Archive for August, 2011

Wißt ihr, wie…

-unglaublich lecker eine eiskalte Cola Light nach einem langen Lauf nur mit pipiwarmem Wasser schmeckt?

-erleichtert man ist, wenn man endlich die Schuhe auszieht und feststellt, daß die Haut heile ist und nicht eine Blase sich eingeschlichen hat?

-sehr man sich über ein einfaches „Wow“ von einem Radfahrer auf der Strecke freut, wenn es gerade schwerfällt?

-verlockend ein Seil am Baum ist, das einen direkt im Rhein „abliefern“ würde?

-intensiv ein frisch gemähtes Brennesselfeld riecht?

-angenehm hohl und leicht sich der Bauch anfühlt, wenn man ein paar Stunden unterwegs war?

-gedehnt man quietschen kann, wenn die salzverkrustete Haut mit der Duschbrause in Berührung kommt?

-warm einem ums Herz wird, wenn die bessere Hälfte einen mit einem Handtuch und einer Jacke erwartet?

-selbstzufrieden seufzend man sich dann hinsetzt?

-schön es ist, daß ihr das wißt?

[youtube cpLKUqjAsoE]

T-Minus 34 Tage.

auf einmal war sie da

Seit letzte Woche bemerke ich an mir erste Anzeichen. Ich rechne immer wieder Wochen, Tage, aber zum Glück noch keine Stunden bis zum Start nach. Am Ende eines Laufes wallt schon mal so ein Gefühl in der Brust hoch-schwer zu beschreiben. Wenn ich Laufsocken (ich habe fast nur gleiche Paare, aber davon viele) aus dem Schrank fische, frage ich sie schon mal: „Werdet ihr es vielleicht sein?“. Ein Fernsehbild vom Kölner Dom läßt mir spontan und unerwartet das Wasser in die Augen schießen. Irgendwelche Videos von Läufern gehen schon mal gar nicht mehr ohne Schnappatmung und Zieleinläufe nicht ohne Rotznase. Und dann twittert Hannes am Wochenende, daß er so nervös ist wie vor dem ersten Marathon, wenn er an den 2. Oktober denkt-padautz! Trigger!

Auf einmal war sie da….die Aufregung.

T-Minus 40 Tage.

Pfälzer Höhenweg

Hannes ist Student und ich habe Urlaub. Folglich eignet sich ein Donnerstag prächtig für eine Etappe des Pfälzer Höhenweges.


Die Anfahrt zum Arsch der Welt, von Einheimischen auch erwartungsverschleiernd Rockenhausen genannt, verläuft problemlos, auch wenn mein Navi mir die ein oder andere Baustelle anzeigt und mir ein Mähdrescher fünf Kilometer lang erneut einen gewichtigen Grund bewußt macht, warum ich nicht mehr auf dem Land leben möchte.

Am Bahnhof Rockenhausen erwartet uns ein sogenanntes Linientaxi. Dieser Service ist im Hinterland zwar dringend notwendig, aber auch erstklassig, da sie einen mehrmals täglich zu einem gleich geringen Obolus wie ein Bus zum Startpunkt einer Etappe bringen, damit man dann zurück zum Auto laufen kann. Vorreservieren macht allerdings Sinn, weil wenn Plätze weg, dann weg.

Am Startpunkt, der sicherlich auch einen klangvollen Namen hat, angekommen, finden wir auch schnell die Beschilderung, die uns den Weg weist und los geht`s: die ersten Meter erstmal hoch. Klar.

Hannes freut sich, jagt munter johlend Marder und ich sortiere meine Gräten.

Doch der Fairness halber sei erwähnt, daß wir die meiste Zeit bergab laufen würden.

Aber auch dieser Umstand sollte es mir heute nicht leichter machen. Ob es daran liegt, daß ich von den vergangenen Wochen einige Kilometer in den Beinen habe, mich seit dem Vortag leichte Halsschmerzen begleiten, ich noch nichts gegessen habe, das plötzlich heiße Wetter mich schafft oder es einfach nicht mein (Lauf-)Tag war…. es fiel mir schwer und mir war ab und an schwummerig.

Andererseits ist aber auch Entlastungswoche, wir haben keinerlei Zeitdruck und so werden eben ganz entspannt Wasserschlachten Gehpausen oder sogar Pausen eingebaut.

Die Strecke ist schön, der Streckenverlauf-geht so. Wir laufen für meinen Geschmack etwas zu oft über schnöde, asphaltierte  Wirtschaftswege in der prallen Sonne, durch Ortschaften und über gut befahrene Straßen.

Richtig schöne Aussichten und Ecken gibt es aber dennoch.


Alles in Allem eine ganz hübsche Tour, aber doch eher gehighlightet von der Begleitung.

Also Hannes, das nächste Mal dann Rheinsteig?

Ergänzend sei erwähnt, daß es wohl nur einem Nordlicht passieren kann, in der Palz vor einer Wand von Weintrauben zu stehen und erstaunt deren Echtheit festzustellen. 😉


Ab nächste Woche hat mich die Arbeitswelt und auch mein Reader wieder.

Betonbeine

Endlich mal eine Woche, die so richtig schön scheiße war! Das wurde ja auch mal Zeit. Wenn man nämlich ständig drüber nachdenkt, baut sich eine Angst auf und auf und türmt sich und booooah….man ist regelrecht erleichtert, wenn eine selbsterfüllende Prophezeiung eintrifft. <Blödsinn!

Diese Woche durfte ich die Bekanntschaft mit Betonbeinen machen.

Nach dem letzten langen Lauf in der vergangenen Woche ging es mir noch genauso wie die Wochen vorher -gut- und frohgemut trabe ich Dienstagmorgen los, doch nichts geht. Die Beine haben ihre Muskelgeschmeidigkeit gegen zehn Jahre gelagertes und gut abgehangenes Autoreifengummi getauscht.

Das Opfer dieser Woche: ein lockerer Lauf. Damit die Haxen Zeit haben, sich zu erholen, habe ich die geplanten Läufe so weit nach hinten geschoben, wie es geht und mit größtmöglichem Abstand gemacht. Dann blieb gestern noch ein Lauf und ein recht enges Zeitfenster, das mir zwei aufeinanderfolgende Gewitter bescherte. Also nix mit laufen und somit mein erster ausgefallener Lauf seit meine Lauferei die Überschrift „Marathontraining“ trägt (und das nur aus eigener Zeitmanagementblödheit und nicht verletzungsbedingt Anm. d. M.).

Heute habe ich mir dann den Wochenfrust mit dem geplanten Tempodauerlauf rausgelaufen. Die Beine sind immer noch schwer, aber das war dem Kopf egal. Das hat so richtig gut getan und immerhin bleibt als Wochenfazit: auch wenn die Beine mal nicht mehr wollen, der Kopf kann!

Heute ist Halbzeit meines Trainingsplans und bisher läuft es doch insgesamt ganz ordentlich.

T-Minus 55 Tage.