Archive for März, 2010

fleischlose Experimente

Ich frage mich gerade, ob ich gleich zerfleischt werde, weil ich mich oute, daß ich diese Woche einmal freiwillig auf Fleisch verzichte.

Will ich überhaupt darüber bloggen, wo ich doch sonst bekennende (!) fleischfressende Pflanze bin?

In welche Schublade wird mich der ein oder andere jetzt stecken? Typisch Frau. Einem echten KERL würde so etwas sicher niemals einfallen. Aber ich bin doch so ein tolles Monster und kein wellnesssüchtiges Mädchen….

Anke hab ich irgendwann mal beschmunzelt, als sie sich eine Woche vegetarisch ernäht hat und sie nach dem Sinn gefragt. Entweder ist man Vegetarier oder eben nicht. Was soll da eine Woche bringen?

Hach… ich bräuchte jetzt ein Blümchen: ich schreibe es, ich schreibe es nicht, ich schreibe es, ich schreibe es nicht.

Ich schreibe es.

Diese Woche verzichte ich einmal freiwillig und bewußt auf Fleisch, Wurst, Fisch, sogar Fischstäbchen (obwohl ich nie glauben konnte, daß da wirklich Fisch drin ist). 😉

Warum?

Pff…

-Weil ich gerne neue Sachen probiere (und andere Menschen und Blogs mich neugierig machen)und mir so sicherlich das ein oder andere neue Essen den Speiseplan bereichert.

-Weil ich gern anteste, ob und wie weit ich mich disziplinieren kann.

-Weil ich die Lebensmittel vor mir nochmal bewußter wahrnehme.

-Weil ich beobachten möchte, ob ich mich dadurch anders fühle, auch beim Laufen.

-Weil ich den Gesichtsausdruck meines Freundes so lustig fand, als ich ihm das verkündete.



besonders

Chris hat einmal in einem anderen Blog als Kommentar geschrieben, daß wir Läufer(-blogger) uns durch Schnickschnack, Drümerüm und Firlefanz von der Masse abheben wollen und in der Konsequenz eigentlich aber doch nichts Elitär(er)es sind.

Das stimmt. Ganz nüchtern betrachtet. Doch wer möchte schon ein Einheitstierchen sein?

Also, mich macht der Gedanke, eine unter Vielen und damit wie jeder Andere zu sein, nicht glücklich. Euch etwa?

Besonders ist laut Duden: extra, für sich [allein], für sich genommen, gesondert, getrennt, individuell, separat.

Ich interpretiere besonders so, daß es auch bedeutet, daß man sich getrennt von der Masse Mensch betrachten darf.

Wie sonst könnte man bemessen, ob man (sich) etwas wert ist?

Wie sonst hätten Emotionen eine Berechtigung?

Wie sonst könnte man sich aus tiefster Seele für etwas begeistern?

Wie sonst würde es sich lohnen, für etwas zu kämpfen?

Wie sonst, würde es überhaupt Freude machen, zu leben?

Ein bißchen dramatisch? Vielleicht, aber mir war gerade danach.

Und jetzt setze ich noch einen drauf. Ich gehe über zu Metaphern. 😉

Wenn ich also eine kleine Flamme bin, die lustig flackernd und tanzend und springend umherlodert, dann freue ich mich umso mehr, über andere Flammen, die mich halten, verstehen, wärmen, heller leuchten lassen, erfreuen, erheitern, zischeln und knacken lassen, ach, ich könnte noch eine ganze Weile weiter aufzählen…..

Lassen wir`s krachen, äh, laufen!



Luceo, non uro!

Eva im Wunderland

Nein, Hasen haben wir keine gesehen, die begegnen mir irgendwie meistens nur am frühen Morgen im Nebel.

Aber es fehlten heute wirklich nur die roten Lackschuhe zum perfekten Kitschlauf.

Nach der Arbeit bin ich, wie so oft, müde, hungrig und lustlos. Doch die Laufverabredung steht fest und da ich mich nicht drücken kann, setze ich alles daran schnellstmöglich in die Laufschuhe zu schlüpfen. Es ist doch noch hehell! *trippel*

Um kurz vor 18 Uhr klingel ich schon die allerliebste Daniela an, daß ich fertig bin und jetzt loslaufe. Sie läßt vor Schreck, daß ich sooo flux nach der Arbeit ausgehbereit bin, glatt ihre Zahnpasta fallen.

Als wir uns aber nach ein paar Minuten entgegenkommen, sieht sie nicht sonderlich gehetzt aus.

Munter schnatternd tackern wir durch die Gegend. Kaum sind wir am Wasser angekommen, können wir uns gar nicht sattsehen am pastelligen Himmel. Sogar die Oberfläche des Rheins schimmert buntig. An der Rheinbrücke mag ich kurz anhalten und ein Handyfoto knipsen. Weil Daniela auch gerade noch da steht, knipse ich sie ebenfalls (Madame, Du sagst Fotoklau, nicht Seelenklau macht ein beschissenes Karma. ;-)). Ich sehe mich irgendwann um und hinter mir steht ein Läufer, der geduldig mit Vorbeilaufen wartet, bis ich fertig habe. Ich will ihn durchwinken, aber er fragt nett, ob er mal ein Foto von uns beiden machen soll. Ich nehme dankend an, drücke ihm mein Handy in die Hand und er macht ein Foto. Dann zieht er fröhlich lächelnd mit einem: „Tschüß. Bis zum nächsten Mal.“ von Dannen.  Wie süß ist das denn? 😀

Als wir zuhause ankommen, ist es immer noch nicht ganz dunkel; niihihicht ganz. *schelm*

And the Monstermütze goes to….

*Trommelwirbel*

Christian aka Sinusläufer!

Rotkäppchen

Christian ist allerdings der Meinung, daß er schon mit dem Monster ansich (*küßdieHand* Anm. des Monsters) mehr als ausgelastet ist und hat von daher, großherzig wie er ist, entschieden, daß lieber jemand, der nicht mit dem Monster verwandt, verschwägert  oder sonstwie verhaftet ist, was auf die Mütze bekommen darf.

Mit nur zwei Stimmen Abstand folgt also, der liebe, palimpalimmige Laufhannes!

Hannes

Herzlichen Glückwunsch, Hannes! 😀

Allen Anderen danke ich ganz artig für`s Mitmachen und Abstimmen! Das war wieder mal ein feiner Spökes, ihr Lieben. 😉