Archive for Februar, 2011

Monster unter Deinem Bett

Als Kind hatte ich ab und an Angst vor dem buchstäblichen Monster unter meinem Bett. Ich habe mich dann nicht getraut, die Füße über den Bettrand zu strecken, weil ich mich immer mehr in den Gedanken hineinsteigerte, es würde etwas meine Knöchel packen und mich … na, irgendetwas Schlimmes würde jedenfalls passieren.

Es gab also so manch wache Stunde, weil ich dringend wohin mußte, mich aber nicht zum Aufstehen überwinden konnte.

Ob ich deshalb heute so ein Bücherwurm bin? Hm.

Mein Lauf heute startete in der Abenddämmerung und ich wollte mal wieder neue Wege oder besser noch nicht erschlossene Wegverknüpfungen erkunden. Das Wetter hatte nicht viel zu bieten, der Puls sollte lustlos niedrig bleiben und der Tag war sich auch am Verkrümeln. Also hatte ich gute Musik auf den Ohren. Zu gute….

Aus dem Gewerbegebiet geht es raus auf`s Feld und rein in den Matsch. Den Weg war ich bestimmt schon mal gelaufen und hatte eine grobe Vorstellung, wo ich rauskommen würde, aber als die letzten Straßenlaternen hinter mir verschwinden und mir die achso düstere Musik in den Ohren schallert, ist mir auf einmal irgendwie mulmig.

Eigentlich war heute ja ein gaaanz ruhiger Lauf geplant, aber ich kann nicht umhin, doch alle paar Meter wieder flotter zu werden, über Pfützen zu springen und das Ende des unbekannten Pfades herbeizusehnen. Das dauert aber auch verdammt lange. Ob ich noch richtig bin?

Irgendwann sehe ich die erhoffte Weggabelung, aber es sind noch gute fünf Kilometer bis nach Hause. Das mulmige Gefühl bleibt und erst, als ich auf den letzten Metern ein paar Mal so richtig Gas gebe, bis die Lungen brennen, fühle ich mich befreit und belächle mich und meine doofe Furcht.

Merke: Alleine und im Dunkeln laufen-ok. Auf unbekannten Pfaden mit Endzeit-Musik-eher nicht.

time to say goodbye

Ihr Lieben, heute brauche ich euch, um mit mir gemeinsam Abschied zu nehmen.

Bitte vorher die entsprechende Musik anmachen, damit ihr meine Stimmung so richtig mitfühlen könnt. Ich mag das Lied übrigens nicht.


„Lange Zeit sind wir unseren Weg gemeinsam gegangen. Stoisch und treu hast Du alles klaglos für mich ertragen und so Vieles auf Dich genommen. Wir waren eins!

Doch dann ist es passiert. Es war im Oktober…

Es tut mir leid. Denn ich war zu aufgeregt, um an Dich zu denken und Dich zu fragen, wie es Dir geht.

Zu sehr mit mir selbst beschäftigt, um auf Dich zu achten, ziehe ich los und zuerst ziehst Du wie gewohnt lautlos mit. Doch schon bald kommen die Schmerzen. Ich habe es nicht erkannt.

Du leidest, Du blutest, Du windest Dich in Qualen-ich höre Dein Wehklagen nicht.

Als ich mich Dir das nächste Mal zuwende, ist es zu spät. Du liegst im Sterben und es bricht mir das Herz. Wenige Tage später… ist alles Leben aus Dir gewichen. Da, wo Du einmal warst, ist nur noch eine leere Hülle.

„Es ist zu früh! Nein, geh noch nicht! Laß mich nicht im Stich! Komm zurück! Laß uns gemeinsam wachsen und alt werden!“, schreie ich Dir zu.

Ich will es nicht wahrhaben und starre Tag für Tag auf das, was von Dir geblieben ist. Dieser hohle Abklatsch von etwas, das einmal mein Leben war. Es dauert. Es dauert Monate, bis ich verstehe, daß ich loslassen muß. Ich muß Dich ziehen lassen, um Neues zu erkennen.

Heute also, kann ich Dich endlich zu Grabe tragen, ohne daß es mir die Tränen in die Augen treibt.

Tschüß. Es war schön mit Dir, lieber Zehennagel.“


Es war mein erster und hoffentlich letzter Zehennagel, den ich verloren habe, also bitte etwas Respekt, ja?

MiMose MiniMa

Was das jetzt wieder heißt?

Na, Miss Monster und der Mittelrhein-Halbmarathon. Mein neuer Projektname sozusagen.

Geplant war eigentlich, den Bonner Halbmarathon im April in Angriff zu nehmen.

Allerdings bin ich dafür und für die angedachten sub2 nicht so fit, wie ich es gern wäre, um jetzt voll in die Vorbereitung zu gehen.

Also habe ich ohne Gram umdisponiert. Der Mittelrhein(halb)marathon findet erst Ende Mai statt und läßt mir etwas mehr Luft.

Nach meiner (Grippe-)Laufpause ging ich davon aus, sehr viel meiner „Form“ eingebüßt zu haben, aber heute der Lauf war schon wieder ziemlich locker.

Vielleicht habe ich aber auch nur gelernt, daß ein paar Kilometer mehr nicht viel anstrengender werden, wenn man nur im Rhythmus bleibt?

Was meint ihr? Kann man fehlende/abgebaute Ausdauer als Läufer auch teilweise durch Erfahrung wettmachen?  Ala: Ich weiß, daß ich km x laufen kann, also werde ich genau das jetzt auch tun, egal, was die Lungen oder Beine sagen?

laß`es roll`n, rrr rrr

…rrr rrr… (für Margitta ;-))

Zufrieden grunzend, angenehm plattbeinig, immer wieder von spontanen Mundwinkelzuckungen überrascht – ich war laufen. That easy.

Ich gebe mich ausnahmsweise mit dem Moment zufrieden.

Nur „TV on the radio“ (Musigggggrubb), die Abenddämmerung und ich. Es war ein stiller Lauf; langsam, ruhig…

Den letzten Kilometer konnte ich es aber dennoch nicht lassen. Bin ich eben unvernünftig. Na und?

Und der Schrebergarten auf meiner Laufstrecke hat WLAN, jawoll!