Archive for Februar, 2012

Ein bißchen Spaß muß sein….

Spaß hatte ich die letzten Wochen. Auch die Sorte, die mit dickem Ironiesirup verklandert ist.

Mir ging es die letzten Tage richtig mies. Dennoch habe ich keine Lust, mich hier in Jammereien zu ergehen. a) nützt und vor Allem ändert es nichts an Vergangenem und b) is jo ned alles schlechd.

Das Sportjahr fing für mich ganz gut an. An Kilometern hatte ich schon mehr, aber ich bin zufrieden, daß ich mich schön brav bewegt und aufgerafft UND gelernt habe (was ja auch gerade ein Thema ist). Der Winter ist mir Tageslichtarbeitstierchen bekanntlich die unliebste Jahreszeit fürs Laufen. Stichwort Mottenläufe (um die Straßenlaternen rum).


Außerdem liegt mein Hauptaugenmerk im Moment auf Vielseitigkeit. Seit letztem Frühjahr begleitet mich ein Ziehen im rechten Oberschenkel, das sich (mit wechselnder Intensität) einfach nicht geben will. Also habe ich Dehnen und Krafttraining einen etwas größeren Stellenwert eingeräumt und mich ergänzend zu einem Pilateskurs angemeldet.

Pilates. Das klingt für mich ein bißchen arg nach dem ganzen neumodischen Spa-/Wellness-/Work-Life-Balance-/hinduistische Götter sind die verständnisvolleren-/finde Deine Mitte-Driss. Wenn man sich aber ein wenig einliest und die Einfärbung durch Hausfrauen, die mit Perlenketten zum Sport gehen, großzügig im Kopf ausklammert, findet man schnell heraus, daß es eigentlich wirklich nur eine gar nicht mal so dumme Methode ist, um Kraft und Dehnen zu vereinen und auch mal Muskeln anzusprechen, die sich bei mir schon seit 29 Jahren wie ein Postbeamter in Pension fühlen.

Vor dem ersten Kurs war mir dennoch flau. Der Inhalt stimmt, aber wie wird die Verpackung wohl sein? Macht die Dame Kursleiterin einen auf SchiSchi und läßt uns einen Gruß an die Sonne schicken, wenn sie eigentlich meint, wir sollen nur mal die Arme strecken?

Im Kursraum angekommen, erfüllen sich sofort einige Klischees. Am deutlichsten ist: es gibt Vollprofis und blutige Anfänger wie mich.

Die Anfänger sind schnell beschrieben. Sie haben keine Matte dabei und stehen ratlos rum.

Die Profis hingegen haben Matten, die etwa doppelt so groß und doppelt so dick sind wie das, was ich mal unter einer Isomatte verstand. Manche haben sogar ihr eigenes Fell dabei. *parapluesch* Am wichtigsten aber scheinen die Socken zu sein. Bei einer Innentemperatur von geschätzt 18 Grad müssen es mindestens zwei Paar sein und eines davon ähnelt im Umfang dem Krümelmonster.

Es geht also ruhig los und ich bin sehr erleichtert festzustellen, daß die Frau da vorne keinen auf „Powerhouse aktivieren“ macht. Sie erwähnt die Begriffe, deutscht sie ein in „Bauchmuskeln anspannen“ und gut. Kein SchiSchi also. Ausatmen.

Einer Übung, die man laut Herrn Pilates zwei Minuten lang halten können soll, habe ich jetzt schon angesagt, daß das zwischen uns was Persönliches ist. [Aktuell schaffe ich eine Minute. Zu Kursbeginn etwa eine halbe.]

Nach der ersten Stunde ist klar: Die richtige Atmung ist wichtig. Vom Körper weg ausatmen, zum Körper hin in die Rippen einatmen. Oder andersrum. Aber irgendwie so war`s.

Eindeutig akustisch festzustellen für alle war darüber hinaus, daß hier nicht nur durch den Mund geatmet wird. Gewesen ist es natürlich keiner.

Fortsetzung folgt.