Betonbeine

Endlich mal eine Woche, die so richtig schön scheiße war! Das wurde ja auch mal Zeit. Wenn man nämlich ständig drüber nachdenkt, baut sich eine Angst auf und auf und türmt sich und booooah….man ist regelrecht erleichtert, wenn eine selbsterfüllende Prophezeiung eintrifft. <Blödsinn!

Diese Woche durfte ich die Bekanntschaft mit Betonbeinen machen.

Nach dem letzten langen Lauf in der vergangenen Woche ging es mir noch genauso wie die Wochen vorher -gut- und frohgemut trabe ich Dienstagmorgen los, doch nichts geht. Die Beine haben ihre Muskelgeschmeidigkeit gegen zehn Jahre gelagertes und gut abgehangenes Autoreifengummi getauscht.

Das Opfer dieser Woche: ein lockerer Lauf. Damit die Haxen Zeit haben, sich zu erholen, habe ich die geplanten Läufe so weit nach hinten geschoben, wie es geht und mit größtmöglichem Abstand gemacht. Dann blieb gestern noch ein Lauf und ein recht enges Zeitfenster, das mir zwei aufeinanderfolgende Gewitter bescherte. Also nix mit laufen und somit mein erster ausgefallener Lauf seit meine Lauferei die Überschrift „Marathontraining“ trägt (und das nur aus eigener Zeitmanagementblödheit und nicht verletzungsbedingt Anm. d. M.).

Heute habe ich mir dann den Wochenfrust mit dem geplanten Tempodauerlauf rausgelaufen. Die Beine sind immer noch schwer, aber das war dem Kopf egal. Das hat so richtig gut getan und immerhin bleibt als Wochenfazit: auch wenn die Beine mal nicht mehr wollen, der Kopf kann!

Heute ist Halbzeit meines Trainingsplans und bisher läuft es doch insgesamt ganz ordentlich.

T-Minus 55 Tage.

32 Responses to “Betonbeine”

  • ultraistgut sagt:

    “ Auch wenn die Beine mal nicht mehr wollen, der Kopf kann! “

    Ein kluger Satz, den du noch öfter brauchen wirst, speichere ihn an einem sicheren Ort ab, sichere ihn zusätzlich, damit er dir immer zur Verfügung steht, wenn du ihn brauchst, dann kann eigentlich nix passieren !

    Halbzeit – gute Zeit – Gruß an die Betonbeine, es wird nicht das letzte Mal sein ! 😉

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 17:53:

    Ja, ich glaube auch, daß das ein wichtiges Puzzelteil war, zu erkennen, daß ich auch nach für mich vielen Kilometern noch kann. Jetzt wäre es nur noch fein, wenn ich das auch beim Marathon im Kopf abrufen kann. Wir werden sehen. 🙂

  • Laufhannes sagt:

    Ganz normal. Das passiert. Und muss.

    Bisher ein ausgefallener Lauf, da träumen andere von 😉

    Auf in die zweite Halbzeit!

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 17:54:

    Die zweite Halbzeit startet schon mal manierlicher und die Beine sind nicht mehr so betonhart. Außerdem würde ich nie glauben, es sei genug gewesen, wenn ich nicht mal fühle, daß es genug ist. 😉

  • Raus aus der Komfortzone! So soll es sein!

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 17:56:

    Laufen ansich ist doch schon abseits der Komfortzone. Dachte ich mal, bevor da „26km“ im Trainingsplan standen. Ähmja.

  • Anne sagt:

    Hat ja keiner behauptet, ein Marathontraining sei ein Kindergeburtstag! 😉 Du machst das ganz prima bisher. Der Kopf spielt mit, dann werden auch die Beine wieder folgen!

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 17:57:

    Was den Beinen Beton ist dem Kopf Balsam. Es gibt Selbstvertrauen, aber glauben tue ich noch lange nicht dran. Hoffen, ja. 🙂

  • Ach Süsse, das muss auch mal sein wobei die Frage für mich eigentlich bleibt was mal sein muss? Du hast es wunderbar gemeistert zumal eben nicht alles monstergrün und fluffig sein kann.

    Auf einem anderen Blog hab ich gestern auch -55 gelesen ( da wars ein Hochzeitscountdown 😉 )

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 17:59:

    Wenn man Marathon WILL, dann MÜSSEN auch mal Betonbeine sein, doch doch, paßt schon. Ein Hochzeitscountdown, soso. Bin ich froh, daß ich mir für dieses Jahr schon einen Countdown ausgesucht habe. Meinem Zähltick käme es nicht zu Gute, in einem ungeraden Jahr zu heiraten, nee nee. 😉

  • Blumenmond sagt:

    Die da oben haben schon alles geschrieben, was ich klugscheißern wollte. Kopf hoch und durch!

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:00:

    Kopf hoch is dann nicht, währenddessen. Aber hinterher umso mehr.

  • Laufline sagt:

    Endlich mal eine Woche, die so richtig schön scheiße war! Das wurde ja auch mal Zeit. Wenn man nämlich ständig drüber nachdenkt, baut sich eine Angst auf und auf und türmt sich und booooah….man ist regelrecht erleichtert, wenn eine selbsterfüllende Prophezeiung eintrifft.

    Genau so ist es! Und gut ist es obendrein. Denn nun hast Du die Prophezeiungserfüllung hinter Dir, bist bissig und noch nicht mal Beton steht Dir in den nächsten acht Wochen im Weg.

    Alle in Deckung, das Monster kommt!!

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:02:

    *rarrrarr* Das trifft es. Der Beton ist unter die Fußmatte gekehrt und die Hufe scharren schon wieder darauf herum.

  • Saba sagt:

    Der Kopf kann – DAS sollte wirklich eingraviert und um den Hals gebaumelt werden 😉

    Betonbeine kann ich sooo gut nachfühlen – die hatte ich heute auch, Die 25 km vom Sonntag stecken wohl doch tiefer als ich dachte. Der Regenerationslauf am Dienstag war harmlos, und der kurze am Donnerstag ging so – aber heute war Ende. Was als 10-km-Lauf angelegt werden sollte, verreckte unterwegs zu nem „Slow Jog“ wie mein Garmin das zu nennen die Frechheit besaß. *grmpf.

    Ansonsten kann ich mich Zickline nur anschliessen, weissebescheid 😀

    Laufline Antwort vom August 7th, 2011 20:15:

    Abklatsch!

    Saba Antwort vom August 7th, 2011 20:56:

    😀

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:03:

    Sabalein, Sinalita, die Betonbeine hamm wa uns ja auch verdient! Also, ich hab sie genossen und ihr? *muah*

  • Martin sagt:

    Betonbeine sind geradezu ein Muss in der Vorbereitung ! 😉 Wie sonst soll man denn seine Grenzen erkunden? Hast gut gemacht und wenn es hilft, mache ich dich noch kurz vorm Start ein bisschen frustig 🙂

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:04:

    Kurz vor`m Staaart? *quietsch* Martin, Du hast echt sadistische Tendenzen. Du kriegst ja selbst Monster klein. 😛

  • Volker sagt:

    Woher weißt Du bloß wie geschmeidig zehn Jahre altes gut abgehangenes Autoreifengummi ist?

    Wünsche Dir für die zweite Trainingshälfte geschmeidige Waden und jederzeit gute Fahrt mit nicht allzu alten Reifen 🙂

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:06:

    Durch Drucktest. Ähä. Als Jungerwachsene hatte ich durchaus Autos, die….äh….also, es gibt Länder, da sind die noch gut! Und wenn Du da mal mit dem Daumen in einen Reifen versucht hast zu drücken-so in etwa hat es sich angefühlt, wenn ich in meine Waden gedrückt habe. *brösel*

  • Pierle sagt:

    Braves Monster 😉

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:07:

    Meistens schon. Ziemlich brav, recht diszipliniert, meistens vernünftig, häufig bedacht und vorausschauend-Du merkst, Marathonvorbereitung ist spannend. *gähn*

  • -timekiller- sagt:

    Hallo Trainingsschwester,

    na, da bin ich ja beruhigt, ich scheine mich gerade im selben Stadium zu befinden.

    Grüße -timekiller-

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:08:

    Jetzt haben wir erstmal Erholung, danach werden ein letztes (elend langes) Mal die Zähne zusammengebissen und dann… Holla die Waldfee!…sind sie losgelassen!

  • Christian sagt:

    Liebe Eva,

    das liebe ich an Trainingsplänen und deshalb habe ich keinen 😉 Ausgefallene oder verpasste Läufe existieren nicht und Betonbeine auch nicht, Tempo runter und weiter….so mach ich das.

    Du schaffst das trotzdem und ein ausgefallener Lauf macht noch kein DNF aus, also lass es weiter so laufen, ich bin überzeugt Du erreichst Dein Ziel und das meine ich wirklich Ernst, was ich früher immer gemacht habe, wenn die Beine schwer waren, war, dass ich mir vorgestellt habe, dass es keinen anderen Weg gibt wieder nach Hause zu kommen, als ganz schnell zu laufen und es hat fast immer funktioniert, aber sags nicht weiter 😉

    Salut

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:11:

    Jaja, ich schmunzele ja (manchmal) selbst über mich und mein Trainingsgeplanlaufe. Daß ich mich für diese Art der Vorbereitung entschieden habe, heißt nicht, daß ich den selbstironischen Blick darauf verliere. Du bist also auch mit Gefrotzel dazu herzlich willkommen. 😉
    Mir hat der eine sausengelassene Lauf auch gut getan und diese Woche sind die Beine wieder gut. Danke für Deine Zuversicht! Die tut gut.

  • Steffen sagt:

    Och so ein bissel Monsterbeton ist doch gut, das sorgt für stabile Vorbereitungsverhältnisse ;-)!!!

    Nee, im Ernst, sieht alles gut aus und ohne etwas „Schmerz“ keine wirkliche Verbesserung! Denk immer an das Ziel, das hilft!!

    Herzliche Hörnchengrüße,
    Steffen

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:13:

    Ach, stabil ist also gleichzusetzen mit stahlhart und unbeugsam? Wenn ich DAS vorher gewußt hätte! *blödel*
    Paßt schon. Die letzte schwere Woche hat den Kopf nur stärker gemacht, läßt mich aber auch immer mal wieder innehalten und mich hinterfragen. Das ist schon gut so. Panik bekomme ich nur, wenn ich an die Taperingphase denke! Ich weiß, daß sie wichrtig ist und gut tut, aber es ist Horror für den Kopf! *grusel*

  • Christian sagt:

    Marathontraining ist hart, aber das macht doch gerade den Spaß, oder nicht? Nicht aufgeben ist halt einfach die richtige Devise 😉

    Evchen Antwort vom August 12th, 2011 18:15:

    Bisher ist der Kopf erstaunlich ruhig und gut bei der Sache. Ich neige zum Verrücktmachen. Mein Körper scheint es gut zu verkraften. Wir werden sehen. Bis jetzt bin ich cool und konzentriert. Danke Dir. 🙂

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.