Archive for August, 2009

Am Wochenende hat mein Schwiegerpapa in spe seinen 60. Geburtstag gefeiert (Meine Schwiegermama in spe richtet ihm auf dem Wege auch sicherlich aus, daß ich „im Internet“ über ihn schreibe: Nochmal alles Liebe und genießt euren Urlaub! ;-)).

Da ich zu der seltenen Gattung der Menschen gehöre, die mit Alkohol so viel anfangen können wie Fische mit einem Fahrrad, diente nur die Müdigkeit als Ausrede, heute Morgen nicht laufen zu gehen. Das war mir dann aber doch irgendwie zu wenig, also bin ich aufgestanden. Meine Laufklamotten hatte ich mir auch schon tags zuvor zurecht gelegt. Aber wenn man so gar keine Lust hat, ärgert man sich fast über die Maßnahmen, die man zum Schweinehund-Überwinden angewandt hat.

Nach ein paar Schlucken Kaffee und einmal in die Sonne Blinzeln bin ich dann soweit bei mir, daß es losgehen kann.  Heute schnappe ich mir ausnahmsweise nochmal den i-pod  und tigere los. Da ich mir angewöhnt habe, ohne Musik zu laufen, habe ich auch keine Ahnung, was mich an Interpreten erwartet. Das erste Lied ist schon mal direkt so antreibend, daß ich den ersten km nach 5:30 min.(für mich sehr schnell) und Seitenstechen beende. Nee, jetzt aber langsamer.

Meine Laune ist naja… sie kommt wohl einem Morgenmuffel nahe. Es läuft nicht rund, ich habe das Gefühl ein Bein hinterher zu ziehen, es ist schon zu warm, die Musik gefällt mir gar nicht (viel zu schmuuuf), maul!

Das einzige, was mich antreibt, ist der Gedanke, daß es mir hinterher definitiv besser gehen wird. Das ist es oft oder? Man läuft völlig lustfrei los, weil man weiß, daß man sich hinterher gut fühlen wird.

Innerlich motze ich so vor mich hin, lenke mich mal wieder mit Rechenaufgaben ab und auf einmal fluppt es. Mein „Tackern“ setzt wieder ein. Ich komme voran, die Landschaft ist hübsch und sommerlich, es geht ein angenehmes Lüftchen, ich fühe mich wohl.

Nach 13km und etwa 1 1/2 h komme ich gut gelaunt, schwerbeinig und gelöst zuhause an und freue mich auf frische Brötchen. 😀

Tempo light

Vorab und kurz ot: Meine Fäden bin ich los, alles fein verheilt und die Muttermale sind nur Muttermale gewesen. 🙂

Mittlerweile haben wir hier fast eine kleine Laufgruppe. Mein Freund läuft ja sowieso, meine Nachbarin und meine Mum mittlerweile auch.

Mit meinem Freund laufe ich nicht oft zusammen, weil wir sehr unterschiedliche Läufer sind. Aber ab und an paßt auch das zusammen. Meine Nachbarin kommt mittlerweile immer weiter, aber eben in gaaaanz langsamem Trab. Brav. Meine Mum ist genauso wenig zu bremsen wie ich. Sie hat eine gute Kondition, weil sie sich eh im Alltag viel bewegt und rennt einfach drauf los. Und auf das Töchterlein zu hören, das sich u.A. wegen dem zu schnell machen einen Monat lang mit Fußaua rumgeplackt hat, kommt natürlich nicht in Frage. Sie liest das hier übrigens und wird sich empören. *frechgrins*

Gestern also wollten alle laufen, aber jeder etwas anderes machen.

-Freund: einfach konstant ruhig etwas länger vor sich hinzockeln; in seinem Wohlfühltempo

– Nachbarin: wieder ihr übliches Ründchen schaffen

-Mum: zwangsverdonnert zum Langsammachen

-Eva: prüfen, ob sie sich auch mal quälen kann und etwas flotter laufen

Also stand schnell fest, daß es heute mal der (für mich eher langweilige) Sportplatz sein soll.

Wir drei Mädels traben locker dorthin und meine bessere Hälfte fährt mit dem Rad und führt Handtücher, Getränke, Schlüssel mit sich.

Mein Gedanke heute war ja, mich einmal so richtig auszupowern. Als ich allerdings bei zarten 28 Grad vor die Tür trete, komme ich mir spontan schon heldenhaft genug vor, daß ich überhaupt laufe.

Wir kommen auf dem Platz an und jeder schlägt gemütlich sein Tempo an. Ich muß schnell feststellen, daß mich die Hitze weit weniger stört, als ich dachte. Wenn ich eh schon mal geschwitzt bin…

Zuerst mache ich ganz langsam, weil ich irgendwo mal gelesen habe, daß man sich erst einläuft, bevor man schnell macht. 😉 Dann mache ich eine Runde etwas flotter, noch ein bißchen flotter, wieder langsam. Klappt gut. Ich merke allerdings jetzt schon, daß ich es nicht schaffe, 400m oder mehr richtig Gas zu geben. Also kurze Sprints über eine Gerade und die restlichen 300m wieder traben. Ich bilde mir ein, daß ich recht gut dosieren kann, ob ich gerade 50%, 70% oder 90% gebe. Die genauen Daten behalte ich in Anbetracht auf die allzu aktuellen Athleten im TV für mich. Man muß sich ja nicht selbst klein machen. Nur so viel: ich bin schon stolz wie Oskar, daß ich 20km/h schnell laufen kann. *giggel*

Den letzten Sprint wollte ich gegen meinen Freund machen. Er ist schneller und ich bitte ihn, mich zu ziehen. Er ist jedoch richtig fies und bleibt etwa eine Schrittlänge HINTER mir und brüllt mich an. Ich habe irgendwann einmal festgestellt, daß mir Anbrüllen viel bringt. Ich werde dann sauer und hole das Letzte aus mir raus; einfach aus Gift. Und für mich war es weitaus „schlimmer“, daß er mich von hinten gejagt hat, als wenn ich ihm versuchen würde nachzukommen. Kurz vor Ende des Geraden setzt er dann neben mich, ich werde auch etwas schneller, er zieht dennoch an mir vorbei und wir traben locker aus. Holla! Ich habe keine Atemnot,  spüre aber jeden Quadratzentimeter Oberschenkel.

Dann folgt wieder lockeres Auslaufen. Den Rückweg trabe ich neben meinem Menne auf dem Rad her. Ein paar Hundert Meter vor der Haustür tritt er auf einmal ein wenig fester in die Pedale. Ich merke es erst nach ein paar Augenblicken. Er fragt nur: „Geht?“ Ich bejahe. Er macht nochmal einen Deut schneller, ich auch. Und nochmal und nochmal…. Selig habe ich dann zu späterer Stunde meinen Döner auf Balkonien vertilgt. 😀

Zusammenfassend kann ich sagen, daß ein bißchen Tempo auch mal Spaß macht. Ich betone „mal“!  Nach fast zwei Wochen konzentriert langsamem Laufen, um meine Fäden nicht überzustrapazieren, habe ich es dringend gebraucht, mir mal Luft zu machen.

Und was macht Miss Monster, wenn sie vor Keuch nicht mehr quasseln kann? Sehr undamenhaft schreien.

Oh, verdammter Mist!!!

Sofortige Entwarnung! Ich wollte mit dieser Schock-Schlagzeile nur auf den Beitrag hier aufmerksam machen. Eigentlich geht es um was ganz Wunderbares! Bitte entschuldigt. *frechgrins*

Die meisten von euch haben mittlerweile schon davon gelesen und wenn ihr nicht gerade frisch beinamputiert seid oder eine sonst gültige Ausrede habt, hoffe ich, daß ihr dabei seid; beim Blogathlon!

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Obwohl ich der Meinung bin, daß meine regelmäßigen Leser (Ich hab regelmäßige Leser. *freu*) diese tolle Staffel schon kennen, findet der ewige Anfänger, daß es nicht schaden kann, wenn ich nochmal darüber schreibe.

Darüber hinaus habe ich durch diesen Eintrag die Möglichkeit (die ich für verschwindend gering halte), ein Paar Laufschuhe zu gewinnen, wenn ihr meine Seite nur oft genug klickt. Ich finde Schuhe toll und Laufschuhe mittlerweile ganz besonders, aber in Zusammenhang mit dem Blogathlon ist mir das eigentlich egal. 🙄

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich mich um den Schuh-gewinn-Wettbewerb drücken wollte, wahail ich mir das ganze Gedöhns mit Trackback etc. nicht zutraue. 😳

Aber es ist ja für eine gute Sache, also…

Der Plan steht, das wesentliche Drumherum auch, aber wir brauchen natürlich immer noch Leute, die mitlaufen.

Meine Ideen zum weiteren Bekanntmachen der Staffel sind sicherlich wenig originell, aber hoffentlich wirkungsvoll.

Zum Einen quatsche ich jeden Läufer, den ich mittlerweile kenne, damit voll. Dann versuche ich Leute (das ist meine persönliche Zusatzmission zum Blogathlon) überhaupt zum Laufen zu animieren.  Ich hätte nie gedacht, daß es auch mal einen Vorteil haben kann, daß meine Schwester nach Dunkeldeutschland (Kosewort für die neuen Bundesländer ;-)) gezogen ist, aber jetzt baue ich darauf, daß sie den Osten ein wenig besser abdeckt.

Meine Mum ist gestern das allererste Mal gelaufen und sie ist ein Naturtalent. 30 Minuten direkt und sie war nicht mal angestrengt. *motz* Meine neu-laufende Nachbarin weiß noch nichts von ihrem Glück, aber sieben Laufkilometer sind auch wertvoll oder? 🙂

Dann habe ich 1-2-sports.com angeschrieben und sie waren so hilfsbereit, den Blogathlon auf ihrer Seite gut sichtbar zu präsentieren. Bei einer Seite namens werkenntwen.de habe ich einen Event angelegt, um Gleichgesinnte aufmerksam zu machen. Und ich war mal kackfrech und habe den Organisator von einigen Läufen hier in der Umgebung angeschrieben, ob er uns unterstützen möchte/kann. Da warte ich noch auf Rückantwort.

Fällt euch noch was ein?

Warum eigentlich (,) Miss Monster?

Das ein oder andere Mal wurde ich schon gefragt, warum ich meinen Blog  „Miss Monster“ getauft habe.

Hier also mal eine kleine Erklärung, wie der Name entstanden ist und was er für mich bedeutet.

Es kommt schon mal vor, daß ich meinen Nachnamen auf Englisch buchstabiere und einmal unterbricht mich ein Herr: “ Oh, like Herman Monster?“ Äh, ja. Genau so.

Dieser Vergleich gefiel mir allerdings so gut, daß ich ihn irgendwann häufiger anwandte. „Hermann like Herman Monster.“

Mein bester Freund Sven bekommt das irgendwann mit und schnell ist im Spaß der Begriff  „die Miss Monster“ geboren. Wie sich das so für einen besten Freund gehört, unkt und neckt er mich natürlich gern. Also macht er es sich rasch zur Gewohnheit, verschiedene meiner Eigenschaften mit „monsterlike“ oder “ Jaja, Miss Monster eben.“ zu betiteln.

Das wiederum zieht seine Kreise und… naja. So kommt man eben zu Spitznamen.

Und ich selbst finde diesen Namen zu Beginn spaßig, zwischendurch nervig, mittlerweile bin ich stolz darauf.

Miss Monster werden nämlich Eigenschaften zugeschrieben, die Eva an sich selbst nur schwer erkennen kann. Daß sie einen nennen wir es mal Informationstick hat, nervig (wenn mir langweilig ist), bisweilen zu energiegeladen, fast penetrant gut gelaunt, nimmersatt und ungeduldig ist, soll hier mal als Anführung von schlechten Charakterzügen reichen.

Aber kommen wir mal zu den positiven, die hier im Blog erwähnenswert sind.

Ich bin (gern, wenn ich es kann) durchgeknallt. Z.B. mache ich Sachen, die mich ängstigen, um sie zu überwinden. (Deichlauf ;-))

In manchen Dingen bin ich extrem. Zum Beispiel im Lesen. 😳 Und so weiter und so fort….

Das Monströseste vielleicht:

Ich habe schon mal einige Kilos mehr auf die Waage gebracht:

Jenseits der 100kg

Jenseits der 100kg

Einerseits habe ich mich nach außen stets tough gegeben, mir nie anmerken lassen, daß ich mich in meiner Haut evtl. nicht wohl fühle. Andererseits war da der Gedanke: „Scheiße, so geht`s nicht weiter.“ Ich habe, man glaubt es kaum, erstmal die Klappe gehalten und selbst im Kopf rumgebastelt, wie ich mich so austricksen kann, daß ich etwas dauerhaft (!) verändere. Und als ich dann losgelegt habe, kam das für die meisten wohl recht überraschend. Und so habe ich bis heute nicht mehr links und nicht mehr rechts geguckt. Mittlerweile fühlt sich der Gedanke an die dicke Eva fremd an.

Zu der Zeit habe ich übrigens die ersten zarten Laufversuche unternommen, aber (das weiß ich heute erst) ich war einfach noch zu schwer zum Laufen, zumindest für meinen Körperbau. Trotzdem hat es mir die ersten 20kg sehr erleichtert.

Seit dieser „Aktion“ weiß ich von mir, daß ich vielleicht ziemlich lange brauche, bis ich mich für etwas wirklich entscheide, aber dann auch konsequent durchziehe.

Ich leide zwar nicht unter falscher Bescheidenheit, aber den letzten Satz wollte ich jetzt gerade ein paar Minuten lang löschen. Mach ich aber nicht. Es stimmt, ich kann an etwas dranbleiben, wenn es mir das wirklich wert ist.

Was hat das Gesülze jetzt mit Laufen zu tun? Genau!

Meine endlos lange Herleitung, führt also zu dem Ergebnis:

Als ich damals angefangen habe, etwas an meinem Gewicht zu verändern, hatte ich so ein unerschütterliches Gefühl, eine Art Gewißheit, daß ich das schaffe.

Und jetzt heute beim Laufen geht es mir auch so. Ich hab noch überhaupt keinen Plan, was das Laufen mal alles für mich sein kann, aber es ist da und es fühlt sich richtig an.

Reicht doch oder?

Miss Monster läuft.