Archive for Oktober, 2011

Vorsicht….

…ist besser als Nachsicht.

Die ersten braven Postmarathonlaufversuche wurden nur unterbrochen von eeeeeinem klitzekleinen Unvernunftsausbruch, der mir prompt einen verstauchten Fuß bescherte. Das Umknicken war nicht mal so schlimm, aber die Gelenke, Bänder etc. nach den Anstrengungen der letzten Wochen wohl doch empfindlicher als sonst eh schon.

Selbst blöd.

Also habe ich brav gekühlt, hochgelegt, geschont….mich gelauflangweilt und mich  gestern endlich wieder auf eine zögerliche Testrunde gewagt.

Das tückische an solchen Verletzungen ist ja, daß es oft unter Belastung erstmal besser wird und man hinterher den Spaß hat. Um mich also zu bremsen und zart zu machen, habe ich einen Trick von Claudi angewandt und nach jedem Kilometer eine Dehn- und in-mich-hineinhorch-Pause eingelegt. In der strahlenden Herbstsonne hat das richtig Spaß gemacht und ich nehme mir jetzt einen kurzen Lauf die Woche vor, den ich nur dem „Dehn-Dich-Pfad“ widme. Das ist irgendwie spannender als zuhause auf der Matte.

Das Gute an der einwöchigen Pause war, daß ich Zeit hatte, in meine Marathonbelohnung zu versinken: Jack Daniels` Laufformel.

Wer Zahlenspielereien mag und gern ein wenig verstehen möchte, warum es Sinn macht, seinen Lauf eben nicht mal eben schneller zu laufen, nur weil man es kann, dem wird das Buch wohl gefallen.

Und da „Vorsicht die Einstellung ist, die das Leben sicher, aber selten glücklich macht“, liebäugele ich natürlich schon mit den nächsten Schandtaten im Frühjahr.

So ein schöner Halbmarathon in Dresden würde mich schon reizen. Oder tanze ich mal meinen Namen (-svetter)?

Die nächsten Monate werden zeigen, was mir gut tut und worauf ich Lust habe.

In anderen Blogs wird tatsächlich schon fleißig für den Winter geworben. Erdrückende Beweise gibt es da und da. 😉

Da der Winter bekanntlich meine ungeliebte Jahreszeit ist, habe ich mir aus Motivationspräventionszwecken vorgenommen, den Fokus mal auf  „Multisport“ zu legen, also neben Laufen auch mal andere sportliche Dinge zu probieren. Mir schwirren da Tanzen und Pilates im Kopf herum, was sicherlich als Ergänzung nicht schaden kann und für einige Lacher sorgt.  Ich seh schon Überschriften wie: „Das Monster, das seine eigenen Zehen aufaß….“ -to be announced-

Monster(pumpkin)party

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da,
er bringt uns Spaß, hei hussassa
!“

Es ist mal wieder an der Zeit für eine Monsterparty. Da schon im letzten Jahr eine Abwechslung zu Waden gewünscht wurde, komme ich dem in diesem Jahr nach. Diesmal geht es Kürbissen an den Kragen!

Die Spielregeln sind simpel wie immer:

Macht ein Foto oder Video mit einem Kürbis, das auch etwas mit dem  Laufen zu tun hat. Tobt euch aus. Ihr könnt in einen Kürbis einen Läufer schnitzen, laufend Sleepy Hollow spielen oder beim Intervalltraining den „Medizinball“ werfen.

Einsendeschluß ist Freitag, der 28. Oktober 2011.

Das Foto/Video schickt ihr bitte an: monsterpumpkin@missmonster.de

Veröffentlicht wird stilecht an Halloween und ihr dürft abstimmen (anonym per Mail oder im Kommentar), welches der Monsterpumpkin wird!

Jeder hat eine Stimme und kann sich aber nicht selbst wählen.


Viel Spaß!


Kleine Bitte, aber keine Regel: Man kann aus den nicht spielbaren Teilen superleckere Sachen kochen und muß sie nicht wegwerfen.

blumig im Abgang

Ein paar Tage habe ich schon gebraucht, um das sacken zu lassen. Marathon. Ich. Puh.

Wir haben diese Woche Urlaub und das paßt ganz wunderbar, um sich zu erholen, zu faulenzen und die Erkältung  auszukurieren, die sich angeschlichen hat.

Außerdem kann man die spontanen, hysterischen und unkontrolliert auftretenden Lachanfälle ganz unbeschwert passieren lassen, wenn man die Balkontür vorher zugemacht hat.

Ab nächste Woche stelle ich mich wieder der Realität und antworte auf die Frage, wie es denn war, brav mit: „Schwer, die Zeit ist unterirdisch, aber ich bin angekommen.“

Eine fette Überraschung erreichte mich noch am Freitag vor dem Marathon via Mail. Brooks hat mich zur Testläuferin bestimmt und ich darf ein Monsterpaket an Ausrüstung einsauen, einschwitzen und plattreten.

Da ich immer ein Wahnsinnsglück mit meiner Schuhgröße habe (Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an meine Odyssee mit Hin- und Hergeschicke von New Balance.), kamen die Schuhe viel zu klein, wurden allerdings direkt neu verschickt und sind-wieder zu klein. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Die Farben der Testklamotten sind nicht ganz meins (Julchen, Du darfst lachen! ;-)), aber darum geht es ja nicht.


Das ist schon eine ganze Menge Zeug, was uns Testläufern da zur Verfügung gestellt wird und es ist sicherlich eine Zusatzmotivation, nach dem Marathon nicht zu schludern und wieder in die Gänge zu kommen.

von roten Katern

Ich bin angekommen in 5:41:19h.

Wer meine bisherigen Zeiten ein wenig im Hinterkopf hat, weiß, daß das selbst für eine Ersttat weit unter meinen Möglichkeiten ist.

Ich hatte Pech. Ab km 15 war mir schummerig und flau. Recht flott kamen Übelkeit und später Magenkrämpfe dazu, die mich bis ins Ziel begleiteten. Das war nicht schön, ist aber auch nicht das, was von dem Lauf hängengeblieben ist.

Und ja, ich bezeichne es als simples Pech. Denn ich bin gut vorbereitet an den Start, habe fast alle bedenkbaren Eventualitäten vorher akribisch geübt.

Das kann passieren. Haken dran.

Ich nehme das vorweg, weil es mir heute und danach völlig wurschd ist,

denn ich habe Marathon!


Stellt euch vor, ihr entscheidet euch für einen Hund. Ich wollte also einen braunen Labradorwelpen.

Tapsig, mit viel zu großen Pfoten und hübschen braunen Augen sollte er sein. Ich habe mich darauf eingestellt, daß ich ihn anständig, mit nicht zu vielen Leckerlies füttere und regelmäßig mit ihm Gassi gehe. Bei Wind und Wetter geht es vor die Tür und am Ende kann es trotzdem vorkommen, daß er mir in die Wohnung pinkelt. So in etwa hatte ich mir meinen ersten Marathon vorgestellt. Bekommen habe ich einen roten Kater.


Man macht die Tür auf und es kommt einem kein freudiges Wuff entgegen, sondern Katzen(ge)jammer.

Die Enttäuschung ist erstmal groß, wenn man nicht das bekommt, was man haben will. Wenn allerdings dann der Kater freudig schwanzwedelnd auf einen zugelaufen kommt, ist es um einen geschehen. Natürlich! Ja, klar! Fell ist schließlich Fell!

Der „echte“ rote Kater aka Neo war auch der Star des Wochenendes. Er hat sich nämlich altbewährt bei Hannes und seiner Eva und ganz neu und umso charmanter bei Saba, ihrem Ehemann und Frau Blonde eingeschleimt.

Die drei sind nämlich extra für mich als Groupteam angereist und haben sich eine Mühe gemacht,  besser kann es kein Läufer haben! Ihr seid die Besten und so echt und sooo drübba!


Martin ist einfach nur ein Schatz! Er hat Superkräfte! Hat er es doch nach all der Plackerei, nach gehen, schieben, laufen, motivieren, anstacheln und trösten geschafft, daß ich mit Betonbeinen ins Ziel schwebe.


Die Laufmonster haben sich ebenfalls monstermäßig für mich ins Zeug gelegt! Was hab ich gestaunt, als im Startblock gefühlt zehn Leute „Eva“ brüllen, weil Kai, mit dem Fotoapparat bewaffnet, da stand und einen Schnappschuß wollte. Weitere Überraschungen sollten folgen und der Support am weißen Holunder war einfach nur grandios! Letztes Jahr stand ich mit an der Strecke, dieses Mal durfte ich an euch vorbeilaufen! Woah, war das toll! Danke!


Trainer, Du bist unbezahlbar! Ich weiß auch gar nicht recht, wie man für monatelange, geduldige, motivierende Betreuung danke sagen kann, außer schlicht: Danke.

Ein dickes ♥ geht an meine Mitstreiterin Sina! Monatelang haben wir zusammen gestritten, gefachsimpelt ohne Fach 😉 und gemeinsam unserem ersten Marathon entgegengehibbelt! Es war für mich DER Moment, Deine Hand im Startblock zu halten. Gänsehaut!

Und ihr, ( Ja, Du und Du und Du! Jeder einzelne Kölsche Ratgeber, Durchschwitzer, mitdemHandystolperer, Wegbegleiter, Marathonbrüder, jeder gute Wunsch, jeder Anfeuerer an der Strecke…) ihr seid einfach nur alle grün! Sowas von grün!


Mein Fazit: Ich würde jederzeit wieder einen roten Kater nehmen!


Und immerhin fehlt jetzt für einen 6-Stunden-Lauf nicht mehr allzu viel. Sollte ich mal auf die Idee kommen. 😛

http://youtu.be/QGSffkHB0v8

Wer in weniger Metaphern wissen möchte, wie es war, der hat den Lesebefehl hierfür:  Pfälzerwaldläufer!