dunkel, doch nicht finster
Posted By admin on 10. November 2009
Heute war es also so weit. Mein allererster Lauf im Dunkeln.
Verwegen, wie ich nun mal gern vorneweg presche, wollte ich auch im Winter allein loslaufen. Mein Freund macht sich aber so seine Gedanken, was einer Frau alles passieren könnte. Und ich habe eine Neigung von den Laternen weg zu laufen. Ich bin doch keine Motte!
Also haben wir jetzt eine holprige Zweckgemeinschaft, was das Laufen angeht. Holprig nur deshalb, weil wir in puncto Körpergröße, Schrittlänge und Geschwindigkeit/Distanz nicht gut harmonisieren. Aber wer weiß, vielleicht ist das jetzt mal eine gute Gelegenheit, sich an die Laufart des Anderen zu gewöhnen.
Als ich nach der Arbeit heimkam, hatte er sich schon warm gelaufen und ich hatte gefühlte 5 Sekunden, um Tasche,Mantel, Pullover, Jeans, Schmmuck und Klackklacks gegen Tight, Shirt, Weste, Uhr, Haargummi und Laufschuhe zu tauschen. Die tatsächliche Zeit hätte man ruhig mal stoppen können als Gegenbeweis für das Klischee , daß Frauen immer so lange brauchen.
Los geht`s. Nach einer kurzen Debatte, ob Straßenlaternen auf meiner Hausstrecke stehen, biegen wir links ab, raus aus der Wohnsiedlung. Die Beleuchtung reicht nur in etwa bis zur Mitte des bekannten Weges. Patt.
Aber es ist nicht wirklich dunkel. Das ist es um eine Stadt herum nie. Dieses diesig-milchig-rosa-orange Gewaber herrscht vor. Ich schaue runter auf meine Schuhe und jetzt endlich erkenne ich den Sinn darin, daß es die oft nur in hellen Farben gibt: ich sehe meine Füße! Ha!
Den zweiten Teil unserer geplanten Strecke absolvieren wir dann auf der gewohnten Strecke meines Freundes. Durch die Stadt, durch das Wohngebiet. Ich mag das eigentlich nicht sonderlich, aber heute mußte ich mir eingestehen, daß ich dadurch zusätzlich noch eine ganz andere Vorliebe befriedigen kann: Fenstergucken!
Ich liebe es, wenn ich bei anderen reinsplinsen und sehen kann, wie sie wohnen und ganz besonders reizvoll wird es, wenn der ganze Weihnachtsschnickschnack glänzt und funkelt und leuchtet.
Solange es trocken ist, ist laufen im Dunkeln also gar nicht so schlimm. Der Winter kann kommen.


Bei meinem letzten reinen Nachtlauf hab´ ich mir ´nen Bänderriß geholt.
Womit der empirische quasischonfasteindeutige Beweis erbracht wäre, dass Nachtlaufen total gefährlich ist.
Also Vorsicht: Wenn die Sonne erstmal weg ist, ist das ist eine Todesfalle da draußen!!!
Selbst wenn man seine Füße sehen kann!
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Eigentlich bleibt einem im Herbst und Winter gar nichts anderes übrig.
Eine Stirnlampe kann ich noch empfehlen.
Und hör nicht auf Matthias. Wenn der ein bisschen langsamer machen würde und nicht immer in der Wildniss laufen müsste, könnte er auch im Dunkeln ein paar Kilometer drehen!
[Antwort]
“Weihnachtsschnickschnack”???? HALLOOOOO … wir haben November …
Ne, vor dem 1. Dezember mache ich mir keine Gedanken über Weihnachten – basta. Also weg hier, bäh, ne, hör mir auf.
Abgesehen davon: ein guter Kompromiss. ;P
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Hallo liebes Evchen,
als erstes freut es mich zu lesen, das ihr, genau wie wir, gemeinsam gelaufen seid, geht doch!! Die Gedanken Deines Freundes kenne ich doch irgend woher, so von wegen Frau alleine im Dunkeln auf verlassenen Wegen und so, geht mir auch immer so!
Und mach Dir keine Sorgen, mit etwas Übung harmoniert Ihr beiden beim Laufen garantiert vorzüglich!
Weihnachtsschnickschnack…im NOVEMBER??? Hm, ist vielleicht schon am 24.11. Heilgabend, haben die aus Kostengründen das Jahr auf 11 Monate gekürzt? Hab nix mitbekommen….
Egal, auf alle Fälle kann ein Lauf auch in der Dunkelheit so richtig Spaß machen und Du hast wirklich recht, im Umkreis einer Stadt ist es eigentlich hell genug, nur ein blinkendes Armband vom Aldi ziehe ich an, einfach um besser gesehen zu werden, viel Sicherheit für wenig Geld.
Na dann mal weiter so, freue mich auf weitere schöne Berichte!
Ganz liebe, vorsichtshalber schon einmal weihnachtliche Grüße (man weiß ja nie…),
Steffen
[Antwort]
Erst einmal freue ich mich sehr, dass du wieder laufen kannst, dann freue ich mich noch mehr,deine lebhaften Berichte lesen zu können.
Schuhe – vergiss’ es in dieser Jahreszeit, schau’ einfach nicht hin, außerdem ist es vollkommen unwichtig, wie die aussehen, Hauptsache, es läuft.
Mit Männern zu laufen, ist im allgemeinen schwierig, weil sie meist , wie du selbst schreibst, eine andere Schritt-Frequenz haben und auch schneller laufen möchten als Frauen, man oft hinterher hinkt, und die Lust verliert.
Besser ist es -aus meiner Erfahrung heraus – seinen eigenen Rhythmus zu laufen, sozusagen zwanglos.
Nein, ich will dir nix ausreden, es kann auch zu zweit sehr viel Spaß machen, nur ist es in den meisten Fällen so, dass sich die Frau dem Mann anpasst und nicht umgekehrt.
Ich freue mich rieisig darüber, dass du wieder mit laufen kannst, dennoch, gut aufpassen, gell ?
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jaaa! Das macht mir auch total Spass bei anderen in die Bude zu stieren
Im Ernst, ich finde das echt interessant.
Mit dem Nachtlaufen, hm, im Lauftreff sind wir immer in der tiefsten Pampa auf asphaltierten Feldwegen gelaufen und das ging immer gut. Kann sich ein “Aussenstehender” auch nicht vorstellen. Aber generell habe ich alleine, da draussen, im Dunkeln viel zu viel Angst.
Wobei….. ich könnte ja wegrennen
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Danke, was für ein erfrischender Bericht
Ich mag es sehr die Schuhe leuchten zu sehen, das gefällt mir und wünsche Dir, das ihr beiden einen guten gemeinsamen Nenner finden könnt. So habt ihr ihn ja, daran zweifle ich überhaupt nicht und bin mir mehr als sicher – aber beim Laufen ist das immer noch so eine andere Sache mit den Männern
Ich finde es aber sehr sehr süß das er Dich nicht allein laufen lässt – da geht mir ja wieder das Herz über *winkanDeinenHerz-Mann*
Ich ziehe daraus, ich bin eine Motte (ich laufe nur wo Laternen sind) und werde nicht so sehr geliebt wie Du (weil mann mich allein laufen lässt im Dunklen)
[Antwort]
Das halte ich jetzt aber für eine steile These mit den Laufschuhen in grellen Farben, damit man im Dunkeln seine eigenen Füße sieht. Ist es nicht so, dass die traditionell auch eher weiß (erst aus Leder und dann immer mehr aus Mesh) waren, und wir froh sein können, dass es heute überhaupt Farbkombis jenseits von weiß mit blauem Swoosh und weiß mit drei Streifen haben?
Abgesehen davon bin ich froh, dass du wieder läufst. Ob ein männlicher Begleiter sein muss? Ich finde, die machen einem das Tempo kaputt, oder sie nerven mit ihrem Gehechel
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“Und ich habe eine Neigung von den Laternen weg zu laufen. Ich bin doch keine Motte!”
Danke für diesen Schmunzler!
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@Matthias: Da ich selbst keine Dramatik für diesen Post zu bieten hatte, danke ich Dir. Ich muß noch ein bißchen üben mit den Wehwehchen. *frechgrins*
@Gerd: Matthias ist meine dunkle Seite. *gröhl*
@Hannes: Ein Grinch, ein Grinch! Ui!
@Steffen: Ich hätte vielleicht noch erwähnen können, daß ich auch zu so einem Reflektor-Blinkedingens gezwungen wurde. Und ich meine ja nur, daß die Läufe in der Weihnachtszeit, so sie denn mal da ist, auch schön sein können.
@Margitta: Hachja…und bisher läuft es wirklich reibungslos. Klar, ich komme mir mit 8km/h vor wie 5:30 km/h, aber es geht mir gut, es tut mir gut.
Ich laufe auch lieber allein, aber unter der Woche, wenn es dunkel ist, macht das durchaus Sinn. Am Wochenende kann ich ja im Hellen raus. *jippie*
Danke, Danke, Danke für Deine unermüdlich lieben und ratenden Worte! *knuddel*
@Sven: Sobald ich wieder wegrennen kann und nicht nur vor einer Blindschleiche, werde ich das als Methode versuchen. Selba
@Motte-Julchen: Allmählich fange ich echt an mir Gedanken über das Wort “frisch” in Bezug auf mich zu machen. *schelm* Christian hat bestimmt nur Angst, daß ihm sonst sein Abendessen abhanden kommt, denn dafür braucht er mich nun mal. *blödel*
@Christiane: Ach, egal, was es ist; ich fand es toll, daß ich sie im Dunkeln erkennen kann.
Und was meinst Du, wie froh ich erst bin! Danke Dir.
@Sabine: *knix* Bitte, gerne. Freut mich, wenn Du schmunzeln konntest.
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@Christiane: Du bist jetzt auch zu Deinen janz normalen Vornamen übergegangen?
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Laufen im Dunkeln ist was Schönes. Hier wird es allerdings nie richtig dunkel da ist von Häusern und Straßen in der Nähe genug Licht. Ich kenne den Weg und weiß an welchen Stellen ich vorsichtig sein muss.
Einige Leute wollen wohl auch das man bei denen in die Bude hineinsieht. Die haben riesige Fenster die vom Boden bis zur Zimmerdecke reichen, wo man dann auch alles sehen kann.
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Ich bin gestern mit Stirnlampe tief im Wald gewesen. Traumhaft, wenn nur ein kleiner Lichtkegel den Weg weist und man den Weg soweit kennt, dass keine großen Wurzeln im Weg sind.
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> heute mußte ich mir eingestehen, daß ich dadurch zusätzlich noch eine ganz andere Vorliebe befriedigen kann: Fenstergucken!
…womit dann (nach der Zeit für’s Umziehen) auch Klischee Nummer 2 (weibliche Neugier) bedient wäre, dem du dann ja wohl entsprichst
Aber tröste dich: es gibt auch Männer, die gerne mal in Wohnungen linsen.
Ich bekenne mich diesbezüglich “schuldig”.
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@Bernd: Und bei denen, die auch alles offen lassen, fühle ich mich eingeladen, auch reinzugucken.
@Chris: Ob ich mit Stirnlampe durch die Gegend renne? Hm…. Nervt die nicht auch?
@Stefan: Ist das weiblich, ja?
Ok, bin ich ja, dann darf auch das ein oder andere an mir tyyypisch sein. *hehe* Und meiner Erfahrung nach sind Männer die weit Vorwitzigeren.
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mich zumindest stört die Stirnlampe nicht, was mich selbst überrascht hat.
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Also bei Dunkelheit durch den Pfälzer Wald- das geht nicht, auch mit Stirnlampe. Ich hasse es nur immer schön vorne auf den Lichtkegel zu schauen um nicht auf die Nase zu fallen. Jetzt ist eben Laternenzeit, auch wenn bei uns diese Strecken arg wenig sind.
Und…männliche Begleiter zerstören weder das Tempo noch hecheln sie neben her, Chtistiane !
Nein sie sind einfach liebenswerte Begleiter die ihr Tempo immer der jeweiligen Laufpartnerin angleichen. So, dass musst klar gestellt werden!
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@Chris: Kommt Zeit, kommt Lösung.
@Martin: Und Du glaubst nicht, wie sehr Deine Richtigstellung gerade meine bessere Hälfte freut. Das ging ihm nämlich auch schon gegen den Strich.
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Liebe Eva,
habe Deinen Bericht erst jetzt so richtig lesen können, ich kenn das nur zu gut, ich meine das Harmonisieren beim Lauf. Frag Mal meine Frau, die fühlt sich immer bemitleidet, aber ich laufe trotzdem sehr gern mit ihr und ich hechle auch nicht
In jedem von uns steckt ein kleiner Voyeur auch wenn du es reinsplinsen nennst, das ändert nichts an der Absicht
Salut
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@Christian: Erstmal freut es mich unglaublich, daß Du später kommentierst mit der Begründung jetz erst “richtig” lesen zu können. Das heißt, Du nimmst Dir für meine Posts die Zeit, sie nicht nur zu überfliegen (den Eindruck hatte ich bei Dir auch noch nie!). Dankeschön!
Also ist dieses unpersönliche “in jedem von uns” ein Du auch? *verschmitztguck*
Ich will jetzt nicht Christians und meine Laufvorlieben beschreiben. Das versteht sich sehr leicht falsch.
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Aber klar doch, ich bin ein wenig von allem und ein gesunder Voyeurismus gehört einfach dazu, oder denkst Du ich schau immer, wenn es interessant wird, weg?
Salut
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@Christian: Ich glaube, es liegt in Deiner Natur nicht wegzusehen. Bei deeeem Beruf.
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