, da bekam ich nach 8km schöne Achillesprobleme.
    Aber wenn du heute die Beschreibung der Schueh liest und was sie so alles können, meint man gerade die würden von alleine laufen können.

  • Evchen sagt:

    @Martin: Für viele, die sich gern Läufer nennen würden, aber nix dafür tun wollen, wäre das sicherlich eine Lösung, wenn die Schuhe selber laufen können. *blödel*

  • Saba sagt:

    Das Modell „Selbstläufer“ gabs doch schon mal: Siebenmeilenstiefel http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenmeilenstiefel hiessen die *g

    Und danke für das schöne Kompliment 🙂

  • Evchen sagt:

    @Saba: Oh, die sind auch gut! *giggel* So ein schönes Kompliment bekommt man von mir auch nur, wenn ich es so meine. Meine Diplomatie läßt mittlerweile zu, daß ich sonst nichts dazu geschrieben hätte. 😉 Wie z.B. bei Deinen Zahnthemen. Ich hab doch so Schiß. *uhuhu* 😛

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