Archive for Mai, 2011

Geschichten, die Läufer(innen) schreiben

Wollen doch mal sehen, ob wir gemeinsam eine Mär erzählt bekommen.

„Es war einmal ein Läuferchen (nehmen wir mal sowohl für die weibliche als auch männliche Form), das zog des frühlingshaften Morgens aus…..“

Jetzt Du.

daneben

Vorgestellt hatte ich mir für heute 20km zu laufen und dabei ein paar Höhenmeterchen mitzunehmen.

Als ich heute Morgen lostrabe, bin ich guter Dinge, habe eine grobe Vorstellung davon, wo ich lang laufen will und… die hat so überhaupt nichts mit der Realität zu tun. Keine zwei Kilometer später; meine Orientierung ist flöten und mein Puls zeigt mir schon das erste unfreiwillige Intervalltraining an. Nun gut, werden es eben ein paar Höhenmeter mehr.

Es schleppt und keucht und flucht sich so dahin und nach nur 12km bin ich am Ende-mit meiner Kraft, aber ~10km vom Auto entfernt.

An meinen Beinen traue ich mich schon nicht mehr herunterzuschauen. Ich habe Angst, daß sie so aussehen, wie sie sich anfühlen. Uah!

Es nützt nichts. Irgendwie muß ich ja zurück. 8 Kilometer sollen es nochmal werden und die haben es in sich. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich hab keine Lust mehr, ich will, daß das aufhört!

Wenn ich mittlerweile eine Steigung auch nur in der Ferne sehe, keuche ich schon entsetzt auf. Meine Waden zeigen mir auch sofort, was sie davon halten und schalten auf Modus „Starrsinn“ um. Sich zu quälen und das Ziel zu kennen, ist eine Sache. Richtig Aua zu haben und irgendwie wieder zurückkommen zu müssen, eine andere.

Freundlich bin ich mir gegenüber schon längst nicht mehr gestimmt, aber es gilt, das Gleichgewicht zwischen sich selbst anmaulen und sich motivieren zu finden.

Irgendwann schaffe ich es tatsächlich zum Auto. Erlösung! Tjaha, die Rechnung habe ich nicht mit meinen Beinen gemacht. Die ziepen nämlich gerade so arg, daß ich mich nicht zum Heimfahren setzen kann. Also schnappe ich mir verdrossen die Wasserflasche, wechsele schnell das Shirt und trabe nochmal eine Runde um den Parkplatz. Und noch eine und noch eine. Zuhause angekommen ist mir übel und eine Zecke habe ich auch mal wieder an mir parken lassen.

Ich bin echt sauer auf mich selbst, fühle mich elend und bin enttäuscht, daß 20km so quälend sein können.

Als meine bessere Hälfte mich schätzen läßt, wie viel Höhenmeter das waren, läuft er laut lachend weg. Na toll! DAS kommt meiner Laune gerade noch recht.

Er kommt wieder und sagt in Worten: „Siebenhundertsiebenundreißig.“

Ich kann die Information zwar erfassen, aber nicht verarbeiten, also flenne ich erstmal ausgiebig. Einfach so, aus Frust, aus Fassungslosigkeit, aus….

Eine Dusche, ein paar verbale Aufbaukuren und ein ausgiebiges Frühstück später sieht die Welt schon wieder anders aus.

Begeistert bin ich immer noch nicht, daß ich mir das antun mußte, aber immerhin zwackt sich so ein kleines Schmunzelgrübchen in meine linke Wange, wenn ich mir mal auf der Zunge zergehen lasse, wie hoch das wirklich (für mich) war.

Zumindest habe ich im Nachhinein die beruhigende Gewißheit: es durfte wehtun.



keine Antwort

Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten.“ -Henrik Ibsen-

Ich frage ständig, immer, ununterbrochen. Am häufigsten mich. Es gehört zu mir und es gibt mir Ruhe und Kraft, NEUE Fragen zu (er-)finden.

Das bin ich.

Eine DER Fragen schlechthin, was das Laufen betrifft, war und ist: Was wohl aus uns werden wird?

Ich wünsche mir sehr, daß diese Frage niemals beantwortet werden wird, sondern das Laufen mir nur immer andere Fragen stellt.

Nehmen wir nur mal den Jahresbeginn:

Aus „Warum macht das Laufen keinen Spaß?“ wird

Weshalb tue ich es dennoch?“ wird

Wieso macht das Laufen plötzlich doch wieder Freude?“ wird

Wie kann es sein, daß ich lächle, wenn es schmerzt?“ wird

Wer hat meine Oberschenkel so damn sauer gemacht?“ wird

Waaaaaaaaaaaaaaa?„.

Also, laufen wir eine Runde? 😉

Zeigt her eure Füßchen, zeigt her eure Schuh’…

Zeigt her eure Schnürungen.


Über irgendeinen Ratgeber betreffend Laufschuhschnürungen ist sicherlich jeder von euch schon einmal gestolpert und Möglichkeiten, seine Schnürsenkel zu tüddelmachzuen gibt es mittlerweile bestimmt ebenso viele wie Laufzeitschriften.

Doch welche Schnürung bringt es im Alltag wirklich?

Bei mir ist es die schnöde, altbekannte Marathonschnürung, auch Fersenhaltschnürung genannt.


Da ich mit meinen „zarten“ Hufen fast immer zu Herrenlaufschuhen zurückgreifen muß, ist der feste Sitz der Ferse für mich umso wichtiger. Andererseits habe ich einen hohen Rist und vertrage keine straffe Schnürung.

Gepaart mit dem mir mittlerweile lieb gewordenen Ian-Knoten brauche ich mich nicht mit sich lösenden Bändeln herumzuschlagen. DER Knoten hält!


Wie zurrt ihr eure Schuhe zu?