Archive for September, 2010

Monsterjob

Vor einigen Monaten erhalte ich eine unerwartete, überraschende und damals geradezu schockierende Mail.

Jemand möchte mich zur Unterstütung eines gut laufenden, jungen, dynamischen Teams anwerben.

Statt mich zu freuen und mir zu überlegen, ob das eine Chance zur Weiterentwicklung ist, ist meine erste Reaktion Panik. Nein, das kann ich nicht, das bin ich nicht, ich erfülle die Anforderungen nicht im Geringsten!

Das ist typisch Eva. Natürlich bedanke ich mich herzlich für das Angebot und sage höflich ab. Ich Idiot ich! *augenroll*

In der Zwischenzeit ist sicherlich nicht alles, aber doch viel Wasser den Rhein heruntergelaufen und ich habe immer wieder heimlich über das Angebot nachgedacht, es aber auch genauso wieder verworfen.

Trotzdem ließ es mir keine Ruhe. Ist da nicht noch mehr? Kann ich nicht mehr, als ich mir selbst zutraue, ich MiMoSe?

Alle Grübeleien brachten nur eines zu Tage: ich werde es nicht herausfinden, wenn ich es nicht versuche. So schrecklich einfach ist das.

Als würde mir jemand ein Kommando zubrüllen, kratze ich irgendwann mein Bißchen Mut zusammen und schreibe (Merke: Monate später) eine erneute Mail mit der Frage, ob das Angebot vielleicht ganz vielleicht, vielleicht aber auch nicht noch besteht.

Drei lange Tage erhalte ich keine Antwort. Nichts.

Und plötzlich steht da, unscheinbar in schwarzen Lettern, daß sie sich freuen, mich in ihren Reihen aufzunehmen. Doppeluffz!

Ich bin immer noch fassungs-, mittlerweile aber immerhin nicht mehr sprachlos und kann euch mit flammendroten Wangen und Stolz

erzählen:  Ich bin jetzt ein Laufmonster!


Gnädigerweise wird mir eine ordentliche Einarbeitungszeit gewährt. 😉


monster`s fairytale


Wie es auch der unschöne Zufall manchmal will, kann ich euch nun doch das Bild einer Maus zeigen, die so aussieht, wie die, die mich angesprungen hat. Unsere Katze Karla hat sie mir heute Morgen als „Geschenk“ mitgebracht. 🙁

Nachtrag: Es ist ein Gartenschläfer, keine Maus! Danke, my genius Lady!

…nicht immer…

Warum sollte etwas für mich gut sein, wenn es mir nicht angenehm ist?

Die 100kg-Eva sitzt auf der Couch, stopft nach einem üppigen, sahnigen Abendessen noch eine Dose Nüsse hinterher, quakt zufrieden und zieht sich irgendeinen TV-Brei rein. Das Leben kann so schön sein!

Wenn ich heute darüber nachdenke, bin ich von mir selbst angewidert. Nicht, weil ich auf der Couch sitze, Fernsehgucke und mir Knabberkram reinpfeife (das kommt auch durchaus heute noch vor), sondern, weil ich das einmal als das Nonplusultra an Entspannung und Wohlbefinden (!) gesehen habe.

Ist es aber heute, 35kg leichter, tatsächlich ein Mehr an Wohlbefinden, daß ich eine Treppe hochkomme, ohne hinterher zu keuchen, daß ich statt Größe48 Größe 38 trage, wenn ich dafür abends auf der Couch „nur“ Äpfelchen und Möhrchen knabbern darf?

Nicht immer.

Einen Cooper-Test in der Schule, also lediglich 12 Minuten am Stück Laufen, habe ich abgebrochen. Nicht, weil ich es nicht gekonnt hätte, aber es wäre so anstrengend geworden und niemand erwartet wirklich von einem so dicken Kind, daß es das schafft. Situation gerettet: ich sitze schon fünf Minuten früher als die anderen auf der Wiese und kann durchatmen.

Das ist nur ein harmloses Beispiel für unzählige Prüfungen, die ich nicht nur nicht bestanden habe, sondern innerlich erst gar nicht angetreten bin.

Fühle ich mich heute stärker, weil ich weiß, daß ich soundsoviele Kilometer am Stück laufen kann, wenn ich frühmorgens vor der Spätschicht laufen „muß“ und es gießt wie aus Kübeln und ich einfach nur wieder ins warme Bett möchte?

Nicht immer.

Und warum kaue ich gerade dennoch Vollkornbrot?

Und warum war ich gestern im ätzendsten, kalten Regen (mein persönliches Lauf-Nogo)dennoch laufen?

Weil gut nicht immer angenehm ist!

Marvin`s Herrchen hat mir diesen Satz freundlicherweise als Dauerleihgabe und Blogmantra überlassen. Wenn man selbst keine Worte hat… Danke!

die Sache mit der Maus

Mich hat gestern eine Maus angefallen.


 

-Pause-


Ausgelacht?


Als ich mitten in der Pampa vor mich hin tackere, sitzt da auf einmal eine auffällige Maus  midde uff de Gaß. Auffällig deshalb, weil sie ziemlich groß, oben samtig-schwarz und am Bauch creme-beige ist. Das Beige zieht sich noch in einem Streifen bis über die Backen. Vielleicht war das ein entflohener Hamster?

Mein Weg führt mich automatisch auf sie zu und ich erwarte die mausübliche Reaktion: nah an den Boden ducken und Fersengeld geben.

Pustekuchen!

Dieses Tierchen richtet sich auf die Hinterbeine auf, schaut mich mit den schwarzen Knopfaugen an -Dramaabsatz-und springt hoch!

Ich kann gerade noch eine Kurve schlagen, laufe knapp an ihr vorbei und sie fiepst und springt noch ein weiteres Mal hoch.

Ich bin so verdutzt, daß mir echt der Mund offen steht. Leider auch zu verdutzt, um ein Foto zu machen.

Ich bin nämlich schon 100 Meter weiter und die Maus sitzt immer noch empört an Ort und Stelle.