Archive for September, 2011

letzte Worte

„Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann und wird in Bloglaufhausen gegen Sie verwendet werden.“

Meine Zuversicht schwankt stündlich. Meine Stimmung auch. Es zwackt überall, ich schlafe schlecht ein, der Magen rumort, der Puls schießt ein paar Mal am Tag in die Höhe, aber ich glaube daran, daß ich das schaffen kann.

Träume vom Verschlafen des Starts, von mir unbemerkt aus der Hose hängendem Klopapier, vergessenen Laufschuhen,…

Also wohl alles normal.

Wehe, es schreibt jetzt wer was Anderes!

Ich könnte so viel schreiben und erzählen, aber am Ende stünde da nur: es Monschda is uffgerechd, hibbelich und freid sich!

T-Minus 3 Tage

Letzte Worte?


status quo vadis oder so

IST

SOLL

HABEN will

resume last

Geschafft. 14 Wochen Training nach Plan liegen hinter mir. Trainer hat nicht locker gelassen und ich auch nicht.

Ich konnte nicht jede Vorgabe einhalten dafür das ein oder andere Mal  aber auch lockerfluffig unterbieten und es fiel auch mal ein Lauf flach, wenn ich einfach zu geschafft war, aber ich habe mich nicht verletzt, war nicht ernstlich krank und konnte alle wichtigen Läufe machen.

Zwei Zipperlein haben mich die ganze Zeit begleitet. Die linke Ferse meldet sich ab und an mal und das Ziehen im rechten hinteren Oberschenkel ist mein treuer Weggefährte. Mit Kraft, Dehnen und Physio konnte ich die beiden aber davon überzeugen, mit mir zu arbeiten und nicht gegen mich. Auch, wenn es manchmal lästig war, sich damit zu befassen, es war sicherlich nicht verkehrt, vom eigenen Körper ermahnt zu werden und aufmerksam zu sein.

Am Ball und motiviert zu bleiben, fiel mir diesmal nicht schwer, was sicherlich auch einem Teil simpler Angst geschuldet ist, daß es sonst nicht reichen würde. Die schönen Läufe, die einen hinterher zufrieden grunzend die Beine hochlegen lassen, überwiegen bei Weitem die Läufe nach Feierabend im Regen, mit Loch im Bauch und Sehnsucht nach einer Couch.

Eine recht neue Erfahrung für mich ist die emotionale Restentleerung. Natürlich haben mich gerade die langen Läufe geschlaucht und es ging mir nicht selten so, daß ich während einer solchen Strecke eine ziemliche Bandbreite an Emotionen durchlebt habe und das intensiver als sonst für mich üblich.

Gestern gerade stand ich unerwartet vor einer ordentlichen Steigung. Meine Beine taten so weh, daß mir allein der Gedanke daran, da jetzt noch hoch zu müssen, die Wuttränen in die Augen treibt.  Das ist ungerecht! *stampf* Es nützt aber nix, ich muß ja heim. Ich rolle da hoch, schluchze, keuche und bin dabei so giftig-schnell, daß mir oben erstmal richtig schlecht ist und ich ein paar Atemzüge brauche, um die Datteln, die ich als Verpflegung dabei hatte, wiederzukäuen wieder zurechtzurücken.

Ist so ein Lauf aber erstmal geschafft, bin ich ein paar Stunden danach herrlich leer. Es ist durchaus angenehm, mal einfach gar nichts zu wollen.

In etwa so fühle ich mich gerade mit dem Ende meines Trainings. Leer. Es fühlt sich gut an und das Vertrauen ist da: ich werde Marathon!

T-Minus 12 Tage. Alea iacta est.

Sobald die Beine sich mal wieder bewegen wollen, werde ich auch noch ein klitzekleinbißchen durchdrehen, aber alles zu seiner Zeit. 😉

Das Auge läuft mit

Tada!

Zur Marathonpremiere habe ich mir das erste Mal ein „personalisiertes“ Shirt gegönnt.

Fotorista ist vielen meiner Leser wohlbekannt und ich danke Marco und insbesondere Carsten sehr, daß ich meinen Marathon nicht oben ohne laufen muß.

Was meint ihr? Bin ich grün? 😉


T-Minus 16 Tage.