Archive for Januar, 2011

ausgepiepst

Zu gern würde ich euch schöne Laufberichte präsentieren, aber ich war seit einer Woche nicht laufen.

Es fiel mir zusehends schwerer und ich stand so manches Mal in voller Laufmontur im Flur mit Wuttränen in den Augen, weil ich es einfach nicht schaffte, mich vor die Tür zu bugsieren. Das geht mir im Alltag auch so. Es kann schon eine Aufgabe sein, den Teller nur in die Spülmaschine zu räumen. *augenroll*

Oh man, das tut so weh, wenn der Kopf doch so unbedingt möchte, man aber einfach nicht kann.

Die Schlappheit, (Müdigkeit, Lustlosigkeit, Mattheit und ein paar andere Scherereien) die ich erst unter typischer Winterverstimmung und simpler Faulheit verbucht habe,  wurde mir dann doch zu aufdringlich und ich habe mal meinen Doc zu Rate gezogen.

Jetzt warten wir mal noch die Ergebnisse zu seiner Vermutung ab und dann geht es hoffentlich endlich! peau a peau weiter.

So, das mußte jetzt mal raus. Ein paar Schulterklopfer wären mir jetzt nicht unlieb. 🙁

Die letzen Worte eines Vampirs

„Oh, ein Sonnenauuuuf….“


Als ich mich in der Dämmerung erhebe, komme ich mir selbst vor wie ein Vampir. Blaß, blutleer, melancholisch, aber einfach nicht tot zu kriegen.

Mit keinem geringeren Ballast als der Frage nach dem (Un-)Sinn des Lebens beladen, ziehe ich los.  Es ist schwer, einen Fuß vor den anderen zu setzen, wenn man das Ziel nicht kennt. Der Weg selbst bietet mir auch keine erhellende Erkenntnis. Trist und unendlich anstrengend lasse ich (Höhen-)Meter um Meter hinter mir.


Einzig der Wind spendet mir Trost, reißt er doch ungestüm alle Gedanken mit sich fort und hinterläßt eine sanfte Leere.

Die Schatten jagen mich. Mein Atem geht schwer.


Und mit einem Mal bricht sie hervor; die Sonne. Aaaah!


Die Arme weit ausgestreckt, renne ich ihr entgegen und schreie ihr über den Wind hinweg zu: „Wo bist Du gewesen?“

Angekommen. Bei mir. Für heute habe ich eine Antwort. Wie war die Frage noch gleich?

Bevor hier noch jemand mißverständlich denkt: Reiner Spaß. Mir geht es gut. Ich bin lediglich müde und faul losgelaufen. 😉

Weil ich es kann!

Es ist mal wieder so weit. Ich hege Auswanderungsgedanken.

Und daran möchte ich euch unbedingt teilhaben lassen, weil ich überzeugt bin, daß ihr noch einen weiteren Läufer braucht, der über die Jahreszeit mault.

So allmählich erkenne ich ein Muster. Jahr für Jahr werde ich ab spätestens Januar schwerfällig. Schnee, Eis, Matsch, Schlamm, Hochwasser-geht schon irgendwie. Aber die Dunkelheit macht mir richtig zu schaffen. Von Ende Oktober bis Ende März sehe ich fünf Tage die Woche pro Tag maximal 30 Minuten das Tageslicht und das nur, wenn ich vor`s Büro gehe, um eine zu rauchen. Ha! Was jetzt wohl besser ist?

Dennoch falle ich jedes Mal darauf herein, ich Dämel. Man macht mal hier einen Lauf kürzer, läßt da einen ausfallen und schwups: Stillstand.

Der Unterschied zum letzten Jahr ist nur, ich habe ein klitzekleinwenig dazugelernt und habe im Ansatz etwas, das sich Form schimpfen darf. Die mag ich eigentlich ganz gerne und deswegen würde ich sie ungern ziehen lassen. Am Arsch, daß ich jetzt einen Monat gar nicht laufe und mir im März in den Allerwertesten beiße, weil ich die 10km wieder über einer Stunde laufen „muß“!

Grimmig entschlossen (über freudig aufgedreht reden wir wieder ab April) trete ich heute vor die Tür. Das Einrasten der Haustür klackt mir in den Ohren wie das Entsichern einer Pistole. Gelaufen wird und zwar so lange, bis die faule Sau in mir aufhört zu quieken! *schluck*

Alle paar hundert Meter schiele ich auf Edda und frage stumm: „Sind wir schon da?“ Die doofe Nuß schweigt. Nicht mal einen Pieps gibt sie von sich.

Acht quälend lange Kilometer soll es dauern, bis ich aufhöre, Laternen, 100 Meter, Schritte, Takte, Autos, Atemzüge, Sekunden, Betonnähte, Fahrbahnmarkierungen, Pfützen, Bäume, Häuser, Lämpchen von Lichterketten…zu zählen. Acht! Danach war die Straßenbeleuchtung alle und die meisten meiner Zählmittel fallen somit flach. Danach stellt sich allmählich das Unbewußtsein ein. Ich denke nicht mehr über jeden Schritt nach. Zuerst nehme ich die schweren Beine nicht mehr wahr und dann plötzlich kribbeln sie von der Sohle aufwärts (Vermutlich wird mir nur gerade zum ersten Mal für heute warm.). Ich schmunzele in mich hinein. Wie leicht ich doch rumzukriegen bin. Ich will es haben, dieses Gefühl von: Weil ich es kann!

12km, um 2km Spaß zu haben, nenne ich zwar nicht gerade eine fette Ausbeute, aber ich mag ja auch Muscheln.

unfastbar

Hunger hatte ich erwartet. Aggression, Schwäche, kalte Füße…

Damit kann ich umgehen. Das sind berechenbare Größen.

Allerdings begegnete ich einer Unbekannten, die ich nicht vorhersehen konnte.

Der 1. Fastentag verläuft ereignislos. Sport- und arbeitsfreier Gammeltag eben. Es kommt eh schon mal vor, daß ich bis weit in den Nachmittag hinein nichts esse, also kümmert es mich heute auch wenig. Nur am Abend, während meine bessere Hälfte sein Abendessen vertilgt, kommt ein leichtes Hungergefühl auf, das sich aber mühelos in eine Schublade schließen läßt.

Tag 2 ist immer noch arbeitsfrei, aber ich versuche eine Runde zu laufen. Ich schlage ein ganz gemächliches 7er Tempo an. Mein Puls liegt dann normalerweise so um die 145 Schläge. Heute aber galoppiert er mir mit weit mehr als 170 Takten vorneweg. Ich keuche, komme nicht hinterher und nach kläglichen 2km lasse ich ihn ziehen.

Ansonsten fühle ich mich schlapp, mir ist kalt und das Nickerchen dehnt sich zum Tagverschlafen aus. Ich weiß nichts mit mir anzufangen, weil alles zu anstrengend ist, aber Nichtstun eine komische Stimmung schafft.  Das Hungergefühl schwappt immer mal wieder kurz an die Oberfläche, es interessiert mich aber nicht wirklich. Der Tag endet gefühlt trist.

Tag 3 und der erste Arbeitstag ohne Essen. Ich stehe guter Dinge auf. Nur die Beine brauchen eine Viertelstunde länger, um zu kapieren, daß wir schon aufgestanden sind.  Mein Mund ist trocken, ich trinke allein bis Mittag 4 Liter Wasser und Tee. Schon wieder diese komische Stimmung, hm. In der Mittagspause entsteht eine fiese Situation, weil alle um mich herum kauen und es nach Pizza und anderen Köstlichkeiten duftet. Ich verstopfe meine Nase mit Kamillenteedunst. Klappt.

„Diese komische Stimmung“ wird immer dominanter.

Um ehrlich zu sein, mag ich gar nicht allzu genau beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, aber ich möchte mich nie wieder so fühlen. Schwermütig, traurig, teilnahmslos…

Nach der Arbeit brainstormen mein Freund und ich das Für und Wider und ich entscheide mich, das Fasten zu brechen. Mir geht es nicht gut.

Heute, zwei Tage später, kann ich resümieren:

Falsch war vielleicht nur, während der Arbeit zu fasten. Das war zu viel des Guten.

Meine Vorbereitung war gut. Ich würde es wieder so machen, glaube aber, daß Fasten und ich keine Freunde werden.