Archive for Januar, 2010

ferne Ufer

Nach dem Höhepunkt meines Winterfrustes gestern, wollte ich heute Sonne. Das war nicht verhandelbar und als Daniela und ich (Jaja, das klappt echt gut mit uns. ;-)) gegen 9 Uhr starteten, zierte sie sich zwar noch ein bißchen (die Sonne, nicht Daniela), aber schon nach etwa 3km lugt sie aus dem Hochnebel hervor.

Milchsonne

Das hebt die Stimmung, was uns aber nicht daran hindert, über den tiefen Schnee, durch den wir uns kämpefn müssen, zu ächzen.

Prima Ballerina

Und dann haben wir uns heute auch noch so viel vorgenommen! Wir wollen an den Rhein, über die eine Brücke drüber, auf der anderen Rheinseite zurück und wieder über die nächste Brücke. Summa Summarum wären das dann gute 17-18km.

Das ist für mich (vielleicht) gerade so schaffbar, vorausgesetzt, wir laufen laaaangsam und die Bedingungen (Rückenwind und so) sind optimal. Aber 5-10cm feinster Schnee sind alles andere als optimal und das mit dem Langsammachen haben wir auch noch nicht so ganz raus.

Auch wenn die alte Eisenbahnbrücke auf stur stellt und lange nicht näher kommen will; wir sind sturer. Dann gilt es sie nur noch zu erklimmen und mir wackeln gedanklich die Knie, weil man auf der Brücke durchgucken kann.

nuff, keuch, nuff

Oben angekommen ist es dann aber gar nicht so schlimm (trotzdem mulmig) und das Teil steht ja schon recht anmutig da in der Gegend rum.

Bribrabrücke

Pforte des UnheilsKarobrücke









Obwohl ich mich da oben nicht gerade wohl fühle, mag ich doch ein Beweisfoto haben. Dafür is mir sogar die Eitelkeit mal wurschd (obwohl ich schon anmerken möchte, daß meine Beine da echt megaufft drauf wirken). Da ich ja so ein Mordsfototalent habe, habe ich Daniela`s Beweisfoto gegen das Licht und damit unbrauchbar gemacht. Rmpf.


fette Beine

Endlich auf der anderen Seite angekommen, also bei etwa der Hälfte der Strecke, muß ich mal. Und genant, wie wir Frauen nun mal gerne sind, wenn der Druck es zuläßt, ziehe ich eine Bäckerei der Botanik vor. Da ich auf`s Angestelltenklo darf, bekomme ich sogar kostenlos eine kleine Betriebsführung. Ok, die zwei Bäcker gucken ein bißchen verdutzt, als die Verkäuferin mich durch die heiligen Hallen schleust, aber ich ernte nur wohlwollendes Lächeln auf meinen verkniffenen Gesichtsausdruck hin.

Erleichtert geht es weiter, doch das hält nicht lange vor, denn ganz allmählich keuchen wir mehr, als daß wir schnacken oder frotzeln. Meine Schuhe und Socken sind patschnaß und es scheuert. Die erse Blase kündigt sich an.Hemm…

Der Untergrund wird auch nicht besser, im Gegenteil.

Plackerei

Wir leiden und schimpfen und keuchen und hecheln und greinen und…laufen.

Daniela merkt an, daß wir ja auch einfach ein bißchen langsamer machen könnten, wenn es doch so anstrengend ist. Ich nicke, aber dann traben wir doch weiter wie bisher.

Der mittlerweile strahlende Sonnenschein ist uns jetzt auch schon (fast) egal. Euch aber nicht, deshalb hier noch einmal konserviert:

Zzzzzzonne

Zzzzonne 2

Mir wird es allmählich zu anstrengend und ich klingle meinen Freund an, daß er mich liebensewerterweise am Deich (ca. 2km von zuhaus) abholt, nachdem wir über die zweite Brücke wieder auf der „richtigen“ Rheinseite sind. Jaja, die zwei Kilometer hätte ich jetzt auch noch laufen können, gerade wo Daniela sie noch tapfer abgespult hat, aber an dem Punkt, wo ich zuhause anrief, war ich einfach groggy. Am Deich angekommen, hätte ich es auch noch irgendwie heim geschafft, aber das mußte nicht.

Mit knapp 16km in 1:45h bin ich mehr als zufrieden.

Eine heiße Badewanne und ein deftiges Brötchenverschlingen später, bin ich stolz und selig.

Daniela, mit Dir kann man wunderbar laufen und köstlich leiden. 😉

All my bags are packed, I´m ready to go…

… und mußte schon so manches Tränchen (Ja, Miss Monster kann auch vor Gift heulen und is mir jetzt mal grad egal, ob das weicheiig ist!) wegdrücken, weil ich nicht nach Rodgau fahren kann, um unsere Läuferinnen und Läufer anzufeuern.

Das Wetter ist einfach zu garstig oder zumindest unvorhersehbar. Hinkommen ist eine Sache, Zurückkommen nochmal eine. Einen Teil der Strecke habe ich heute früh „abtelefoniert“. Der Baumarktmitarbeiter ist nur einen Moment irritiert, als ich ihn frage, ob er mal gerade aus dem Fenster gucken und mir die Autobahnverhältnisse schildern kann. Nix gut.

Wir, Julchen und ich, hatten sogar eine Sondergenehmigung, gegen Ende die letzten Runden mitzulaufen, um unsere Leute nochmal zu motivieren.

Aber um mich geht es nicht.

Auch, wenn es erst nach dem Lauf ankommt, so möchte ich doch hier nochmal schreiben, daß alle Daumen für unsere Rodgau-Helden gedrückt sind!

Viel Glück und viel Spaß! Wir denken ganz fest an euch!




T(r)icks

Besser Hüfte als Haxen -ausgetrickst Nr. 1

„Eine Stunde über Glatteis laufen, aber zuhause nicht parat kommen!“, tönt es mir sanft entgegen, als ich mich gerade wieder vom Küchenboden hochgewurschdelt habe. Stimmt. Ich war eine Stunde fast nur auf glattestem Untergrund unterwegs und kam wunderbar durch. Hier zuhause renne ich volle Suppe mit meinem Hüftknochen gegen den Türgriff. Ist das schön, wenn der Schmerz nachläßt! Ohaoalllalalajasassa!


Pasta! Basta! -ausgetrickst Nr. 2

Warum muß ich denn in die Küche, wenn ich doch heute gar nix koche? Das Hause Monster hatte nämlich eine kleine Hübschigkeit zu feiern und deshalb haben wir kochen lassen.


Monsterschweinehund tot machen -ausgetrickst Nr. 3

Da nehm ich eine Da-ni-ela…  Ihre Spezialität ist Totmachen. 😉


Statistiken selbst fälschen hübschen -ausgetrickst Nr. 4

Wer 1000km im Jahr laufen will, sollte so umme 84km im Monat laufen. Wie schafft man das selbst in Januschneear? Na, 100km wollen. Dann denkt man über 84 nicht nach.


Akku laden -ausgetrickst Nr. 5

Wenn man schon nicht im Hellen laufen kann, dann bunkert man eben tagsüber auf der Arbeit Sonne (im Gesicht, im Herzen, in der Brotdose…) und ruft sie dann abends ab. Es ist eh so glatt, daß Hingucken wenn überhaupt eine marginal höhere Sicherheit darstellt. Also, ich laufe in der Sonne und ihr?

Wellen kannte ich bisher nur vom Wasser

Aber es gibt sie ja auch beim Laufen die welligen Strecken und jetzt weiß ich, warum ich mich bisher davor immer gedrückt habe. Puh.

Aber von nix kommt ja nix und die Strecke war einfach wunderschön!

Meine ganz persönliche Psychopathin Daniela (die bei Tageslicht gar nicht so gefährlich aussieht) hat mich heute auf ihre Lieblingsstrecke entführt.

Danke nochmal, daß Du diese Perle mit mir teilst und ich die Stille unterbrechen durfte! 😉

Jetzt hatten wir uns für heute Morgen fest verabredet und keiner wollte kneifen, aber die Wetterbedingungen waren alles andere als optimal. Es hatte über Nacht wieder angefangen zu schneeregnen und die Waldwege waren noch dicht mit dem alten, zu Reifenprofilnegativen erstarrten, Schnee bedeckt. Vorsicht war also angesagt und ich habe Morgen wahrscheinlich Nackenstarre, weil ich immerzu den Boden im Blick behielt.

Tapfer wurschdelten wir uns über dieses unwirtliche Terrain und das allein finde ich über gut 15km schon heldenhaft, aber dann sind da auch noch diese fiesen garstigen Anstiege. Da setzte selbst bei uns Damen mal die Sprache aus, weil die Luft nur noch zum Keuchen reichte.

Mitten im Nirgendwo (eigentlich fast genau am weitesten Punkt unserer Strecke) wäre ich beinahe doch noch an einer doofen Eiskante ausgerutscht, aber Daniela und ich einigten uns dann darauf, daß es besser wäre, wenn wir erst am Auto umknicken, weil es so doch etwas länger dauert, bis wir den jeweils Verunglückten zurückgeschleift haben.

Uns ist nichts passiert und nach mit dem Handy geschätzten 1 3/4h (wir hatten beide die Uhren vergessen) waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour angelangt.

Mein Monatsziel, die 84km (weil dann 1000 auf 12 Monate) habe ich fast in der Tasche und allmählich fühle ich mich auch wieder fit. *jippie*

Matthias habe ich versprochen, ein paar Bilder mitzubringen und ich solle ja immer schön den Mitläufer knipsen. Hab ich: