Archive for Januar, 2010

Lauf-Blind Date

Es hat sich doch tatsächlich vor ein paar Tagen eine Läuferin aus unserer Stadt auf mein Blog verirrt.

Das hat sie selbst wohl ziemlich geplättet und deshalb blieb es nicht bei einem Kommentar, nein, sie „bestalkte“ mich direkt sehr charmant per Mail.

Der Hammer: wir wohnen gerade mal 300 Meter Luftlinie voneinander entfernt! Nach kurzem Geplänkel stand auch schnell fest, daß wir gern einmal ein Ründchen zusammen laufen mögen. Ich hibbelte dem Termin schon aufgeregt entgegen! Mein Freund meldete allerdings leise Bedenken an, daß zu dem Treffen  ja sonst wer erscheinen könnte und ihm das nicht ganz geheuer ist.

Nachdem mir die Madame aber hoch und heilig versprach, mich nicht abzumurksen und im Rhein zu versenken, weil ihr das zu anstrengend ist, war er beruhigt. 😉

Gestern war es also so weit. Ich trabe gemütlich zum vereinbarten Treffpunkt und mir kommen schon zwei allerliebst geformte Läuferinnenbeine entgegen. Obenauf bildet die knallgelbe oder grüne (?) Laufweste einen hübschen Kontrast zum flammend roten Kurzhaarschnitt. Aha. Die potentielle Psychopathin wird zu Daniela.

Wir zockeln locker los und Gesprächsstoff haben wir augenblicklich genug. Keine peinlichen Pausen.

Während wir so durch die Dunkelheit ziehen, erzählt sie von dem ein oder anderen Lauf und ich halte die Luft an, als sie so nebenbei vom 6h-Lauf in Troisdorf, an dem sie einmal teilgenommen hat, erzählt. „Uffz! Ob ich da mithalten kann?“, schießt es mir plötzlich in den Kopf. Aber wir haben ein sehr angenehmes Tempo und dafür, daß wir die komplette Stunde ohn` Unterlaß gequatscht haben, sind wir noch haarscharf unter 7 min/km geblieben. *hehe*

Zum Abschluß unserer Runde laufen wir noch zu mir nach Hause und klingeln Christian zum Winken auf Balkonien.

Das war ein richtig schöner Lauf! *hachja*

Daniela scheint es auch Spaß gemacht zu haben, denn die nächste Einladung zum gemeinsamen Laufen kam heute Morgen prompt per Mail.

Ich freu` mich! 😀

Beim Deich Halbmarathon wird sie ebenfalls starten, weil als Läuferin zusehen, wo man doch sonst nix vorhat, wäre ja auch doof, nech? 😉

Heute hab ich mal ein ganz besonderes Schmankerl für euch; einen Gastbeitrag.

Marcus ist Läufer, betreibt aber kein eigenes Blog. Bei laufradio. de hat er schon zwei Mal an einer Folge mitgewirkt und ich finde, was er zu erzählen hat, ist interessant und lesenswert. Deshalb habe ich ihn gefragt, ob er nicht mal über mein Blog ein wenig von seiner Lauferei erzählen möchte. Er möchte. 😉 Tada:

von links nach rechts: Marcus, Falk und Mone sind B.O.R.N

von links nach rechts: Marcus, Falk und Mone sind B.O.R.N

Die Eindrücke dieser Laufveranstaltung sind zu bunt und zu vielfältig, um sie alle in einem einzigen Text wiederzugeben.

Da wären allein die Herausforderung 42195 Meter auf einer schneebedeckten Strecke zurückzulegen.

Da wären das Gemeinschaftsgefühl unseres lokalen Lauftruppe.

Da wären das geniale, kurzweilige (und sogar noch siegreiche) Rennen der Bekloppten Ohne Richtigen Namen (B.O.R.N.) an sich.

Da wäre die perfekt organisierte Veranstaltung durch die LG eXa.

Marathon laufen strengt an. Einen Marathon im Winter als Test zu laufen ist gut für die Feststellung des derzeitigen Leistungsvermögen bevor die Frühjahrsmarathonpläne richtig losgehen. Einen Marathon im Team gemeinsam zurückzulegen ist genial.

So war es für mich und andere Leipziger schnell klar, das wir uns zur 1. Auflage des Wintermarathon Leipzig anmelden. Zwei Läufer unserer Laufgruppe wollten über die Distanz einfach nur debütieren. Verwandte wurde als Teamfüller angeworben. Andere wollten einfach mal einen richtig langen Lauf hinlegen.

Nach Gruppenbildung und -umbau waren wir mit 3 Mixed-Teams (BORN – Bekloppte ohne richtigen Namen, LiL – Training & LiL – Ankommen) von insgesamt 43 Teams am Start und freuten uns auf das Laufen in unserem Stadtpark. In weiser Voraussicht sind wir die 5k-Runde, die es 8 Mal zu absolvieren galt, schon seit Sommer immer mal wieder gelaufen. Heimspiel.

Jedes Team bestand aus 3 Läufern, die gemeinsam die gesamte Marathonstrecke zurücklegen. Aus organisatorischen Gründen wurde gebeten, dass das Team beim Durchlauf zusammen ist.

Ich bin BORN und lief mit Freuden aus Braunschweig (Mone) und Berlin (Falk).

Die erste Runde war natürlich viel zu schnell, aber wir wollten erstmal das Feld mit entzerren, damit man ordentlich den Schritt setzen kann auf dem teilweise schwierigen Schneegeläuf. Die ersten 5K gingen mit 26:xx weg. Zu schnell. In der 2. Runde redeten wir nur darüber, dass wir langsamer werden sollten, doch auch das Reden bremste uns nicht. 26:xx für die 2. Runde. 10K in 52:xx. So kann das nicht weitergehen. Also nun wirklich langsamer geworden und noch mehr gequatscht. Das Feld war noch sehr im Fluss. Das eine Team wurde überholt, das andere überholte uns. Mal wurde freundlich gegrüßt, mal freundlich gefrotzelt – ist ja immer noch Wettkampf. Besonders „liebenswürdig“ wurde mit Läufern umgegangen, die scheinbar ihr Team verloren hatten.

Als Hauptbremspunkt hatten wir uns die Verpflegungsstelle im Start/Zielbereich ausgesucht. Wir tranken und aßen ein wenig und machten uns dann auf die nächste Runde. 27:xx & 28:xx für 3. und 4. Runde.

Mone ging es mittlerweile nicht mehr so gut, aber langsamer wollte sie auch nicht werden. Respekt. Dieses Rundenlaufen empfanden wir sehr gut für den Kopf. Wir zählten keine Kilometer, sondern Runden. Ab der 5. Runde war man ja quasi auf dem Heimweg. Dann 3 Stunden gerannt, dann 35 km. Dann letzte Runde. Dann der Schlusskringel für die 2,195 km. Gut einzuteilen und sehr überschaubar.

Die Strecke wurde von Runde zu Runde besser. Die Helfer und Ordner schoben die gesamte Zeit Schnee an besonders kritischen Stellen, so dass wir an einigen Stellen sogar den Parkboden ausmachen konnten. Danke an alle Schneeschieber.

Wir wurden von den ersten Teams überrundet und ab der 6. Runde durften auch wir schon die hinteren Teams überrunden. Dabei wurde immer wieder freundlich aufgemuntert und jegliche Probleme auf den Schnee geschoben. Hängenlassen durfte man seine Gesichtszüge auch nicht, da gefühlt alle 200m ein Fotograf an der Strecke saß.

Zum Ende raus wurde in uns das Leistungsmotiv wach. Vor uns lief ein anderes Mix-Team, dass uns auf der 3. Runde überholt hatte. Schon von weitem sichtbar war die Grüne Jacke der Läuferin. Die Grüne Jacke kam uns ab dem Ende der 6. Runde immer näher. In der 7. Runde machten wir das zum Thema. Auf die Zeit geguckt könnte das für ein Treppchen-Platz in der Mix-Wertung reichen. Einen dritten Platz muss man ja auch nicht wegschenken.

Wir schwankten zwischen „Ja, die holen wir uns“ und „Wir laufen einfach so weiter und das ist egal“. Die Grüne Jacke kam unweigerlich näher. Die wird fällig. In der 8. Runde waren wir dann dran. Frotzel, Frotzel – muss ja auch Spaß machen. Und wir zogen schön vorbei und davon. Dritter Platz könnte das sein. Nach 40km noch mal kurz ein Schnaufpause an der Verpflegungsstelle und weiter. Grüne Jacke war nicht mehr zu sehen – mal sehen, was das wird.

Als wir auch dem letzten Kilometer waren, sprachen die Helfer ein komischen Satz ins Walkie-Talkie: „1. Team Mix komplett gleich im Ziel.“ Wir guckten nach vorn. Wo ist das 1. Team Mix? Wo ist das 2. Team Mix? Is‘ nich‘ wahr! Ich traute der Sache noch nicht und griente erstmal stumm in mich rein.

Nach 04:03:02 liefen wir als 1. Mixed-Team ein. Grandios und komplett unerwartet. Dem Veranstalter erklärt, was es bedeutet BORN zu sein und dann ging es für meine Begleiter unter die Dusche und ich lief noch mit den anderen beiden Teams ein paar Meter.

Unser zweites Team (LiL-Training) kam nach 4:36h mit der überhaupt nicht geschafften Emilie als Debütantin ins Ziel. Eine ganz starke Willensleistung zeigte unser schottisch-deutsches Team (LiL-Ankommen), dass nach 5:10h mit Kai und Janice als Neu-Marathonis die Ziellinie überquerten. Glückwunsch für diese Laufleistung bei schwierigen Bedingungen.

Marcus 30.3, Mone 30.1 und Falk 30.2

Marcus 30.3, Mone 30.1 und Falk 30.2

Glückwunsch an alle Finisher und einen herzlichen Dank an den Ausrichter LG eXa für diese wunderbare Premiere in Leipzig.

Anbei noch ein paar Links von der Veranstaltung:

http://www.news.de/sport/855040569/42-kilometer-leiden/1/
http://www.psb24-laufteam.de/content.yaws/ergebnisse/2010/datei259.html
http://19joerg61.blogspot.com/2010/01/teammarathon-leipzig.html
http://www.lauf-kultour.de/wintermarathon-leipzig/
http://www.jogmap.de/civic4/?q=node/39618 (der Bericht ist von Marcus` Mitläufer Falk)
http://www.rossi-mountains.de/News.htm#Wintermarathon%20Leipzig
http://gretelsrun.blogspot.com/2010/01/total-bekloppt-wintermarathon.html
http://www.marathon4you.de/laufberichte/leipziger-wintermarathon/wie-der-name-schon-sagt/1137
http://gpway.blogspot.com/2010/01/1leipziger-wintermarathon.html
http://www.marathon.de/news/leipzigerwintermarathon100118.html
http://mein-streak.over-blog.de/article-ein-sehr-aktives-wochenende-43130167.html
http://www.pulsx.de/562.html?&tx_ttnews[tt_news]=245&tx_ttnews[backPid]=538&cHash=57d1ed8a5d
http://rs67.blogspot.com/2010/01/das-erste-mal.html

http://lgexa.blogspot.com/2010/01/wintermarathon-vorbereitung.html

http://lgexa.blogspot.com/2010/01/1-wintermarathon-in-leipzig.html



Laufen, Lächeln, Leben

Margitta hat mich gestern „aufgefordert“ mit gutem Beispiel voran zu gehen und zu lächeln.

Alla guud. 😀

Der Winter ist für mich schön, wenn ich in Schneelandschaften gucken, spazieren, flanieren, mit einer heißen Tasse Kaffee auf der Couch lümmeln und Buch lesen kann. Als Läuferin erkläre ich ihn jetzt zu meiner persönlichen Urgh-Zeit! Da lauf ich ja noch lieber im Regen! Und das will was heißen. 😉

Ich habe mich die letzten Tage geärgert, genöhlt, gemotzt, geschnaubt, gekämpft, mal verloren, mal gewonnen und mich zur Untermauerung meiner Unlust auch noch abgelegt.

Doch dann habe ich mal meine Gedanken neu sortiert.

Ich laufe und das schon im zweiten Jahr. Never ever hätte ich gedacht, daß ich so lange bei einem Sport bleibe, nie nie nie nie nie nich!

Und obwohl ich im Moment mit mir, mit meinem Schweinehund, mit meiner Motivation und gegen die Dunkelheit und das ällabäh Wetter ankämpfe, laufe ich. Ich schnüre immer und immer wieder meine Laufschuhe. Freiwillig. 😉 Warum? Mir doch egal. *lach*

So, der Frühling kann kommen. Der Winter kriegt mich nicht mehr klein und wenn er noch zwei Monate dauert. Päh!

325 Meter

Tja, für heute war ein schöner, langer Lauf im Schnee geplant. Eventuell am Rhein entlang oder mal in Richtung Westerwald hoch. Die Nacht hatte es nochmal kräftig geschneit. Als ich heute Morgen, schon in die Laufklamotten gepackt, aus dem Fenster sehe: Regen.

Ich bin ein bißchen unschlüssig, ob ich es probieren soll, weil der Boden schon sehr fies aussieht, aber zwei Twittermeldungen vom Feuerpferdle und von Gerd, die sich von ganz ähnlichem Wetter nicht einschüchtern lassen, überzeugen mich, direkt rauszugehen. Es ist ja auch meine Tageszeit, hell und bestimmt läuft es besser, als gedacht. Pustekuchen. Nach exakt 325m haut es mich schwungvoll auf die …. auf den Boden.  Naja, aufgerappelt und heim gegangen. Außer ein bißchen Zwacken in der linken Hand, mit der ich mich noch versucht habe abzufangen und dem linken Oberschenkel, auf den ich letzten Endes geknallt bin, geht es mir gut. Nur mein Egodrache ist geknickt, aber der hat sich schon bei der besseren Hälfte ausgeheult 😉

Jetzt, während ich euch schreibe, ist es schon gar nicht mehr so schlimm. Auch das wird wohl jeder Läufer einmal mitmachen/mitgemacht haben.

Ich nehme es jetzt einfach mal nicht schwer, werde heute zumindest keinen erneuten Laufversuch starten und nächste Woche wird sowieso fein. Da habe ich nämlich ein langes Wochenende und kann mir an vier Tagen aussuchen, wann ich im Hellen laufe. *jippie*