Archive for April, 2011

Oh my Gosh!

Daß Muskeln derart brennen können, war mir neu. Aber gut, das verbuche ich unter besonders reizvolle Erfahrung.

Eigentlich war der nächste Lauf erst für Sonntag geplant, aber nach einer viel zu kleinen Mütze Schlaf hatte ich heute Morgen gleichzeitig mit den Vogelschnäbeln die Knöpfe auf. Nach einer Stunde Rumgemümmel auf Balkonien mit Kaffee und Buch wollte sich auch keine Bettschwere mehr einstellen. Da schoß mir der Gedanke ins Hirn: „Du wolltest ja mal die neue Strecke da mit Höhenmetern ausprobieren.“

Gedacht, getan. Also schmeiße ich mich hektisch in meine Laufklamotten, schnüre mein Deuterli und auf geht`s.

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, das Harz duftet; ich trabe locker, munter, heiter los und…what the f*** bekomme keine Luft mehr! Der Anstieg, der sich vor mir aufbaut, raubt mir allein beim Anblick den Atem.

Gekniffen wird jetzt nicht und ich versuche, noch kleinere, noch langsamere Schritte zu machen. Nach 500 Metern ist die Restluft auch noch entwichen und ich muß gehen. Doch selbst im Gehen bleibt mein Puls so hoch wie ein Geigerzähler in Tschernobyl.

Brave New Strecke, die Du Dir da ausgesucht hast, Madame. Glückwunsch! Ich disponiere um und nehme mir vor, nur einen einzigen Kilometer diese Bestie called Höhenmeter zu bezwingen, um dann kleinlaut umzudrehen und mir eine seichte Strecke zu suchen, die meine flachlandverweichlichten Beine meistern können. Ich beiße, was das Zeug hält. Atmen kann man das jämmerliche Röcheln nicht mehr nennen, aber ich beende meinen bisher langsamsten Laufkilometer überhaupt. Als die Sterne mir das Blickfeld allmählich wieder freigeben, erkenne ich, daß es nur ein paar Meter weiter flacher wird.  Hm, na gut…

Oh, da ist ja eine Holztreppe mitten im Nirgendwo. Wo die wohl hinführt?

Mir offenbart sich ein wunderschöner kleiner Pfad, meine Abenteuerlust ist geweckt, die Schmerzen in den Beinen vergessen und die Runde wird größer werden, als erwartet. Ich konnte mich nicht wehren. 😉

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neue Wege

Demut ist schließlich nichts als Einsicht. -Hermann Bahr-

Das habe ich jetzt auch verstanden und das war auch eine wichtige Lektion.

Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit. -Karl Barth-

Das Laufen macht endlich wieder Spaß.

Beim Wandern hatte ich mir kürzlich als Sahnehäubchen noch einen Klumpfuß weg geholt, aber der gibt auch schon wieder Ruhe seit letzter Woche.

Viel zu erzählen gibt es nicht, deshalb lasse ich mal wandercachende oder erlaufene Bilder der letzten Tage sprechen.

Das Grandiose am Cachen ist, daß man Fleckchen entdeckt, die man sonst nie finden würde und schwups ist auch die Lauflust aktiviert, wenn man all die schönen Wege sieht und im Kopf zu Strecken verbinden kann.

bis zwei zählen

Das Laufen und ich, wir gehen in die dritte Runde.

Am kommenden Sonntag vor zwei Jahren habe ich meine viel zu kleinen, steifen, mit Farbe bekleckerten „Sportschuhe“ geschnürt und bin im Trainingsanzug meine ersten 3,8km am Stück gezockelt.

Das erste Jahr war einfach neu und spannend und geprägt von der ständigen Frage: „Bin ich eine Läuferin?“.

Das zweite Jahr beschreibe ich einmal frei aus dem Gedächtnis mit den Worten einer Dame, die mir am Herzen liegt: „Die erste Verliebtheit und dieses aufregende kribbelnde Gefühl sind verflogen.  Ab jetzt registriert man auch die Fehler des Anderen und kann sehen, ob es wirklich paßt. Und das tut es.“

Weil das neue Jahr nicht gerade gut für mich gestartet ist, bin ich geneigt, alles durch die graue Brille zu betrachten. Aber das wäre unfair.  Es gab so viele schöne Momente…. mein erster  (Dank EUCH unvergeßlicher) Halbmarathon, die ersten 30km, Mitzockeln in Troisdorf, sub 60

Beflügelt durch die Euphorie, die diese Erlebnisse in mir auslösten, wäre ich gern direkt bis in die Schweiz gelaufen.

Dann kamen mir aber der Winterblues gepaart mit einer körperlichen Angelegenheit (so called Schilddrüsenkram) dazwischen und schwups, bin ich am Straucheln.  Immerhin; ich habe nicht aufgegeben und mittlerweile wird das Laufen auch wieder leichter und macht sogar wieder Spaß, doch mit Ruhm bekleckert habe ich mich das erste Quartel sicherlich nicht.

Tränen, Wutanfälle und  Gleichgültigkeit habe ich durch. Heute habe  ich mich von meinen geplanten Zielen für das erste Halbjahr verabschiedet und laufe erstmal, wie es mir gerade einfällt und manchmal fahre ich auch stattdessen Rad.  Dieser Schritt fiel mir sehr schwer, weil ich Angst hatte, mit den Zielen auch das Laufen ansich fahren zu lassen.

Bisher fühlt es sich allerdings erholsam an, nicht hinter den eigenen Erwartungen herzuhecheln.

Dennoch und verhalten optimistisch:

Miss Monster läuft weiter… im Sinustakt.

Monsterbaum

Vorweg: Es ist Frühling! Wie geil ist das denn?


Erinnert ihr euch, ich habe euch mal von einem Monsterbaum erzählt, dem ich unwissend und abseits bekannter Pfade in die Arme gelaufen bin?

Nachdem mich gestern Morgen im Frühnebel eine herrliche Tour mit meinem Laufvater Albert und seinem treuen Weggefährten Ike


erneut in die Nähe dieses Unikums brachte, dachte ich, es wäre an der Zeit, ihn nachmittags noch einmal zu besuchen.

Auf einem anderen Baum sah ich noch einen jungen, vorwitzigen Kletteraffen. Er war ganz allein und da konnte ich nicht anders und habe ihn mit nach Hause genommen.

Jetzt päppele ich ihn erstmal mit selbstgebackenen Muffins auf.  Sein Appetit ist gut, das Haar glänzt gesund und er ist unglaublich zutraulich.